Stand: 17.09.2019 19:18 Uhr

Basketball: Rostock Seawolves greifen wieder an

von Tobias Blanck

In der vorigen Saison schafften es die Seawolves bis ins Play-off-Viertelfinale. In dieser Spielzeit wollen sie wieder angreifen. (Archivbild)

Fünf Monate ist das Aus im Play-off-Viertelfinale gegen den späteren Aufsteiger aus Hamburg mittlerweile her. Am Sonntag starten die Rostock Seawolves gegen Science City Jena in ihre zweite Saison in der zweithöchsten deutschen Basketball-Liga. Die Fans müssen sich dabei zum Start in die neue Spielzeit an viele neue Gesichter gewöhnen. Die letzten Aufstiegshelden von 2018, die den Sprung von der Pro B in die Pro A schafften, mussten gehen. Die Ansprüche in der Hansestadt wachsen immer weiter.

"Haben einen besseren Kader als in der Vorsaison"

So verließen neben Kapitän Jordan Talbert, Chris Frazier, Dennis Teucher, Darian Cardenas genauso wie Publikumsliebling Yannick Anzuluni, Kevin Bryant, Oliver Clay, Terrell Harris und Tony Hicks die Seawolves. Viel Arbeit für das Trainerteam um Milan Škobalj und Manager Jens Hakanowitz, der mit der neuen Kaderzusammenstellung jedoch sehr zufrieden ist. "Es ist klasse, wie gut die Stimmung trotz des großen Umbruchs im Team ist. Wir haben einen besseren und ausgeglicheneren Kader als in der Vorsaison. Es macht derzeit richtig Spaß, aber wird sich natürlich mit den ersten Pflichtspielen auch zeigen, wie weit wir schon sind."

Neuzugänge heiß auf "nächstes aufregendes Kapitel"

Auffällig bei den Neuzugängen ist vor allem Malik Pope, der mit seiner Körpergröße von 2,08 Metern alle anderen im Team überragt. Außer eines Kurz-Engagements in Griechenland vor einem Jahr spielte der 23-jährige Pope bisher ausschließlich in den USA. Ein echter Hingucker ist aber vor allem auch der Kleinste im Team: Chase Adams. Gerade einmal 1,78 Meter hat der 30-jährige US-Amerikaner zu bieten, der bereits seit 2010 in Deutschland spielt. "Ich könnte mit diesem Team und den Coaches nicht glücklicher sein", ließ Adams schon kurz nach der Verpflichtung durchblicken und möchte mit den Seawolves das "nächste aufregende Kapitel" in seiner Karriere schreiben.

Bundesliga-Erfahrung an die Ostsee geholt

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Das Trainer-Team um Milan Škobalj hat den Seawolves-Kader umgekrempelt. (Archivbild)

Ebenfalls neu sind Haris Hujic (22), der sogar schon Erstliga-Luft in Oldenburg schnuppern durfte, und Mauricio Marin (25). Nach lehrreichen Jahren bei ALBA Berlin und dem FC Bayern München spielte Marin in den vergangenen Jahren auch für Clubs aus der Bundesliga wie Tübingen und Gießen, bevor er im Frühjahr noch einige Spiele für den ersten Seawolves-Gegner Jena bestritt. "Mit Mauricio bekommen wir einen guten Dreier-Schützen, der nach drei Jahren Basketball-Bundesliga nun darauf brennt, eine größere Rolle in der Pro A zu übernehmen", schildert Hakanowitz die Gründe für eine Verpflichtung des 25-Jährigen. Ebenfalls neu im Team sind der physisch starke und erfahrene Donte Nicholas (32, USA), der 2,06 Meter große Grant Sitton (26, USA) und Center Kalidou Diouf (25, Deutschland).

Denkwürdige Tests und neue Trainingsstätte in Bargeshagen

Nach vielen erfolgreichen Testspielen zum Beginn der Vorbereitung war der Auftritt gegen den Champions-League-Vertreter RASTA Vechta am 31. August das Highlight der vergangenen Wochen. Im Rahmen des 25. Vereinsgeburtstags des EBC Rostock war erstmals ein Erstligist zu Gast in der Rostocker Stadthalle. Trotz der 71:93-Niederlage der Seawolves war es ein denkwürdiger Abend für die 2.500 Fans und für Vereinspräsident André Jürgens, der als Gründungsmitglied den sportlichen Aufschwung von Anfang an miterlebt hat. Als "Riesen-Schritt" empfinden die Club-Verantwortlichen zudem vor allem den Einzug in die neue Traininingsstätte in Bargeshagen. Dort können die Teams des Clubs jetzt jederzeit trainieren.

Nicholas Buchholz - ein vielversprechendes Talent

Dank der intensiven Nachwuchsarbeit zählt der Verein zudem mit 619 aktiven Mitgliedern zu den größten Basketballclubs Deutschlands. Mit Nicholas Buchholz steht ein großes Talent im Kader des Zweitligisten. Der 17-Jährige bekam in der vergangenen Saison bereits seine ersten Minuten auf dem Spielfeld. Es gibt also berechtigte Hoffnungen, dass in der Zukunft neben den vielen US-Verpflichtungen auch ein Spieler aus Mecklenburg-Vorpommern zu regelmäßigen Einsätzen für die Seawolves kommt. "Ich freue mich schon riesig darauf zu sehen, wenn er seine ersten Punkte für uns erzielt", so Manager Hakanowitz.

Rostock will wieder in die Play-offs

Die anstrengende Saisonvorbereitung endete am vergangenen Wochenende mit zwei Tests in Dänemark. "Jetzt freuen wir uns, dass die neue Saison endlich losgeht", fiebert Martin Bogdanov dem Start der neuen Spielzeit entgegen. Im Duell mit dem Bundesliga-Absteiger aus Jena wird sich gleich zeigen, ob die Seawolves auch in dieser Saison mit den besten Teams der Liga mithalten können. Als Ziel hat Manager Hakanowitz das Erreichen der Play-offs ausgegeben. Die härtesten Konkurrenten um die vorderen Plätze sind seiner Ansicht nach Chemnitz und Jena, aber auch Bremerhaven und Heidelberg hätten großes Potenzial. In den nächsten zwei bis drei Jahren soll dann sogar der Aufstieg in die erste Basketball-Bundesliga angepeilt werden.

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Dieses Thema im Programm:

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