Stand: 15.01.2019 09:28 Uhr

Oldenburg - Die Basketball-Konstante im Norden

von Christian Jeß, NDR.de
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Lautstarker Rückhalt: Die Fans der Baskets Oldenburg.

Der Aufruf #dresscodegelb hatte Resonanz gefunden: 6.000 Fans hüllten am vergangenen Wochenende die Arena in Oldenburg in die Vereinsfarbe der heimischen Baskets und feierten wieder mal ein echtes Basketballfest. Allerdings fehlte in der Bundesliga-Spitzenpartie gegen Alba Berlin das Happy End, die zweitplatzierten Oldenburger unterlagen dem direkten Verfolger 84:93 (43:49). "Vielleicht waren die Jungs übermotiviert bei der Kulisse. Vor allem aber haben wir in der Defense nicht physisch genug gespielt", urteilte Baskets-Trainer Mladen Drijencic nach der Schlusssirene. Dennoch: Erneut bewiesen die Gastgeber über weite Strecken der Begegnung, dass sie auch in dieser Saison wieder zu Recht in der Tabelle oben mitmischen.

Baskets seit Jahren in der deutschen Elite dabei

Dabei fallen, wenn in der Basketball-Bundesliga über Titelfavoriten diskutiert wird, meist die Namen der drei großen Bs: Bayern München - Titelverteidiger und ungeschlagener Tabellenführer -, Alba Berlin -  Hauptstadtclub mit der spanischen Trainerlegende Aito Garcia Reneses -, und Bamberg - Serienmeister des vergangenen Jahrzehnts. Die Baskets Oldenburg sind bei den Prognosen in der Regel außen vor. Und das, obwohl der Club aus der basketballverrückten 170.000-Einwohner-Stadt seit Jahren im deutschen Elitekreis mitmischt: Pokalsieger 2015, je zweimal Play-off-Halbfinale und -Finale sowie als Krönung der Meistertitel 2009 stehen seit 2008 in der Vita der Norddeutschen. Der Ursprungsverein Oldenburger TB gehörte 1966 bereits zu den Bundesliga-Gründungsmitgliedern.

Rasid Mahalbasic © picture alliance/nordphoto Foto: nordphoto / Straubmeier

Oldenburgs kolossaler Center ein Erfolgsgarant

Sportclub -

Die Baskets Oldenburg haben bei den abstiegsbedrohten Eisbären Bremerhaven gewonnen und bleiben in der BBL in der Erfolgsspur. Großen Anteil daran hat Center Rasid Mahalbasic.

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Lob vom Gegner: "Erstklassig geführt"

Mit einem Etat von gut acht Millionen Euro gehören die Nordwestniedersachsen in der laufenden Spielzeit zum oberen Finanz-Drittel der Liga. Doch können die direkten Konkurrenten weitaus mehr aus dem Vollen schöpfen, bei den Münchnern ist die Rede von rund 25 Millionen Euro Jahresbudget. Umso höher ist es einzuschätzen, dass sich die "Donnervögel" zu einer echten Korb-Konstante entwickelt haben. Eine, die auch der Konkurrenz höchste Anerkennung entlockt. So schwärmte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi vor dem direkten Duell in einem Interview mit "NWZ online": "Die Baskets sind erstklassig geführt und haben sich zu einem stabilen Qualitätsstandort entwickelt."

Protagonist Paulding: Liebling statt Lautsprecher

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Oldenburgs Rickey Paulding (l.) erwischte gegen Berlin trotz 18 Punkten einen schwachen Tag.

Vielleicht liegt es neben dem fehlenden Großstadtgetöse auch an den Protagonisten, dass die Baskets Oldenburg eher selten im Rampenlicht stehen: Rickey Paulding, die 36 Jahre alte Club-Legende, ist kein Überflieger oder Lautsprecher, sondern ein bescheidener und beliebter Dauer-Punktelieferant. Bereits seit 2008 geht der "Ewige Rickey" ununterbrochen für die Oldenburger auf Korbjagd, "weil ich Grünkohl so liebe", wie der US-Flügelspieler einmal schmunzelnd der "Süddeutschen Zeitung" sagte. Schon vor Jahren benannten die Fans ihre Stadt in "Pauldingburg" um. Mehr Heldenverehrung geht nicht, aber sie geht eben auch kaum über die Grenzen des Oldenburger Landes hinaus. Oder "Big Man" Rasid Malhabasic: Der 2,10 Meter große Österreicher mit slowenisch-bosnischen Wurzeln glänzt nur selten mit spektakulären Blocks oder Dunkings. Dafür ist der 28-Jährige ein raffinierter Arbeiter unterm Korb und mit fast vier Assists pro Spiel einer der besten passenden Center der Liga.

Spielmacher Cummings als wichtigster Baustein

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US-Spielmacher Will Cummings (r.) ist schnell ein wichtiger Baskets-Baustein geworden.

Weitere Konstanten im Kader sind zwei deutsche Spieler: Der 30 Jahre alte Verteidigungsspezialist Karsten Tadda ist 87-facher Nationalspieler und mehrfacher deutscher Meister mit Bamberg gewesen. Philipp Schwethelm, 29 Jahre alt und 49 Mal für Deutschland aktiv, versenkt seit Jahren zuverlässig in leichter Schräglage Dreipunktewürfe für die Oldenburger. Der wohl wichtigste Baustein der aktuellen Erfolgsmannschaft wurde indes erst vor der Saison hinzugefügt: US-Spielmacher Will Cummings kam von Eurocup-Sieger Darussafaka Istanbul und avancierte auf Anhieb mit durchschnittlich 18 Punkten pro Spiel zum zweitbesten Korbjäger der Liga.

Weitere Bewährungsproben warten bald

Und wohin führt der Weg der Baskets in diesem Jahr? Das Duell mit Alba weckte Erinnerungen an die vergangene Saison, als die Baskets im Halbfinale in fünf Spielen an den Berlinern scheiterten. Auch diesmal scheint Ähnliches möglich: Mit 89,5 Punkten im Schnitt sind die Oldenburger zweitbestes Angriffsteam der Bundesliga, auch in der Verteidigung zählen sie mittlerweile zu den Top 4. Allerdings warten in den kommenden Wochen weitere Bewährungsproben auf die Norddeutschen: Mit Bamberg wurden bislang noch gar nicht die Kräfte gemessen, am 14. Februar 2019 kommt der Meister aus München in die Oldenburger Arena. Was dann zu tun ist, weiß Head Coach Drijencic spätestens seit dem vergangenen Wochenende: "Gegen ein Spitzenteam müssen wir 40 Minuten konstant gut spielen, um zu gewinnen."

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Ergebnisse und Tabelle BBL

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 14.01.2019 | 14:00 Uhr

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