Stand: 12.04.2015 21:57 Uhr

Oldenburg erstmals Basketball-Pokalsieger

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Oldenburgs Spieler feiern den Pokalsieg.

Die Baskets Oldenburg haben ihren Heimvorteil genutzt und sind nach einem Basketball-Krimi erstmals deutscher Pokalsieger. Die Niedersachsen setzten sich am Sonntag im Finale des Top-Four-Turniers völlig überraschend gegen die favorisierten Baskets Bamberg mit 72:70 (34:34) durch. "Das kommt mir wie ein Traum vor. Ich fasse es noch nicht", war Mladen Drijencic nach dem Sensationssieg überwältigt.

Der Trainer erhielt nach dem Herzschlagfinale von Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller ein Versprechen: "Das ist ein großer Verdienst von Mladen, dem ich gerade gesagt habe, dass er den Vertrag für nächste Saison sicher hat", erklärte Oldenburgs Macher. Auch die Spieler waren überglücklich: "Wir haben gekämpft, alles gegeben. Wir sind zurück, wir haben gesehen, was Oldenburg kann", sagte der Center Philipp Neumann dem ZDF. Und Philip Zwiener ergänzte: "Das sind Emotionen pur. Es war eine unglaubliche Teamleistung. Jetzt wird gefeiert."

Furioses erstes Viertel des Drijencic-Teams

Die Oldenburger starteten furios in die Partie. Der Außenseiter zeigte im ersten Viertel eine exzellente Defensivarbeit und bestach durch seine Abschlüsse aus der Distanz. Nach zehn Minuten schlugen fünf Dreipunkte-Würfe für die Niedersachsen zu Buche, die mit 24:17 führten. Im zweiten Abschnitt konnte das Drijencic-Team sein bis dato sehr hohes Niveau nicht mehr ganz halten. Es schlichen sich einige Unkonzentriertheiten in das Aufbauspiel ein. Zudem fehlte nun die Präzision im Abschluss. Die abgeklärten Franken nutzten die Schwächephase der Norddeutschen umgehend aus. Bradley Wanamaker gelang mit einem Korbleger die erste Führung für den sechsmaligen deutschen Meister (28:26/17.). Kurz darauf erhöhte Trevor Mbakwe per Dunking. Der Bundesliga-Tabellenführer hinterließ in dieser Phase einen sehr stabilen Eindruck. Doch in den letzten zwei Minuten vor der Pause kämpfte sich Oldenburg zurück in die Partie und konnte noch egalisieren.

Dramatisches Schlussviertel

Baskets Oldenburg - Baskets Bamberg 72:70 (34:34)

Baskets Oldenburg: Ware 13, Neumann 12, Stuckey 9, Zwiener 9, Paulding 8, Kramer 8, Chubb 8, Aleksandrov 3, Smeulders 2
Baskets Bamberg: Wanamaker 19, Strelnieks 16, Miller 10, Mbakwe 8, Robinson 6, Harris 5, Thompson 3
Zuschauer: 6.000

Die 6.000 Zuschauer sahen auch nach der Halbzeit leidenschaftlichen Einsatz der Gastgeber. Das Bamberger Starensemble schien beeindruckt von der Gegenwehr des BBL-Siebten. Die vielen leichten Fehler unter dem Oldenburger Korb waren jedenfalls untypisch für die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri, der nach einem Korbleger von Adam Chubb zum 43:39 für die Niedersachsen eine Auszeit nahm und eindringlich auf seine Profis einredete (24.). Es folgte zwar keine Leistungsexplosion der Franken, aber immerhin der erneute Umschwung. Und wie schon im zweiten Viertel gründete er auch darauf, dass die Gastgeber zunehmend schwächer und überhasteter abschlossen. Vor dem letzten Abschnitt führte der Favorit knapp mit 54:51. Es folgte ein dramatischer Schlussakt. Bamberg zog zunächst auf acht Zähler davon und schien endgültig auf der Siegerstraße zu sein. Aber Oldenburgs Widerstand war längst nicht gebrochen. Das Drijencic-Team rief seine letzten Reserven ab und konnte zunächst durch Chris Kramer ausgleichen (64:64/37.) und kurz darauf durch Freiwürfe des wie bereits im Halbfinale sehr starken Centers Neumann mit 67:64 in Führung gehen. Es blieb bis zur letzten Sekunde spannend, dann verfehlte der Dreipunktewurf von Dawan Robinson das Ziel und die Niedersachsen durften ihren ersten Pokalsieg feiern.

Berlin gewinnt Spiel um Platz drei

Im Spiel um Platz drei hatte sich am Sonntagmorgen der entthronte Titelverteidiger Alba Berlin mit 85:69 (42:37) gegen die Baskets Bonn durchgesetzt. Erfolgreichster Schütze der Hauptstädter war Reggie Redding mit 15 Zählern, bei Bonn punktete nur Angelo Caloiaro (11) zweistellig. Alba-Coach Sasa Obradovic gönnte im sportlich bedeutungslosen Spiel auch Ersatzkräften Einsatzzeit. "Es ist eigentlich eine Strafe, nochmal um die goldene Zitrone zu spielen", sagte Berlins Geschäftsführer Marco Baldi.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrages hatten wir beim Bamberger Trainer den falschen Namen genannt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 12.04.2015 | 22:50 Uhr

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