Frust bei Edgar Sosa vom Basketball-Bundesligisten Rasta Vechta © IMAGO / osnapix

Rasta Vechta: Gestern Champions League, heute Abstiegskandidat

Stand: 29.03.2021 17:00 Uhr

Für Rasta Vechta rückt der Abstieg aus der Basketball-Bundesliga immer näher. Nur vier von 25 Partien gewann der Tabellenvorletzte. Die jüngsten Auftritte machen zudem wenig Mut auf einen erfolgreichen Saison-Endspurt.

Vechtas Spieler waren am Samstagabend längst in der Kabine verschwunden, da saßen Coach Thomas Päch und sein Co-Trainer Derrick Allen noch immer konsterniert auf ihren Stühlen am Spielfeldrand. Minutenlang verharrten sie in der Halbzeit der Partie gegen die BG Göttingen dort, obwohl die Zeit doch eigentlich drängte. Schließlich gab es viel zu besprechen. Und noch mehr zu verbessern. Der Auftritt der Rasta-Korbjäger in den ersten beiden Vierteln des BBL-Nordduells hatte mit Erstliga-Basketball wenig bis gar nichts zu tun gehabt. Der hohe 36:69-Pausenrückstand zeugte von einer katastrophalen Mannschaftsleistung.

Spieler sind dem Druck offenbar nicht gewachsen

Von der angestrebten Wiedergutmachung für den ebenfalls desaströsen Auftritt in der Vorwoche gegen die Baskets Oldenburg (71:101) waren die Hausherren meilenweit entfernt. Dabei mangelte es den Akteuren des nach eigener Aussage "geilsten Clubs der Welt" nicht an Motivation, wie Päch nach der 79:103-Pleite gegen die "Veilchen" später versicherte. "Ich denke schon, dass die Mannschaft begriffen hat, worum es heute ging. Und ich glaube auch, dass das ein Problem für sie war. Wir haben in der ersten Halbzeit panisch reagiert. Und wenn man das tut, hat man eigentlich schon verloren", sagte der Trainer.

Päch, der in der vergangenen Saison nach anhaltender Durststrecke beim Ligarivalen Baskets Bonn entlassen wurde, gab offen zu, wie sehr die Situation an ihm nagt: "Es tut unglaublich weh."

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Das rettende Ufer gerät außer Sichtweite

Bereits sechs Punkte Rückstand haben die Niedersachsen auf den Mitteldeutschen BC, der als Tabellen-16. den ersten Nichtabstiegs-Platz einnimmt. Am vorletzten Spieltag trifft Rasta auf den MBC. Ob Vechta dann noch Chancen auf den Klassenerhalt hat, muss ob der jüngsten Auftritte angezweifelt werden. Zumal es derzeit beim Champions-League-Teilnehmer der Vorsaison auch keinen Spieler gibt, der Verantwortung übernimmt. "Man muss auch sagen, dass heute Leistungsträger keine Leistung gebracht haben", stellte Päch nach der Göttingen-Partie ernüchtert fest. Zwei Tage später wurde der 38-Jährige an der Pariser Straße seiner Aufgaben entbunden und durch seinen bisherigen Co-Trainer Derrick Allen ersetzt.

Rasta mangelt es an Konstanz und Qualität

Dass diese Saison sehr schwer werden würde, war den Rasta-Verantwortlichen bereits im Vorfeld klar. Der Club verlor nicht nur seinen Erfolgstrainer Pedro Calles an den BBL-Rivalen Hamburg Towers, sondern auch mehrere wichtige Spieler, die bedingt durch die Einnahmeverluste der Corona-Krise nicht adäquat ersetzt werden konnten. Ein weiteres Problem ist: Jedes Mal, wenn es den Anschein hat, dass das Team sich endlich gefunden hat, kommt es danach nur noch schlimmer. Den drei Siegen im Januar folgte eine Serie von acht Niederlagen in Serie. Nach dem 92:77-Sieg gegen das Topteam Ulm Mitte März setzte es die beiden Pleiten gegen Oldenburg und Göttingen.

Nun folgen mit dem BBC Bayreuth und den Niners Chemnitz zwei Gegner aus dem Tabellenmittelfeld, gegen die Vechta unbedingt punkten muss, um die Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren. Denn anschließend warten mit den Baskets Bamberg, Crailsheim Merlins und Alba Berlin drei Schwergewichte auf die Niedersachsen.

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Hallo Niedersachsen | 28.03.2021 | 19:30 Uhr

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