Angelique Kerber beim Training in Melbourne © IMAGO / Paul Zimmer

"Eine andere Welt" - Kerber genießt Australien ohne Corona-Sorgen

Stand: 02.02.2021 13:34 Uhr

Angelique Kerber startet in Australien ins Tennis-Jahr 2021, in einer gefühlt anderen Welt. Strikte Maßnahmen und niedrige Corona-Zahlen ermöglichen Kerber und Co. Down Under ein fast normales Leben und einen Saisonauftakt vor Zuschauern.

"Wenn man aus Europa kommt, ist es ein bisschen wie eine andere Welt", sagte die Kielerin, die am Mittwoch bei der Grampians Trophy, einem Vorbereitungsturnier für die Australian Open (ab dem 8. Februar), in die Saison startet. "Man kann rausgehen, Restaurants und Bars besuchen. Alles ist offen."

Einfach vor die Tür gehen, ein Luxus, den Kerber nach ihrer Ankunft auf dem fünften Kontinent erst einmal nicht genießen konnte. Als die Nummer 25 der Weltrangliste am 15. Januar in Melbourne landete, gehörte sie zu den mehr als 70 Spielerinnen und Spielern, die aufgrund von Infektionsfällen auf den Flügen ihr Hotelzimmer für die folgenden zwei Wochen nicht verlassen durften.

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"Mitternachts-Tennis" nach der Quarantäne

Verständlich, dass die Kielerin am vergangenen Freitag keine Minute länger in ihren vier Wänden ausharren wollte, als die Quarantäne endete. Sie schnappte sich ihren Schläger und ging zum "Mitternachts-Tennis" auf den Trainingsplatz. Auch den obligatorischen Besuch am St. Kilda Beach holte die 33-Jährige nach und gönnte sich ein paar schöne Stunden mit Sonnenuntergang am malerischen Strand.

Australien kommt durch die Pandemie

Australien ist bisher vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern wurden laut Johns-Hopkins-Universität bisher erst 28.824 Ansteckungen und 909 Todesfälle registriert. Im Bundesstaat Victoria mit seiner Hauptstadt Melbourne gibt es nach Behörden-Angaben aktuell 22 aktive Corona-Fälle.

Extra-Turnier für Kerber und Co.

Ab Mittwoch geht es für Kerber bei der Grampians Trophy dann wieder um Weltranglistenpunkte und Preisgeld. Das Turnier wurde eigens für die Profis geschaffen, die wie sie in der "harten Quarantäne" waren. Ohne die Möglichkeit zu trainieren. In ihrem ersten Match trifft die ehemalige Weltranglistenerste auf die Tschechin Katerina Siniakova, Nummer 59 der Welt. "Ich kann momentan tatsächlich gar nicht einschätzen, wo ich stehe", sagte Kerber.

Sie will es vorsichtig angehen lassen. "Jetzt ist es wichtig, Matches zu spielen, einen Rhythmus zu finden und sich vor allem nicht zu verletzen", sagte die Deutsche. Die ersten Einheiten auf dem Court nach dem zweiwöchigen Hotelzimmer-Fitnessprogramm haben sich bemerkbar gemacht. "Als ich nach meinem ersten Training aufgewacht bin, dachte ich: 'Okay, Tennis ist wirklich ein harter Sport'. Ich habe meinen ganzen Körper gespürt", berichtete die Kielerin mit einem Lachen. "Jetzt, ein paar Tage später, fühlt es sich aber wieder okay an."

Kerber freut sich am meisten auf die Zuschauer

Die Australian-Open-Siegerin von 2016 kann es kaum erwarten, wieder vor Fans zu spielen. Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres soll vor bis zu 30.000 Zuschauern täglich stattfinden. "Das ist das, was ich wirklich sehr vermisse. Darauf freue ich mich am meisten." Die Australian Open werden Bilder einer weitgehend normalen Welt liefern. "Ich glaube, wir sehnen uns alle nach diesem Leben", sagte Kerber. Die Kielerin darf es in Australien zumindest für eine gewisse Zeit genießen.

 

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 02.02.2021 | 14:25 Uhr

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