Wolfsburgs Mathis Olimb (l.) im Zweikampf mit Dominik Uher von den Fischtown Pinguins. © nordphoto/witke Foto: Witke

DEL-Saisonstart: Pinguins und Grizzlys dürfen loslegen

Stand: 17.12.2020 10:10 Uhr

Nach zwei Terminverschiebungen infolge der Corona-Pandemie startet nun die Spielzeit in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Es ist eine Saison nach dem Prinzip Hoffnung. Auch auf die Fischtown Pinguins Bremerhaven und die Grizzlys Wolfsburg warten große Herausforderungen.

Die neue Saison steht erheblich unter dem Einfluss des Virus. Um den Reiseaufwand zu verringern, spielen die 14 Clubs in einer Nord- und Südgruppe. Neben Bremerhaven, dem Überraschungsfinalisten beim Vorbereitungsturnier, und den Grizzlys zählen auch die Eisbären Berlin, die Iserlohn Roosters, die Kölner Haie, die Krefeld Pinguine und die Düsseldorfer EG zur Nordgruppe.

In der Gruppe Süd spielen die übrigen sieben Mannschaften. Die Teams treten bis zum 19. März je viermal gegeneinander an - das bedeutet 24 Partien für jeden Club. Dann sollen - wenn nicht zu viele Partien aufgrund von Coronafällen verschoben werden müssen - je zwei Spiele gegen die Clubs der anderen Gruppe folgen, also weitere 14. Am 18. April soll die Hauptrunde enden. Vom Viertelfinale bis zum Finale wird nicht wie üblich nach dem Modus "best of seven" gespielt. Diesmal gibt es pro Serie maximal drei Spiele, zwei Siege sind also zum Weiterkommen beziehungsweise zum Titelgewinn notwendig.

Garett Festerling von den Grizzlys Wolfsburg © imago images/osnapix

AUDIO: DEL-Start in eine ungewisse Saison (3 Min)

Fischtown-Teammanager rechnet mit Verlegungen

Dreimal pro Woche wird bei den Clubs getestet. Die Kosten müssen die Vereine tragen. Spiele sollen so lange stattfinden, wie die Teams mindestens einen Torhüter und zehn Feldspieler zur Verfügung haben. "Wir werden keine reibungslose Saison erleben, das muss jedem im Vorfeld klar sein", sagte Bremerhavens Coach Thomas Popiesch vor dem Auftaktspiel der Pinguins am Freitagabend (19.30 Uhr) bei den Eisbären Berlin dem "Weser-Kurier". Eine Anspielung auf den Verlauf des Vorbereitungsturniers. Die Schwenninger Wild Wings und Berlin mussten sich zeitweilig komplett in Quarantäne begeben, drei Partien wurden ersatzlos gestrichen. "Es wird mit Sicherheit die eine oder andere Verlegung geben", glaubt auch Fischtown-Teammanager Alfred Prey.

Für Pinguins "geht es um das finanzielle Überleben"

Die Seestädter rechnen in der neuen Saison wie alle Clubs mit einem Verlust. "Es geht in diesem Jahr darum, finanziell zu überleben. Dass wir kostendeckend arbeiten, ist eine Utopie", sagte Geschäftsführer Hauke Hasselbring der "Nordsee-Zeitung". "Wir können das Minus so im Rahmen halten, dass wir überleben können. Nur darum geht es."

Wegen der Pandemie haben die Clubs nun doch eine gesamte Saison ohne Zuschauer geplant. Das galt lange als undenkbar. Die eigentlich dringend benötigten Zuschauer-Einnahmen, der größte Anteil am 4,5-Millionen-Euro-Etat der vergangenen Saison, wird es nicht geben. Lediglich die Hotelkosten werden geringer ausfallen. "Wir haben mit neun Übernachtungen geplant. In einer normalen Saison sind es 18 oder 19. Das senkt das Infektionsrisiko und senkt die Kosten", so Prey.

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Auch für Grizzlys Wolfsburg "eine extreme Situation"

"Es ist eine extreme Situation für uns alle, aber auch für den Sport. Ich sage mit Stolz - und auch mit einem Dank an die Geschäftsführung und die Mitarbeiter der Grizzlys - dass wir eine der ersten Mannschaften waren, die in der Lage waren, zu starten. Dahingehend wurde schnell eine Übereinkunft mit den Spielern gefunden", erklärte Klaus Mohrs, Aufsichtsratsvorsitzender der Grizzlys Wolfsburg und Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg. Zu verdienen gibt es für die Spieler der DEL-Clubs allerdings nicht viel: Sie verzichten auf bis zu 60 Prozent ihres Einkommens, damit eine Saison ohne Zuschauer überhaupt stattfinden kann.

"Mitte Dezember hat man normalerweise schon die Hälfte der Saison gespielt. Wir haben zweimal hochgefahren und zweimal wieder runter, haben zweimal die Spieler in Kurzarbeit geschickt. Das war auch mental schwierig. Jetzt wieder hochzufahren, sich wieder neu vorzubereiten, war für die Spieler nicht ganz einfach." Grizzlys-Manager Charly Fliegauf

Coach Cortina: "Wir haben viel Energie"

Anders als Bremerhaven hat Wolfsburg ohne Verteidiger Jannik Möser (Herzmuskelentzündung, vermutlich als Folge von Corona) im Aufwärm-Turnier enttäuscht. Mit nur einem Sieg war nach der Vorrunde Schluss. "Unsere Ergebnisse in der Vorbereitung waren nicht gut. Wichtig ist aber auch, wie die Mannschaft reagiert hat. Die vergangene Trainingswoche war eine sehr gute für uns, das gilt auch für den Start in diese Woche. Wir sind fokussiert, haben viel Energie und sind um das gegnerische Tor herum effizienter als noch vor zwei Wochen", sagte Grizzlys-Coach Pat Cortina. Den Beweis wollen die Niedersachsen am Sonntag (19.30 Uhr) erbringen, im Heimspiel gegen Krefeld.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 18.12.2020 | 23:03 Uhr

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