Stand: 19.04.2020 18:45 Uhr

Brown schlägt offenbar bei Geister-Turnier auf

Als der Profisport wegen der Coronavirus-Pandemie nahezu auf der ganzen Welt bereits ruhte, schlug Tennis-Profi Dustin Brown noch in Südafrika auf. Beim Challenger-Turnier in Potchefstroom hatte sich der 35-Jährige aus dem niedersächsischen Winsen/Aller nach Siegen gegen Corentin Denolly (Frankreich) und den Österreicher David Pichler ins Viertelfinale gekämpft, als die Spielerorganisation ATP am 12. März mitteilte, alle Turniere für die kommenden sechs Wochen abzusagen. Davon betroffen waren auch die seinerzeit noch laufenden Veranstaltungen in Nur-Sultan (Kasachstan) und eben Potchefstroom. Sie wurden abgebrochen. Brown und der ebenfalls in Südafrika teilnehmende Daniel Masur (Bückeburg) packten daraufhin sofort ihre Taschen und traten die Rückreise nach Deutschland an.

Noch mindestens bis zum 13. Juli - bis dahin sind alle Turniere der ATP und der International Tennis Federation (ITF) abgesagt oder verschoben - müssen die beiden Norddeutschen warten, bis sie wieder um Weltranglisten-Punkte kämpfen dürfen. Brown kehrt offenbar dennoch viel früher auf den Court zurück.

32 Spiele in vier Tagen

Denn nach übereinstimmenden Medienberichten gehört die Nummer 239 des ATP-Tableaus zu einem achtköpfigen Starterfeld, das ab dem 1. Mai in der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Höhr-Grenzhausen ein viertägiges Showturnier bestreiten wird.

Neben Brown sollen dort unter anderem auch Yannick Hanfmann (München) sowie der aus Koblenz stammende und inzwischen für Großbritannien antretende Jan Choinski aufschlagen. Brown "retweetete" einen entsprechenden Artikel des "Telegraph". Hanfmann bestätigte bereits bei "sky" seine Teilnahme. Aufgrund von Lockerungen der Corona-Beschränkungen im Freizeitbereich darf in Rheinland-Pfalz ab Montag unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln wieder Tennis gespielt werden. Bei der Veranstaltung in Höhr-Grenzhausen, die auf den Indoor-Sandplätzen der Base Tennis Academy stattfinden soll, sind 32 Matches binnen vier Tagen hinter verschlossenen Türen geplant. Während der Begegnungen soll neben den jeweiligen beiden Spielern lediglich noch ein Schiedsrichter auf dem Platz anwesend sein. Die Matches werden live im Internet übertragen, auch Sportwetten sollen möglich sein. Die Tennis Integrity Unit, die als Anti-Korruptions-Institution im professionellen Tennis auffällige Wettbewegungen untersucht, habe den Veranstaltern laut "Telegraph" bereits bescheinigt, alle notwendigen Vorkehrungen gegen Spielmanipulationen getroffen zu haben.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 19.04.2020 | 12:25 Uhr

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