Isabell Werth winkt. © Witters

Reitturnier in Hagen ohne Zuschauer, aber mit viel Zuversicht

Stand: 21.04.2021 16:23 Uhr

Das internationale Reitsportfestival "Horses and Dreams" in Hagen a.T.W. ist traditionell der Start in die grüne Saison. In diesem Jahr steht das Turnier, das noch bis Sonntag dauert, unter besonderen Vorzeichen.

Keine Zuschauer, kein Showprogramm, keine Ausstellungsstände - auch der Hof Kasselmann muss der Corona-Pandemie Tribut zollen. Doch immerhin ist Turnier-Reitsport nach einer Zwangspause wieder möglich: Nach der Ausbreitung des gefährlichen Pferde-Herpes, das im Februar erstmals bei einer Turnierserie in Valencia aufgetaucht war, sind erst seit dem 12. April wieder internationale Veranstaltungen in Deutschland und elf weiteren Ländern Europas erlaubt.

"Auf dem Turniergelände herrscht eine super positive Stimmung. Die Reiter waren ja doppelt ausgebremst durch Corona und den Pferde-Herpes. Und ohne Turnierroutine ist kein Leistungssport möglich." Veranstalter Francois Kasselmann

Damit sich eine Katastrophe wie in Valencia nicht wiederholen kann, wo zu viele erkrankte Pferde zu lange auf zu kleinem Raum gestanden hatten, haben die Veranstalter Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Eine Impfung werde zwar nicht von den Teilnehmern verlangt, sagte Organisator Francois Kasselmann, "doch alle Tiere werden zweimal am Tag kontrolliert und auch Fieber gemessen." Damit das möglich ist, werden die Turnierärzte von der tierärztlichen Uni Hannover unterstützt. In wirtschaftlicher Hinsicht sei das Event ohne Zuschauer nur möglich, "weil alle Sponsoren dem Turnier die Stange gehalten haben", so Kasselmann.

Bundestrainer Becker: "Froh, das es wieder losgeht"

Ein Segen für die Reiterinnen und Reiter, die in diesem Jahr nur wenige Möglichkeiten haben, sich auf die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) vorzubereiten. "Der Turnierstart in Hagen ist gut und wichtig. Ich bin froh, das es wieder losgeht. Die erneute Zwangspause wegen des Herpes-Virus war ein herber Rückschlag", sagte Otto Becker dem NDR. Für ihn sei es so schwer wie nie, die richtige Mannschaft für die Olympischen Spiele zu finden, berichtete der Bundestrainer Springreiten: "Es fehlt allen die Turniererfahrung." Im erweiterten Kreis seien die Reiter des A- und B-Kaders. "Aber die Tür ist offen, sollte sich auf den wenigen Turnieren, die es bis Tokio geben wird, ein Paar empfehlen."

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Werth glaubt fest an die Spiele in Tokio

Wohl kein Weg wird an der Nominierung von Isabell Werth vorbeiführen. "Wir fangen jetzt langsam an, uns Richtung Tokio warmzuboxen", schilderte die sechsmalige Olympiasiegerin. Die 51-Jährige sattelt in Hagen, wo im Dressurviereck mit Blick auf die Sommerspiele auf Vier-Sterne-Niveau geritten wird, die neunjährige Hannoveraner Rappstute Superb und den elfjährigen Hengst Quantaz.

In den kommenden Wochen sollen dann auch ihre Toppferde Bella Rose, Weihegold und Emilio an die Freiluft-Turniere gewöhnt werden. Mitte Juli, ungefähr eine Woche vor Beginn der olympischen Dressur-Wettbewerbe, ist die Reise nach Tokio geplant. Werth glaubt, dass die Spiele stattfinden: "Wir bekommen jetzt immer mehr Infos in diese Richtung. Ich gehe davon aus, dass wir in Tokio reiten werden."

Auftakt zur Riders Tour mit dem Großen Preis

Höhepunkt für die Springreiter ist in Hagen der Große Preis am Sonntag, erste Etappe und nach einem Jahr Corona-Pause Auftakt der prestigeträchtigen Riders Tour. "Die Serie kann ein Sprungbrett für uns sein und gibt einen 'Fahrplan' vor", sagte der Vorjahres-Gesamtzweite Mario Stevens aus Molbergen. Mit dabei ist auch Ludger Beerbaum (Riesenbeck), der mit fünf Siegen den Rekord in der Serie hält. Die zweite Etappe findet Anfang Mai in Redefin statt, der NDR überträgt an zwei Tagen live im TV und bei NDR.de.

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Sport aktuell | 23.04.2021 | 10:25 Uhr

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