Stand: 15.10.2019 16:25 Uhr

Grizzlys tief in der Krise: "Brutal frustrierend"

Trainer Pat Cortina (M.) steckt mit den Grizzlys Wolfsburg in der Krise.

Die Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hatte so verheißungsvoll begonnen für die Grizzlys Wolfsburg. Drei Siege nach vier Partien schlugen für die Niedersachsen zu Buche. Der Pokalsieger von 2009 schien auf dem besten Weg, die enttäuschende vergangene Spielzeit vergessen zu machen, in der er erstmals nach elf Jahren den Einzug in die Play-offs verpasst hatte. Einige Wochen später grüßt bei den "Braunbären" das Murmeltier. Denn nach sieben Pleiten in Folge sind die Wolfsburger wieder im Tabellenkeller angekommen.

Nach der 2:5-Schmach am Sonntag im Nordduell mit den Fischtown Pinguins Bremerhaven rutschte das Team von Coach Pat Cortina auf Rang zwölf ab.

Viel Aufwand, wenig Ertrag

Die Vorstellung gegen Bremerhaven vor lediglich noch 2.597 Zuschauern war dabei sinnbildlich für die Pleitenserie der vergangenen Wochen. Erneut wussten die Grizzlys durchaus eine Zeit lang zu gefallen, verloren dann aber nach einem Negativerlebnis, in diesem Fall das Gegentor zum 0:1, vorerst den Faden. "Es ist brutal frustrierend, weil wir sehr, sehr viel investieren. Ich denke nicht, dass wir schlechtes Eishockey zeigen. Ich denke aber, dass wir aktuell immer wieder einen Weg finden, um Spiele zu verlieren", sagte Verteidiger Dominik Bittner NDR Info.

Furchner: "Es ist keine Kopfsache"

Alles also eine Kopfsache? Für Coach Cortina ("Es wird immer schwieriger, die negativen Sachen zu verdauen") schon. Für seinen Kapitän Sebastian Furchner nicht. "Es ist keine Kopfsache, das ist über 60 Minuten Eishockey - das kann jeder von uns", polterte die Clubikone im Gespräch mit NDR Info. Bereits seit 2008 steht der Angreifer nun bei den Grizzlys unter Vertrag. Sieben DEL-Pleiten in Folge hatten er und die Wolfsburger zuvor noch nie kassiert - Vereins-Negativrekord! Doch die historische Marke tangierte Furchner herzlich wenig: "Mich interessiert nur, dass wir das nächste Spiel gewinnen."

Freitag Keller-Duell in Krefeld

Dieses steht für die Niedersachsen am kommenden Freitag (19.30 Uhr) beim punktgleichen Tabellenvorletzten, den Krefeld Pinguinen an. Bei einer Pleite beim deutschen Meister von 2003 könnte die Luft für Trainer Cortina am Mittellandkanal dünner werden. Denn ein abermaliges Verpassen der Play-offs will das Grizzlys-Management um Sportdirektor Charly Fliegauf nach dem "größten Umbruch der Club-Geschichte" unbedingt verhindern. Noch aber ist der Langzeit-Manager überzeugt, in der aktuellen Konstellation die Wende zu schaffen. "Ich kann deutlich sagen, dass ich trotz der Niederlagenserie nach wie vor sehr großes Vertrauen in die Mannschaft und in die Arbeit der Trainer habe", erklärte Fliegauf in einem auf der Club-Website veröffentlichten Interview.

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Sport aktuell | 14.10.2019 | 12:25 Uhr