Stand: 16.02.2020 15:28 Uhr

Verdruss ade: Baskets Oldenburg heiß aufs Pokal-Finale

Anfang Februar setzten sich die Oldenburger zu Hause 93:88 gegen Berlin durch.

So oft dürfte es das in der Sportwelt noch nicht gegeben haben: Innerhalb von kaum fünf Stunden finden heute in einer Halle erst ein Eishockey- und dann ein Basketball-Spiel statt. Die Rede ist von der Arena am Berliner Ostbahnhof und den Duellen der Eisbären Berlin gegen Adler Mannheim und zwischen ALBA Berlin und den Baskets Oldenburg, die sich ab 20.30 Uhr im Finale um den BBL-Pokal gegenüberstehen. Insgesamt 250 Personen kümmern sich nicht nur darum, zwischen der Schlusssirene gegen 15.30 Uhr und dem Einwerfen um 19.30 Uhr die Halle sauber zu machen und für das Endspiel herzurichten. Um die Eisfläche abzudecken, das Basketballparkett zu verlegen und die Korbanlage aufzubauen, werden 350 Tonnen Material bewegt - 100 davon per Hand.

1.300 Oldenburger reisen nach Berlin

Basketball on Ice! Nötig macht all dies die Auslosung des Endspiels, bei der die Berliner das Heimrecht zugesprochen bekamen. Weil neben den Eisbären am selben Tag auch die Handballer der Füchse im Einsatz sind, war ein Umzug in die Max-Schmeling-Halle unmöglich. Während die Berliner jubelten, das Finale zumindest vor den eigenen Fans austragen zu können, sorgte vor allem die späte Anwurfzeit für Verdruss bei den Baskets. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt nach dem Spielende niemand mehr nach Hause.

Gemeinsam mit ihren Hauptsponsoren machten sie den Fans die Reise dennoch schmackhaft. Das Gästekontingent von 1.000 Karten war innerhalb von 36 Stunden vergriffen. Der Club subventionierte die Eintrittskarten und legte noch ein Pokalshirt drauf, 600 Fans nutzen zudem die Möglichkeit, mit einem der kostenlosen Busse zu fahren. 700 Oldenburger - 300 sicherten über den Ticketverkauf in Berlin noch eines der begehrten Tickets - legen die Strecke (rund 440 Kilometer über die A2) privat zurück.

"Finale bekommt nicht den würdigen Rahmen"

Baskets-Center Rashid Mahalbasic wertete die Unterstützung der eigenen Anhänger "schon vor dem Finale als einen Sieg für uns. Die Stadt und die Region stehen hinter uns. Für uns ist das sehr wichtig, dass wir dort nicht alleine sind", sagte der Österreicher am Freitag. Geschäftsführer Hermann Schüller meinte, man habe sich mit den Bedingungen "nun arrangiert", betonte aber: "Das Finale bekommt nicht den würdigen Rahmen." Normalerweise wird das Endspiel stets am Nachmittag angeworfen. Das obligatorische "Shootaround" in der fremden Halle, um sich vorab an die Bedingungen zu gewöhnen, wurde wegen des Eishockey-Matches in das Trainingszentrum der Berliner verlegt.

Rickey Paulding: Dritter Titel in dritter Dekade?

Bild vergrößern
2015 durfte Rickey Paulding als erster Oldenburger den Pokal in Höhe recken.

Sportlich dürfte das Finale hochklassig werden. ALBA belegt in der BBL derzeit Rang drei, die Oldenburger rangieren nur zwei Positionen dahinter. Die Europapokalstarter standen sich in der Liga bereits zweimal gegenüber, beide Male setzte sich das Heimteam durch. Der "Finalfluch" von ALBA darf den Baskets allerdings zusätzliche Hoffnung auf den zweiten Pokaltriumph nach 2015 machen. Die Berliner scheiterten zuletzt fünfmal in Serie in Endspielen (zwei in der Meisterschaft, zwei im Pokal und eins im Eurocup). "Wir freuen uns darauf. Ich denke, Alba hat einen leichten Vorteil, weil sie zu Hause spielen. Aber wir haben auf dem Weg ins Finale alle Spiele auswärts gemacht, von daher haben wir uns inzwischen daran gewöhnt", gab sich auch Rickey Paulding optimistisch. Die 36 Jahre alte Oldenburger Legende könnte nach der Meisterschaft 2009 und Pokaltriumph 2015 nun den dritten Titel mit den Baskets in der dritten Dekade gewinnen.

Weitere Informationen

Baskets Oldenburg kritisieren Berliner Hallen-Posse

Die Baskets Oldenburg müssen am 16. Februar im Finale um den BBL-Pokal zu Alba Berlin. Für die Hallensuche der Hauptstädter haben die Niedersachsen kein Verständnis. mehr

Finale! Baskets Oldenburg greifen nach dem Pokalsieg

Die Baskets Oldenburg dürfen vom zweiten Pokalsieg nach 2015 träumen. Die Niedersachsen schlugen im Halbfinale Ulm. Im Endspiel geht es am 16. Februar in der Hauptstadt gegen Alba Berlin. mehr

2015: Oldenburg erstmals Basketball-Pokalsieger

Die Baskets Oldenburg haben erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Basketball-Pokal gewonnen. Die Niedersachsen setzten sich im Finale des Top-Four-Turniers in eigener Halle gegen Bamberg mit 72:70 durch. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 16.02.2020 | 22:50 Uhr