Stand: 26.05.2012 21:35 Uhr  | Archiv

Burchert: "Ich trage an den Toren keine Schuld"

Hertha-Keeper Sascha Burchert (M.) klärt vor Hamburgs Marcus (l.). David Jarolim steht schon bereit. © imago/Bernd König
Hamburgs David Jarolim (r.) wartet nach der Rettungsaktion von Sascha Burchert (M.) auf den Ball.

Eigentlich begann das Bundesliga-Auswärtsspiel des Hamburger SV bei Hertha BSC am 4. Oktober 2009 denkbar schlecht. Keine zehn Minuten waren gespielt, da verwertete Nationalverteidiger Arne Friedrich eine Vorlage von Adrian Ramos zum 1:0 für die Gastgeber. Doch die Berliner waren es, die die Hanseaten wieder ins Spiel brachten. HSV-Verteidiger Jerome Boateng schlug den Ball unmotiviert von der Mittellinie in den Straraum der Hausherren. Hertha-Keeper Timo Ochs kam heraus und hätte das Leder problemlos fangen können, wenn nicht Kaka dazwischen gegangen wäre. Sein offenbar als Rückgabe gedachter Kopfball landete zum Ausgleich im Netz (22.). Und das war nur der Anfang bei 3:1-Erfolg der Hamburger, die einen der glücklichsten Siege in der Bundesliga überhaupt feierten. "Die Gegentore werden in die Bundesliga-Geschichte eingehen", sagte Hertha-Manager Michael Preetz nach der Partie und sprach dabei nicht vom Eigentor.

Burchert kommt für verletzten Ochs

Hertha - HSV 1:3 (1:3)

Tore: 1:0 Friedrich (9.), 1:1 Kaka (24./Eigentor), 1:2 Jarolim (38.), 1:3 Zé Roberto (40.)
Zuschauer: 49.208
Hertha: Ochs (33. Burchert) - Friedrich, Kaka, von Bergen, Pejcinovic - Dardai - Ebert, Kacar, Nicu (55. Cesar) - Raffael (70. Domovchiyski) - Ramos
HSV: Rost - Demel, Boateng, Mathijsen, Aogo - Jarolim, Zé Roberto - Torun, Elia (89. Tavares) - Petric (63. Trochowski), Berg (78. Pitroipa)

Zum Mann des Abends avancierte nämlich einer, der eigentlich gar nicht spielen sollte: Hertha-Ersatztorwart Sascha Burchert. Der 19-Jährige hatte zwei Spieltage zuvor beim 0:4 gegen den SC Freiburg sein Debüt gegeben. Bei der Niederlage war der Youngster der beste Herthaner auf dem Platz. Als er gegen den HSV nach 33 Minuten für Timo Ochs, der sich einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, eingewechselt wurde, dachte sich auch niemand etwas Böses. Doch Burchert traf der "Götterzorn", wie es die "Zeit" hinterher formulierte. Noch vor der Halbzeit war die Partie zugunsten der Gäste entschieden.

Doppeltes Missgeschick in 90 Sekunden

Hertha-Keeper Sascha Burchert (r.) klärt vor Hamburgs Marcus (l.). © imago/City-Press
Mit vollem Einsatz: Hertha-Keeper Sascha Burchert (r.) köpft den Ball weg.

Bei einem Steilpass auf HSV-Stürmer Marcus Berg reagierte Burchert gedankenschnell, eilte aus seinem Strafraum und kam vor dem Schweden mit dem Kopf an den Ball. Doch der landete 30 Meter vor dem Tor bei Hamburgs David Jarolim. Der Tscheche schoss direkt mit der Innenseite. Das Spielgerät prallte noch einmal auf, sprang aber zum 2:1 ins Netz (38.). Und wäre das nicht genug Pech für den jungen Keeper, passierte ihm dasselbe Missgeschick innerhalb von 90 Sekunden gleich noch einmal. Wieder musste Burchert vor dem heranstürmenden Berg per Kopf klären und wieder köpfte er den Ball nur vermeintlich aus der Gefahrenzone. Diesmal war Zé Roberto zur Stelle und versenkte das Leder aus dem Mittelkreis zum 3:1-Endstand im leeren Tor (40.). HSV-Schlussmann Frank Rost befand: "Ich muss für den jungen Kerl eine Lanze brechen. Er hat in den Situationen gut mitgespielt und wurde von seinen zehn Kollegen im Stich gelassen." Und so sagte auch Burchert dem "Berliner Kurier": "Ich habe meine Aufgabe gemacht. Ich habe zwei Bälle geklärt. Ich trage an den Toren keine Schuld."

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 04.10.2009 | 21:35 Uhr

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