Stand: 10.07.2018 17:59 Uhr

Görges und Kerber im Halbfinale von Wimbledon

Jubel nach starken Auftritten: Julia Görges (l.) und Angelique Kerber.

2018 könnte das deutsche Wimbledon-Jahr werden: Nur noch jeweils ein Sieg trennt Angelique Kerber und Julia Görges vom Finale des Rasenklassikers im Tennis. Während die Kielerin Kerber nach 2012 und 2016 bereits zum dritten Mal in der Vorschlussrunde vor den Toren Londons steht, ist es für ihre Fed-Cup-Kollegin aus Bad Oldesloe das erste Mal. Görges erreichte sogar vor diesen Tagen noch nie ein Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. Kerber trifft in ihrem Halbfinale am Donnerstag auf die Lettin Jelena Ostapenko, Görges bekommt es mit der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Serena Williams zu tun. Die US-Amerikanerin ist erstmals seit ihrer 13-monatigen Babypause beim ältesten Tennisturnier der Welt dabei. Kerber ist als Elfte die am höchsten gesetzte Spielerin des Halbfinals.

Kerber behält im Breakfestival die Nerven

Die 30-Jährige setzte sich am Dienstag gegen die Russin Daria Kasatkina mit 6:3, 7:5 durch. Schnell führte die Kielerin mit 4:1 und vergab sogar zwei Breakbälle zum möglichen 5:1. Als Kasatkina im siebten Spiel ein Break gelang, schien das Match zu kippen, doch die Russin machte sich ihr Spiel durch zahlreiche Fehler kaputt. Nach 32 Minuten hatte Kerber den ersten Satz mit 6:3 für sich entschieden. Auch im zweiten Durchgang nahm die 30-Jährige ihrer Gegnerin früh den Aufschlag ab. Wieder gab es einen Durchhänger, Kasatkina konnte zum 3:3 ausgleichen. Im anschließenden Break-Festival (fünf in Folge) und in einem fast zehnminütigen letzten Spiel behielt Kerber die Nerven und verwandelte nach gut eineinhalb Stunden ihren siebten Matchball. "Wir haben auf einem hohen Level gespielt. Es ist großartig, im Halbfinale zu stehen. Ich habe mich immer wieder gepusht, bis zum Ende", sagte die Kielerin nach ihrem Erfolg.

Görges zieht nervenstark nach

Wenig später zog dann Görges nach. Die 29-Jährige gewann ihr erstes Viertelfinale bei einem der vier Majors am Dienstagnachmittag gegen die Niederländerin Kiki Bertens 3:6, 7:5, 6:1. "Ich habe nach dem ersten Satz versucht, ruhig zu bleiben", sagte die sichtlich bewegte Schleswig-Holsteinerin, die mit Bertens gut befreundet ist und häufig mit ihr im Doppel spielt. "Ich bin froh, dass es geklappt hat." Ein Break zum 5:3 für die Niederländerin entschied den ersten Satz. Im zweiten Durchgang führte Görges bereits mit 4:1, machte es dann aber noch mal spannend. Als sie im dritten Spielabschnitt Bertens erneut den Aufschlag abnahm, war sie nicht mehr aufzuhalten. "Es ist einfach großartig."

2011 und 2012 war die Norddeutsche in Wimbledon jeweils in Runde drei gescheitert und hatte in den folgenden Jahren fünf Auftaktniederlagen in Serie kassiert. Nun lockt das Finale - und ein deutsches Duell? In Wimbledon war dies in 134 Jahren nur 1931 der Fall, als Cilly Aussem und Hilde Krahwinkel das Endspiel bestritten.

Die Karriere von Julia Görges in Bildern

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 10.07.2018 | 18:25 Uhr

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