Stand: 14.01.2020 15:38 Uhr

Baskets Oldenburg kritisieren Berliner Hallen-Posse

Auswärts. Zumindest das steht für die Baskets Oldenburg fest. Aber das ist ja auch nichts Neues im Wettbewerb um den Pokal der Basketball-Bundesliga. In den drei bisherigen Runden musste das Team von Baskets-Chefcoach Mladen Drijencic stets in der Fremde antreten, im Achtelfinale bei den Merlins Crailsheim (86:75), danach bei den Baskets Bonn (88:81) und am Sonntag im Semifinale in Ulm (84:76). Wo genau die Niedersachsen aber am 16. Februar gegen Alba Berlin das Endspiel um den BBL-Pokal bestreiten werden, steht keine fünf Wochen vor dem großen Ereignis noch nicht fest. Bizarr genug ist schon, dass einer der beiden Finalteilnehmer Heimrecht genießt. Auf Berlin fiel das Los. Doch daraus ergab sich ein Problem: Die beiden möglichen Spielstätten in der Hauptstadt sind aktuell noch belegt. Eine baldige Lösung muss her.

Baskets-Geschäftsführer Schüller sauer

Die Arena als regelmäßige Heimspielstätte von Alba Berlin ist durch den Klassiker der Deutschen Eishockey-Liga Eisbären gegen die Adler Mannheim belegt.

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In der Max-Schmeling-Halle, in die Alba vereinzelt ausweicht, ist bislang die Partie der Füchse gegen den SC Magdeburg in der Handball-Bundesliga angesetzt. Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller kritisierte das Verhalten der Berliner: "Bis letzte Woche waren alle vier Halbfinalisten aufgefordert, der Liga eine Heimspiel-Lösung zu präsentieren. Drei Clubs haben das getan, Berlin sucht noch..." Die Niedersachsen befürchten, dass Alba die Partie nun am Sonntagabend ansetzt - zum Nachteil der Fans: "Wer am Montagmorgen arbeiten muss, kann im Normalfall diese Reise nicht antreten", erklärte Schüller.

Die BBL dürfe sich "nicht ausschließllich an den Bedürfnissen des Heimteams " orientieren, so der Appell der Oldenburger. BBL-Geschäftsführer Stefan Holz zeigte sich zuversichtlich: "Alba ist jetzt gefordert, eine Halle zu organisieren und das Heimrecht wahrzunehmen. Ich gehe davon aus, dass sie Himmel und Hölle in Bewegung setzen, dies zu ermöglichen." Seit der vergangenen Saison wird der Pokalsieger nicht mehr in einem Top Four an einem Ort gekürt. Stattdessen wird der Ausrichter unter den beiden Finalteilnehmern ausgelost. Dies sei "nicht der Weisheit letzter Schluss", gestand Holz zum wiederholten Male.

Heimrecht könnte an Baskets Oldenburg gehen

Deshalb denkt die BBL über Änderungen für zukünftige Auflagen des Cups nach. "Wir prüfen, ob wir einen neutralen Standort für das Pokalfinale hinbekommen. Wir reden mit Hallen und schauen, ob wir zu einem Deal kommen, der Sinn macht", sagte Holz. "Ob dies schon 2021 stattfindet oder 2022, wissen wir noch nicht." Vielleicht aber kommt aber die Austragung an einem neutralen Standort noch viel früher, am 16. Februar eben.

Wenn Berlin in der Hauptstadt oder einer anderen Stadt keine Halle finden sollte, die den BBL-Standards mit mindestens 3.000 Zuschauern entspricht, könnte das Heimrecht theoretisch getauscht und nach Oldenburg vergeben werden. Die Baskets wollten das gesamte Thema aber vorerst nicht kommentieren. Zu medialen Spekulationen, dass das Finale in Hamburg ausgetragen wird, wollte sich ebenfalls keiner der Beteiligten äußern. Die Arena im Volkspark, die größte der Stadt, ist allerdings ohnehin durch ein Konzert der Band Slipknot belegt.

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NDR Info | 13.01.2020 | 14:00 Uhr