Gerrit Fauser (v.r.) von den Grizzlys Wolfsburg jubelt mit Anthony Rech und Mathis Olimb © picture alliance/dpa Foto: Andreas Gora

DEL: Grizzlys Wolfsburg greifen nach erstem Meister-Titel

Stand: 02.05.2021 17:53 Uhr

Den Grizzlys Wolfsburg fehlt nur noch ein Sieg zur ersten deutschen Eishockey-Meisterschaft der Club-Geschichte. Die Niedersachsen gewannen am Sonntag das erste Final-Spiel bei den Eisbären Berlin in der Overtime mit 3:2 (0:0, 1:0, 1:2) - und können schon am Mittwoch den Titel perfekt machen.

von Florian Neuhauss

Die Mannschaft des ehemaligen Nationaltrainers Pat Cortina ist in dieser Saison der Angstgegner der Eisbären: Im nunmehr fünften direkten Vergleich siegte Wolfsburg zum fünften Mal. Schon die beiden Duelle zuvor in der Hauptstadt hatten die Grizzlys, die zum vierten Mal nach 2011, 2016 und 2017 in den Play-off-Endspielen dabei sind, mit 3:2 für sich entschieden. Deshalb galten die Eisbären, die in der Hauptrunde mit großem Vorsprung Rang eins der Nord-Gruppe belegt hatten, in der Serie "best of three" auch allenfalls als leicht favorisiert.

In der zweiten Final-Partie um die 100. deutsche Meisterschaft haben die Grizzlys am Mittwoch (19.30 Uhr) Heimrecht. Ein mögliches Entscheidungsspiel stünde am kommenden Freitag (19.30 Uhr) an.

"Das war für uns ein superwichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber der größte und schwerste kommt noch." Gerrit Fauser

Wolfsburg verspielt zwei Führungen

Die Eisbären begannen abwartend und nicht auf ihrem allerhöchsten Niveau, machten es sich zudem im zweiten Drittel mit Strafzeiten selbst schwer. Die Grizzlys nutzten das aus und gingen so im zweiten Abschnitt nicht unverdient mit 1:0 in Führung. Im zweiten Powerplay hintereinander staubte Nationalstürmer Gerrit Fauser ab (34.). Die Führung hielt bis fünf Minuten vor dem Ende. In Wolfsburger Unterzahl fand ein Schuss von Marcel Noebels den Weg ins Gäste-Tor. Die Norddeutschen schlugen zwar schnell zurück: In der 58. Minute traf Garrett Festerling zum 2:1. Aber wieder verspielte Wolfsburg die Führung, 39 Sekunden vor der Schlusssirene erzielte Zach Boychuk das 2:2.

Die Overtime wurde dann zum Feuerwerk der Großchancen, bei denen der Berliner Mathias Niederberger und sein Pendant Dustin Strahlmeier fast im Minutentakt ihre Klasse zeigten. Die Entscheidung brachte eine Einzelleistung kurz vor dem Ende der ersten Verlängerung von Julian Melchiori, der mit seinem Treffer das Tor zum Titel ganz weit aufstieß. "Es war eine hart umkämpfte Partie, da geht's von Anfang an um viel. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Der letzte Biss hat den Ausschlag für uns gegeben", bilanzierte Kapitän Sebastian Furchner.

1:0-Führung neue Erfahrung für die Grizzlys

Für die Wolfsburger Überraschungsfinalisten ist die Situation in diesen Play-offs neu. Bisher mussten sie stets einem Rückstand hinterherlaufen. Im Viertelfinale gegen Nordkonkurrent Bremerhaven setzte es im ersten Spiel eine Niederlage, die Serie ging aber an Wolfsburg. Und gegen den großen Titelfavoriten Adler Mannheim mit dem ehemaligen Grizzlys-Coach Pavel Gross wiederholte sich die Geschichte. Das erste Duell der Vorschlussrunde beim Meister von 2019 verloren die Niedersachsen deutlich mit 1:4. Doch sowohl das Heimspiel als auch das Entscheidungsspiel in Nordbaden ging an die Norddeutschen. Im zweiten Spiel gegen die Eisbären können die Wolfsburger nun die Titel-Sause in der eigenen Arena perfekt machen.

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