VIDEO: Doku über Ingrid Klimke: Wie der Vater, so die Tochter? (30 Min)

DM der Vielseitigkeitsreiter: Olympia-Probelauf in Luhmühlen

Stand: 17.06.2021 07:47 Uhr

Die deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in Luhmühlen sind gleichzeitig die Generalprobe für die Olympischen Spiele. Zuschauer werden Corona-bedingt keine dabei sein, dafür aber Bundestrainer Hans Melzer, der danach seine Auswahl für Tokio treffen muss.

Keine Option ist dabei Ingrid Klimke. Die zweimalige Team-Olympiasiegerin hat noch mit den Folgen ihres Sturzes Ende Mai bei einem Turnier in Baborówko in Polen zu tun. Die 53-Jährige aus Münster musste am Brustkorb operiert werden und fällt aus. "Ingrid ist seit Jahren ein fester Bestandteil des deutschen Teams, hat immer Punkte, immer Ergebnisse gebracht, sagte Melzer. "Sie ist schwer zu ersetzen."

Luhmühlen live im NDR

Und so wird die Titelverteidigerin fehlen, wenn heute und morgen die Vier- und auch Fünfsterneprüfung mit der Teildisziplin Dressur im niedersächsischen Vielseitigkeits-Mekka startet. Am Sonnabend (ab 14.45 Uhr, Gelände) und Sonntag (ab 15 Uhr, Springen) überträgt der NDR Sportclub im TV und hier bei NDR.de live aus Luhmühlen.

Melzer: Eine Art "Generalprobe"

Die DM ist nicht nur für Melzer eine Art Olympia-Probelauf. "Luhmühlen war und ist schon immer ein besonderes Turnier für mich", sagte der dreimalige Olympiasieger Michael Jung aus Horb.

"In diesem Jahr nimmt es so kurz vor den Olympischen Spielen noch einmal einen besonderen Stellenwert auch im Hinblick auf die Leistungsüberprüfung ein." Olympiasieger Michael Jung

Es sei gut, dass alle Reiter noch einmal gegeneinander antreten, meinte Bundestrainer Melzer. "Das macht den Vergleich leichter." Zudem entsprechen die für das Wochenende vorhergesagten Temperaturen von rund 30 Grad fast den Bedingungen, wie sie Anfang August in Tokio herrschen. "Dann ist das auch unter dem Aspekt eine richtige Generalprobe." In Japan wird allerdings noch eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit hinzukommen.

Jung, Auffarth und Krajewski? Das Team für Tokio finden

Melzer muss sich bei seinen letzten Olympischen Spielen als Bundestrainer - Ende des Jahres gibt er sein Amt nach 20 Jahren ab - auf einen neuen Modus einstellen. Anders als bei WM und EM bilden nur noch drei statt vier Paare ein Team. Es gibt kein Streichergebnis. Für Melzer wird es nach Luhmühlen darum gehen, nicht ein, sondern das richtige Team für Tokio zu nominieren. Verlässlichkeit dürfte ein wichtiger Faktor sein.

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Ingrid Klimke jubelt als Gewinnerin der deutschen Meisterschaft. © picture alliance/Philipp Schulze/dpa Foto: Philipp Schulze

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Dabei sind Jung und die ehemalige Doppel-Weltmeisterin Sandra Auffarth (Ganderkesee) erste Anwärter auf die Olympia-Plätze. Der 38-jährige Jung hat in Chipmunk und Wild Wave ebenso zwei olympia-taugliche Pferde wie Auffarth in Let's Dance und Viamant du Matz. Dazu kommt Julia Krajewski aus Warendorf, die nach dem Ruhestand ihres Erfolgspferdes Samourai du Thot in der elfjährigen Stute Amande de B’Neville eine Nachfolgerin hat. Auch der 55 Jahre alte Andreas Dibowski (Döhle) hat als Routinier mit Corrida gute Aussichten.

Ab 10. Juli Olympia-Quarantäne in Warendorf

Klar ist, dass in die vorgeschriebene einwöchige Pferde-Quarantäne vor den Spielen vom 10. Juli an in Warendorf aber mehr Paare gehen werden. "Für den Fall der Fälle", wie Melzer betonte. "Wir werden kein defensives, sondern ein sehr positives Team nehmen, das von Anfang an auf Sieg reiten wird, damit wir eine Chance haben. Die Nationen liegen alle so dicht zusammen. Wir versuchen Reiter mitzunehmen, die auch Einzelmedaillen holen können." Acht Reiter mit zehn Pferden stehen auf der Longlist und konkurrieren in Luhmühlen um die Plätze.

Viele Briten Corona-bedingt nicht dabei

In Luhmühlen wird sich Melzer nur zum Teil einen Eindruck von der internationalen Konkurrenz machen können. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie verzichten zum Beispiel die meisten britischen Reiter auf einen Start. "Durch die Reisebeschränkungen werden die meisten von ihnen die Reise nicht antreten können", sagte der britische Trainer Chris Bartle.

Tim Price, Sieger der Fünfsterneprüfung 2019, will sich hingegen nicht aufhalten lassen. "Covid macht es uns wahrlich nicht leicht, nach Luhmühlen zu reisen. Aber wir sind fest entschlossen, bei diesem Top-Event an den Start zu gehen", sagte der Neuseeländer.

Fest entschlossen ist auch Klimke, nach Olympia wieder anzugreifen. "Wir haben beide schon einen Plan für die Herbst-Saison gemacht", sagte Melzer. Ende September steht im Schweizer Avenches die EM an. Dann will Klimke ihren Titel verteidigen. Und auch die Olympischen Spiele 2024 in Paris hat die Grande Dame der Buschreiter fest im Blick.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 19.06.2021 | 14:45 Uhr

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