Stand: 06.08.2019 12:10 Uhr

Kerber sucht Trainer, Form und Selbstvertrauen

Drei Wochen vor Beginn der US Open sucht Angelique Kerber noch ihre Form.

Der erhoffte Neuanfang lässt auf sich warten: Deutschlands beste Tennisspielerin Angelique Kerber hat beim Turnier in Toronto die nächste Enttäuschung erlebt. Gegen die ungesetzte Russin Darja Kassatkina verlor die Kielerin das erste Match seit der Trennung von ihrem Trainer Rainer Schüttler 6:0, 2:6, 4:6. Statt Spielpraxis und Selbstvertrauen vor den am 26. August beginnenden US Open zu sammeln, muss die 31-Jährige erneut ein frühes Turnier-Aus verarbeiten.

Zeit für die Trainersuche

Dafür kann sie sich jetzt mehr mit ihrer Trainersuche beschäftigen: "Ich will die Zeit nutzen, wirklich bewusst zu überlegen, was an meine Seite passt." Ein Coach könne den Unterschied ausmachen: "Es sind mehr die letzten zwei, drei Prozent, die man vielleicht in den wichtigen Momenten noch rauskitzeln kann." Entscheidend sei aber sie selbst: "Alles fängt bei mir an", so Kerber. "Ich muss die Motivation haben, hart zu arbeiten. Das ist die Grundlage, und die ist natürlich da. Ich muss meine Konstanz finden."

Kein Selbstvertrauen, fehlende Fitness?

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Einen Monat nach dem Zweitrunden-Aus in Wimbledon war diese in Toronto noch nicht zurück. Ihre Gegnerin Kassatkina hatte ein simples Erfolgsrezept, das zudem Kerbers ganze Misere aufzeigt: "Ich habe einfach versucht, den Ball immer wieder zurückzuspielen und sie zu Fehlern zu zwingen", sagte die Russin. Das funktionierte, Kerber leistete sich 45 unforced errors. Nach dem schnellen ersten Satz machte sie immer mehr den Eindruck, das Match nicht gewinnen, sondern bloß nicht verlieren zu wollen. Sie wich weit hinter die Grundlinie zurück, spielte defensiv, überließ Kassatkina die Kontrolle. Ihre Körpersprache verriet wie so oft das fehlende Selbstvertrauen, zudem wirkte sie in der zweiten Hälfte der Partie schlicht nicht so fit wie gewohnt. Die Beine schienen schwer, oft kam Kerber einfach zu spät zum Ball.

Nächster Start in Cincinnati

Seit knapp zwei Wochen ist die Weltranglisten-13. wieder im Wettkampfmodus. Auf dem Weg nach New York bleiben ihr in den nächsten beiden Wochen noch Cincinnati und die Bronx Open im unmittelbaren Vorfeld der US Open. Die Kielerin, die 2016 in Flushing Meadows triumphierte, gibt sich trotz der sportlichen Krise kämpferisch: "Es hat immer ein Auf und Ab in meiner Karriere gegeben, ich habe das als Teil meiner Geschichte akzeptiert. Mehr noch, ich habe daraus gelernt und die Herausforderungen angenommen."

Angelique Kerbers Weg nach oben

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 06.08.2019 | 11:25 Uhr

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