Stand: 10.12.2019 14:15 Uhr

Esther Henseleit: Senkrechtstarterin der Golfszene

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Eilt von Erfolg zu Erfolg: Golfspielerin Esther Henseleit aus Hamburg.

Senkrechtstarterin, anders kann man Esther Henseleit eigentlich gar nicht umschreiben. Die 20 Jahre alte Hamburgerin gilt schon lange als das größte deutsche Golftalent. Ihr erstes Jahr auf der Ladies European Tour (LET) hat den Hype um die Nachwuchshoffnung vom Hamburger Golf-Club Falkenstein nicht gerade kleiner werden lassen: Mit neun Top-Ten-Platzierungen, darunter viermal der zweite Rang, und nicht zuletzt ihrem ersten Turnisersieg am vergangenen Wochenende bei den Magical Kenya Open sicherte sich Henseleit in ihrer Debüt-Saison den LET-Gesamtsieg. Das war vor ihr erst zwei Spielerinnen gelungen.

Henseleit: "Besser hätte es nicht laufen können"

"Die Saison mit einem Turniersieg zu beenden, ist das beste Gefühl, das man sich vorstellen kann", sagte die 20-Jährige. "Rookie des Jahres und Tour-Gesamtsiegerin zu werden, ist wirklich unglaublich. Besser hätte es nicht laufen können."

2020 auf der US-Tour dabei

Mindestens ebenso wichtig: Henseleit hat sich durch ihre Erfolge die Tourkarte für die kommende LPGA-Saison gesichert. Auf der nordamerikanischen Profi-Golftour der Frauen winken weitaus höhere Preisgelder als auf der LET-Tour, bei der die gebürtige Oldenburgerin gut 200.000 Euro einspielte. Zudem haben die LPGA-Ergebnisse ein höheres Gewicht für die Platzierung in der Weltrangliste.

Henseleit: "Habe schon extrem gut gespielt"

Vor allem die Art und Weise, wie Henseleit in Kenia ihren ersten großen Profisieg einfuhr, war bemerkenswert. Mit sieben Schlägen Rückstand auf die führende Schwedin Julia Engström war sie auf die letzte Runde gegangen. Um den Tour-Gesamtsieg perfekt zu machen, zählte allerdings nur der Turniertriumph. Doch unter Druck blühte die Hamburgerin erst richtig auf und legte eine furiose Aufholjagd hin. Am Ende stand eine 64er-Runde - Platzrekord und ihre bisher besten 18 Löcher auf der LET-Tour. "Ich habe schon extrem gut gespielt. Ich bin richtig zufrieden", so Henseleit, die allein für den Sieg in Kenia 45.000 Euro Preisgeld kassierte.

Olympia ist das Ziel

Ein überragender Abschluss eines überragenden Jahres für die Norddeutsche. "Jetzt bin ich erst mal froh, dass die Saison vorbei ist", sagte Henseleit. Nun sei ein bisschen Zeit zum Ausruhen, um dann im Januar oder Februar neu zu starten. Die Marschroute für 2020 ist klar: Auf der US-Tour ankommen und "dann gibt es ja auch noch so etwas wie Olympia", wie Henseleit bereits Anfang 2019 in einem Interview mit dem "Golf-Magazin" angab.

Damals wurde die Hamburgerin allerdings gefragt, wo sie in fünf Jahren sein möchte. Macht Henseleit in den USA da weiter, wo sie in Europa aufgehört hat, könnte allerdings schon Tokio ein Thema für die Senkrechtstarterin der Golfszene sein.

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NDR Info | 09.12.2019 | 16:00 Uhr