Stand: 18.04.2013 12:30 Uhr  | Archiv

Als Diego aus 62,5 Metern traf

von Johannes Freytag, NDR.de
Diego jubelt 2007 nach seinem Traumtor gegen Alemannia Aachen aus 62,5 Metern. © Witters Foto: Witters
Diego jubelt nach seinem Traumtor gegen Aachen.

"Weltklasse", "sensationell", "einfach super" - am Abend des 20. April 2007 waren sich alle Zeugen einig: Das Tor, das Werder Bremens Ballzauberer Diego im Heimspiel gegen Alemannia Aachen aus 62,5 Metern erzielte, war nicht nur der absolute Höhepunkt der Partie, sondern auch ein Glanzlicht der Bundesliga-Geschichte. Dabei hatte der Brasilianer mit seinem Kunstschuss sogar seinen Trainer ignoriert und eines Besseren belehrt: "Gerade hatte ich auf der Bank gesagt, dass er jetzt Ruhe reinbringen müsste, dass wir den Angriff ausspielen müssten - aber Diego hatte eine bessere Idee", bekannte Thomas Schaaf.

Sternstunde zur rechten Zeit

Ein Blick zurück auf jenen 30. Spieltag der Saison 2006/2007 zeigt: Die Sternstunde kommt in Bremen gerade recht. Die Ergebnisse stimmen zwar (elf Pflichtspiele in Folge ungeschlagen, Platz zwei in der Liga hinter Schalke), werden aber oft nur zäh errungen. Außerhalb des Platzes rumort es zudem beim Herbstmeister. Die Gerüchte um einen Wechsel von Miroslav Klose zu den Bayern bestimmen die Schlagzeilen. Gegen den Aufsteiger aus Aachen tut sich das Schaaf-Team lange schwer und liegt zur Halbzeit sogar 0:1 zurück. Zahlreiche Torchancen vergeben die Bremer, auch Diego zielt (noch) schlecht. Ein Doppelpack von Daniel Jensen (50.) und Markus Rosenberg (55.) bringt kurz nach der Halbzeitpause schließlich die Wende.

Diego gedankenschnell

Diego trifft 2007 gegen Alemannia Aachen aus 62,5 Metern. © Witters Foto: Witters
Kein Zufallsprodukt: Diego hatte vor seinem Kunstschuss genau gezielt.

Aber in der dritten Minute der Nachspielzeit hat die Alemannia noch einmal eine Torchance. Jan Schlaudraff tritt einen Freistoß in den Strafraum, wo auch Aachens Keeper Kristian Nicht hingeeilt ist. Doch der Ball wird von einem Bremer aus der Gefahrenzone geköpft und landet bei Diego. Der Brasilianer läuft noch ein paar Schritte, schaut und schießt. "Als ich gesehen hatte, dass der Torhüter noch weit weg vom Tor war und ich den Ball unter Kontrolle hatte, habe ich geschossen", gibt Diego, der erst zu Saisonbeginn vom FC Porto an die Weser gewechselt war, nach dem Spiel zu Protokoll. Der sonst so zurückhaltende Schaaf ist begeistert: "Ein Tor aus dieser Entfernung habe ich noch nicht gesehen, aber da war ich nicht der einzige im Stadion."

Platz drei der Rekordliste

Diegos Tor aus 62,5 Metern reiht sich auf Platz zwei der Distanztore ein. Den Rekord hält zu dem Zeitpunkt Bremens Manager Klaus Allofs, der in seiner aktiven Zeit als Spieler 1986 für den 1. FC Köln aus knapp 70 Metern getroffen hatte. Erst 2011 fällt diese Bestmarke: Georgios Tzavellas erzielt für Eintracht Frankfurt gegen Schalke 04 ein Tor aus 73 Metern. Allerdings eher ungewollt, denn sein Schuss ist ein Pass auf Stürmer Theofanis Gekas, den dieser aber knapp verfehlt und dadurch Schalke-Keeper Manuel Neuer entscheidend irritiert. Diego hingegen hat sein Traumtor genau so gewollt: "Der Treffer steht schon mit oben auf meiner Liste. Es ist eines meiner schönsten und schwierigsten Tore."

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 20.04.2007 | 22:40 Uhr

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