Stand: 13.09.2020 09:34 Uhr

Fünfsatz-Krimi: Zverev kämpft sich ins Finale der US Open

Alexander Zverev jubelt nach einem Sieg bei den US Open. © picture alliance/AP/dpa Foto: Frank Franklin II
Der erste Grand-Slam-Titel ist für Alexander Zverev zum Greifen nah.

Trotz eines 0:2-Satzrückstandes im Halbfinale hat Tennisprofi Alexander Zverev zum ersten Mal in seiner Karriere das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Bei den US Open in New York gewann der 23 Jahre alte Hamburger ein packendes Fünf-Satz-Match gegen Pablo Carreño Busta aus Spanien in 3:22 Stunden noch mit 3:6, 2:6, 6:3, 6:4, 6:3.

Im Finale gegen Österreicher Thiem

Im Finale heute (22 Uhr MESZ) trifft der Weltranglisten-Siebte in einer Neuauflage des diesjährigen Australian-Open-Halbfinals auf Dominic Thiem. Der 27 Jahre alte Österreicher entschied sein Halbfinale gegen den Russen Daniil Medwedew mit 6:2, 7:6 (9:7), 7:6 (7:5) für sich. In Melbourne hatte Zverev erstmals ein Grand-Slam-Halbfinale erreicht, vor der monatelangen Unterbrechung der Tour wegen der Coronavirus-Pandemie aber gegen Thiem verloren. "Ich bin natürlich froh, aber der Job ist noch nicht erledigt", sagte Zverev dem ARD-Hörfunk. "Ich möchte noch ein Match gewinnen, und das wird das schwerste. Aber ich bin bereit."

Erster deutscher Finalist seit Stich 1994

Der Weltranglisten-Siebte zog als erster deutscher Tennisspieler seit dem Hamburger Michael Stich 1994 in Flushing Meadows in das Finale ein. Letzter deutscher Turniersieger bei den US Open war Boris Becker im Jahr 1989. Der dreimalige Wimbledon-Champion hob vor allem die mentale Leistung Zverevs hervor, der erstmals in seiner noch jungen Karriere einen 0:2-Satzrückstand noch aufholte. "Ich habe mir nach zwei Sätzen schon Sorgen gemacht. Er ist dann vom Platz gegangen, aber er kam anders zurück. Er hatte dann eine andere Körpersprache. Insgesamt blieb er auch in den kritischen Phasen sehr ruhig", sagte Becker bei "Eurosport".

"Es ist unglaublich, was Alexander Zverev für ein Mentalitätsmonster geworden ist." Boris Becker bei "Eurosport" über Zverev

Zverev ist der jüngste Grand-Slam-Finalist seit Novak Djokovic vor zehn Jahren bei den US Open und der erste Deutsche im Endspiel seit Rainer Schüttler vor 17 Jahren bei den Australian Open.

"Ich wusste gar nicht, was los war"

Dabei war er miserabel in die Partie gestartet. "Ich konnte es nicht glauben, als ich 0:2 in Rückstand geriet. Ich wusste gar nicht, was los war. Als ich 3:6, 2:6 hinten lag, habe ich mir gedacht, so kann ich ein Grand-Slam-Halbfinale nicht beenden. Ich hatte keine Chance, ich habe schlecht gespielt. Aber ich bin in meinem ersten Grand-Slam-Finale, das ist das Wichtigste", sagte Zverev.

Nach dem verlorenen zweiten Satz verließ er den Platz - und kam regelrecht verwandelt wieder. Er wurde nun stärker, spielte präziser und leistete sich weniger Fehler. Vor dem fünften Durchgang musste sich Carreño Busta am Rücken behandeln lassen und nahm eine dreiminütige medizinische Auszeit. Zverev nutzte diese Schwächephase und ging mit einem Break sofort 1:0 in Führung. Den ersten Matchball ließ Zverev wenig später noch ungenutzt, dann landete eine Rückhand des Spaniers im Netz.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 12.09.2020 | 07:25 Uhr

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