Stand: 09.07.2019 12:30 Uhr

Der doppelte Wellbrock auf historischer WM-Mission

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So jubelte Florian Wellbrock bei der EM in Glasgow.

Fällt Florian Wellbrock in ein Motivationsloch, greift er zum Laptop und schaut sich das Video mit seinem famosen Triumph im EM-Finale von Glasgow vor einem Jahr über 1.500 m Freistil an. Keine 15 Minuten später fließt wieder reichlich Adrenalin durch den Körper des Schwimmers vom SC Magdeburg. "Wenn ich total kaputt bin und überhaupt nicht aus dem Bett komme, dann schaue ich mir morgens im Bad das Rennen nochmal an und weiß: Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Feuer frei!", sagt der gebürtige Bremer.

Die Farbe der Medaillen im Kopf

Das ist auch Wellbrocks Motto für die am Freitag beginnende Schwimm-WM in Südkorea. Der 21-Jährige will zuerst im Freiwasser im Ocean Park von Yeosu über 10 km das Olympiaticket lösen und möglichst eine Medaille holen, danach kämpft er im Nambu University Municipal Aquatics Center von Gwangju über 800 und 1.500 m Freistil aussichtsreich um Edelmetall. "Die Farbe habe ich im Kopf, wird aber nicht verraten", sagt er.

"Lust auf mehr"

Teaserbild für den Podcast "Go To Tokio To Go – Der ARD Olympia-Podcast" © NDR

Go To Tokio To Go – Der ARD Olympia-Podcast

Ab dem 24. Juli begleiten wir Sprint-Star Gina Lückenkemper, Ruderin Marie-Luise Dräger, Läufer Phil Grolla, Handballer Hendrik Pekeler und Schwimmer Florian Wellbrock zu den Olympischen Spielen nach Tokio - und sie uns.

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Wellbrock weiß seit dem vergangenen Jahr, wie süß Erfolg schmeckt: "Wenn man Europameister wird, dann macht das Lust auf mehr." Sollte der doppelte Wellbrock tatsächlich doppelten Erfolg haben, wäre das einmalig im deutschen Schwimmsport - und ein deutlicher Fingerzeig für die Olympischen Spiele in einem Jahr. Denn auch in Tokio plant Wellbrock den Doppelstart, den Ex-Bundestrainer Henning Lambertz aus Gründen der Trainings- und Belastungssteuerung für eine schlechte Idee hielt.

Gut für Wellbrock, dass inzwischen sein Heimtrainer Bernd Berkhahn zum Team-Chef der deutschen Schwimmer ernannt wurde. "Jetzt treffen glücklicherweise andere Leute die Entscheidung", sagt der deutsche Rekordhalter: "Ich glaube, dass es für den Verband das Beste ist, weil ich schon gezeigt habe, dass ich beide Sachen gut drauf habe."

Im Freiwasser noch ungeschlagen

Im Freiwasser ist der Magdeburger über die olympischen 10 km noch ungeschlagen, im Becken geht er über 800 und 1.500 m jeweils als Weltranglistenzweiter ins Rennen. Seine größten Konkurrenten Gregorio Paltrinieri und Michailo Romantschuk sind dabei auch seine größten Motivatoren. "Ich kann mich noch an die WM 2009 erinnern, als Paul Biedermann gegen Michael Phelps geschwommen ist. Das hat mich fasziniert und motiviert", so Wellbrock: "Jetzt schwimme ich zwar nicht gegen Biedermann oder Phelps, aber gegen andere große Namen. Das ist ein tolles Gefühl, das treibt einen jeden Tag an."

Der neue Paul Biedermann?

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Florian Wellbrock geht als deutscher Vorzeigeschwimmer in die WM.

Mit dem Erfolg wächst auch die Verantwortung. Wellbrock, der kürzlich seine Ausbildung zum Immobilienkaufmann erfolgreich abschloss, geht als deutscher Vorzeigeschwimmer in die WM - ob er will oder nicht. "Ich werde oft gefragt, ob ich jetzt der neue Paul Biedermann bin. Für mich ist das überhaupt nicht relevant", sagt er: "Ich mache auf der Tribüne nicht den Hampelmann oder schwinge irgendwelche Reden." Er wolle mit Leistung "das Team mitziehen und anspornen".

Auch Freundin Köhler schwimmt um Edelmetall

Dass seine Freundin Sarah Köhler als ebenfalls aussichtsreiche Medaillenkandidatin in Südkorea dabei ist, hilft Wellbrock. Viel Platz für die Liebe bleibt bei der WM zwar nicht, "aber nach dem Rennen und Ausschwimmen können wir auch Pärchen sein". Auf die Frage in der ZDF-Sportreportage, wer von beiden denn eine Medaille gewinnen sollte, wenn es nur eine gebe, nannte Köhler ihren Freund. Wellbrock nannte sich selbst.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 12.07.2019 | 07:25 Uhr