Landessportbund: Schnelle Öffnungen für Breitensport müssen her

Stand: 17.05.2021 16:06 Uhr

Beim Aufstiegsspiel des Fußball-Drittligisten Hansa Rostock am Sonnabend gegen Lübeck dürfen voraussichtlich 7.500 Zuschauer ins Ostseestadion. Doch die meisten der rund 260.000 Mitglieder in den etwa 1.900 Sportvereinen in Mecklenburg-Vorpommern schauen weiter in die Röhre. Der Landessportbund dringt nun auf rasche Lockerungen.

"Also zunächst sind wir ja Sportler und wir freuen uns, dass Hansa wahrscheinlich aufsteigt und dass das Aufstiegsspiel auch wieder vor Zuschauern stattfinden kann. Aber dann hört es auch schon auf", sagte der Präsident des Landessportbundes MV, Andreas Bluhm, im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Die Ehrenamtler und die Mitglieder in den Sportvereinen seien schon seit Monaten nicht in der Lage, ihrem Hobby nachzugehen - nämlich Sport zu treiben - und gesund zu leben. Das müsse sich nun schnell ändern, fordert Bluhm. "Wir erwarten von der Landesregierung morgen (Dienstag) parallel zu der Hansa-Entscheidung auch eine Entscheidung in diesem Bereich."

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Derzeit kaum Breitensport in MV möglich

Bis auf wenige Ausnahmen sei noch immer kein Breitensport im Land möglich. Das Gros der rund 260.000 Mitglieder in Sportvereinen dürfe derzeit seinen Sport nicht ausüben. Davon seien vor allem Jugendliche betroffen, sagte Bluhm. Derzeit dürfen im Nordosten nur Bundes- und Landeskader trainieren, Kindern bis 14 Jahren ist es zu fünft zusammen mit einem getesteten Übungsleiter möglich, Sport zu treiben. Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen im Land hatte der Landessportbund nach dem MV-Gipfel in der vergangenen Woche eigentlich darauf gehofft, dass auch im Amateur- und Breitensport schrittweise Lockerungen bekanntgegeben werden.

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Stattdessen hatte die Landesregierung Gespräche hierzu auf Ende Mai vertagt. Das würde bedeuten, dass am 7. Juni erste Öffnungsschritte möglich sind, so Bluhm. "Wir haben ausgehend von den Erfahrungen im vergangenen Jahr bereits Anfang März ein Konzept vorgelegt, jetzt können wir frühestens im Juni mit Lockerungen rechnen. Dafür fehlt uns das Verständnis", monierte der Landessportbund-Chef.

Bluhm: Für Kinder eine "Katastrophe"

Er gehe davon aus, dass das Landeskabinett bei den Beratungen am Dienstag (18. Mai) zumindest für den Kinder- und Jugendsport die ersten Öffnungsschritte schon vor dem 7. Juni in die Wege leite. Dies könne nach Bluhms Meinung bereits am Dienstag nach Pfingsten (25. Mai) geschehen. "Aber da noch einmal 14 Tage ins Land gehen zu lassen, um überhaupt darüber zu reden, das erschließt sich uns nicht mehr", so Bluhm. Die derzeitige Entwicklung sei gerade für Kinder gesundheitlich eine Katastrophe. Kindern und Jugendlichen fehle die Bewegung, auch für die Persönlichkeitsentwicklung.

Rückgang der Mitgliederzahlen

Aber nicht nur Angebote im Kindersport fallen derzeit weg. Seniorensport und Gesundheitsangebote sind ebenfalls betroffen. Das Resultat: Erstmals in der Geschichte des Landessportbundes verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern einen Mitgliederrückgang von etwa 1,3 Prozent. Zwar gebe es einige Fachverbände und Vereine mit Mitgleiderzuwachs, aber demgegenüber stehe etwa ein Rückgang im Turnen und Behindertensport von etwa 10 Prozent, so Bluhm.

Die Situation im Amateursport ist auch Thema im Sportpodcast "SPOMV". In der aktuellen Folge ist der Präsident der Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Bluhm, zu Gast.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 17.05.2021 | 17:10 Uhr

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