Stand: 25.08.2020 10:13 Uhr

Gelassenheit und Selbstkritik - der "neue" Zverev?

Alexander Zverev © imago images / AAP
Alexander Zverev hat beim Re-Start der ATP-Tour sein erstes Match verloren.

Die Generalprobe für die US Open hat Alexander Zverev in New York mit dem Zweitrunden-Aus gegen Andy Murray verpatzt, doch Deutschlands bester Tennisprofi gibt sich gelassen. Es sei ja nicht das erste Mal, dass für ihn das Vorbereitungsturnier für das Grand-Slam-Event in Flushing Meadows früh endete: "In Cincinnati habe ich noch nie ein Match gewonnen. Von dem her ist das für mich normal", erklärte der Hamburger nach der 3:6, 6:3, 5:7-Niederlage gegen den Schotten. Die ATP hatte das Turnier wegen der Corona-Pandemie von Cincinnati nach New York verlegt. Es sei zudem das erste offizielle Turnier nach sechs Monaten gewesen, da könne nicht jeder "direkt sein bestes Tennis spielen".

"Ich habe einen Fehler gemacht mit der Adria-Tour"

Die Niederlage gefiel Zverev nicht, beunruhigte ihn aber auch nicht über Gebühr. Und so beantwortete der 23-Jährige auch Fragen, die für ihn Anfang des Monats noch Anlass zum Abbruch einer Pressekonferenz gewesen waren.

Freundlich, offen und reflektiert erläuterte er sein Verhalten bei der umstrittenen Adria-Tour im Juni, wo er mit Partyvideos und der Missachtung von Hygieneempfehlungen negativ auffiel. Zudem hatte er die Organisatoren eines Einladungsturniers in Berlin mit seinem kurzfristigen Rückzieher verärgert.

Die Enttäuschung und das Unverständnis könne er verstehen: "Ich habe einen Fehler gemacht mit der Adria-Tour und danach auch mit der Geburtstagsfeier. Ich habe niemanden in Gefahr gebracht, außer mich selbst, weil ich halt sieben Mal negativ getestet wurde." Er gab aber auch zu: "Mit 5.000 Kindern einen Kids-Day zu machen oder vor Publikum zu spielen, war vielleicht nicht das Schlaueste aller Zeiten. Aber es war halt ein guter Versuch, Tennis zurückzubringen, damit die Leute auch wieder was zum Schauen haben. Es hat nicht so funktioniert, wie es gedacht war."

Weiterhin große Aufschlagprobleme bei Zverev

Die US Open (ab 31. August) muss Zverev nun praktisch ohne Matchpraxis angehen, das sei aber kein Problem.

"Ich weiß nicht, wie wer spielen wird. Ich denke auch, dass die Spieler, die eine erste Runde gehabt haben, im Vorteil sind, weil sie einfach schon ein Match gehabt haben. Viele gesetzte Spieler haben einfach kein Match gehabt", hatte der 23-Jährige bereits vor seinem Auftritt in New York gesagt und verwies hinterher auf den Weltranglisten-Dritten Dominic Thiem - der Österreicher verlor wie Zverev nach Freilos in der ersten Runde sein Auftaktspiel und schied aus.

Gleichwohl war nicht zu übersehen, dass Zverev wie schon vor der Corona-Pause weiterhin große Probleme mit seinem Aufschlagsspiel hat. Gegen Murray produzierte er insgesamt elf Doppelfehler. "Das ist die Sache, an der ich in den letzten sechs Monaten gearbeitet habe. Während des Spiels war es in Ordnung, aber in wichtigen Momenten ist es meiner Meinung nach wieder nicht gelaufen", räumte der Weltranglisten-Siebte ein, der seit kurzem von Ex-Profi David Ferrer gecoacht wird: "Aber, wissen Sie, alles in allem war es okay. Ich glaube, es war nicht das beste Spiel, das ich je gespielt habe, aber nach sechs Monaten Pause ist es nicht leicht, wieder zurückzukommen."

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 25.08.2020 | 09:25 Uhr

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