Stand: 30.06.2019 12:50 Uhr

Kieler Woche: Zwei Titel für deutsche Segler

Victoria Jurczok und Anika Lorenz holten sich bei der Kieler Woche den Titel in der 49erFX-Klasse.

Deutschlands Olympia-Segler haben sich bei der 125. Kieler Woche in zwei von sechs ausgetragenen Olympia-Disziplinen durchgesetzt. Die Berliner 49erFX-Seglerinnen Vicky Jurczok und Anika Lorenz gewannen am Sonntag bei den Skiffseglerinnen. Den zweiten Kieler-Woche-Sieg sicherte sich ihr Vereinskamerad Phillip Kasüske im Finn. Für den 24-jährigen Steuermann ist es der zweite Titel nach 2016. .

Finnsegler Kasüske siegt im letzten Rennen

Im Medaillenrennen der 49erFX reichte den Olympia-Neunten von Rio de Janeiro Rang vier zum ersten Erfolg bei der weltgrößten Segelregatta. Im Ziel lagen sich die 29-jährige Steuerfrau Jurczok und ihre 28-jährige Vorschoterin lange in den Armen. "Dieser Kieler-Woche-Sieg tut gut. Er fehlte uns noch auf der Liste", sagte Jurczok. Kasüske hatte sich im letzten Rennen noch am führenden Milan Vujasiniovic aus Kroatien vorbeigeschoben. Der Kieler Max Kohlhoff wurde Fünfter.

Kohlhoff/Stuhlemmer verpassen Medaille

Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer, die das Klassement im Nacra-17-Katamaran bei den Mixed-Crews drei Tage lang angeführt hatten, fielen am Sonntag vom dritten auf den vierten Rang zurück und verpassten so eine Medaille. Dabei hatten sie Glück im Unglück: In guter Position segelnd, ging die 20 Jahre alte Vorschoterin über Bord, weil sie sich im Trapez nicht richtig eingehakt hatte. Sie blieb unverletzt, musste dem Katamaran jedoch hinterherschwimmen, um wieder an Bord zu gelangen. Der Titel ging an das österreichische Duo Barbara Matz/Thomas Zajac. "Wir sind natürlich sehr traurig und enttäuscht", sagte Kohlhoff, "aber wir waren dank Alicas strategischer Entscheidung in sehr guter Position und werden jetzt noch enger zusammenrücken und unseren Weg beharrlich weitergehen."

DSV-Sportdirektorin Stegenwalner zufrieden

"Das Positive überwog aus meiner Sicht", bilanzierte Sportdirektorin Nadine Stegenwalner vom Deutschen Segler-Verband (DSV) die vorolympische Kieler Woche. Ärgerliche Fehler wie Kenterungen seien in der Weltspitze teuer, aber "im Großen und Ganzen sind wir für Tokio gut aufgestellt." Sie hofft, außer im Windsurfen acht von zehn Segeldisziplinen in Enoshima zu besetzen. Bisher hat der DSV-Kader die Fahrkarten lediglich in den Bootsklassen Laser Standard (Männer), Laser Radial (Frauen) und 49er gelöst. Erst nächstes Frühjahr beim Weltcup in Genua werden die letzten für Europa noch verbliebenen Nationenplätze vergeben. Stegenwalner: "Das wird noch eine harte Nuss, denn insgesamt sind weniger Teilnehmer zugelassen als 2016."

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 30.06.2019 | 18:30 Uhr