Stand: 12.05.2020 17:36 Uhr

Basketball: Aus dem Schatten ins Schaufenster

Rickey Paulding von den Baskets Oldenburg (M.) © imago images/Camera 4 Foto: Tilo Wiedensohler
Vor der Corona-Krise: Oldenburgs Rickey Paulding (M.) setzt sich gegen zwei Berliner durch.

Leicht hatte es der Basketball in Deutschland in all den Jahren nicht gerade. In der Rangliste der beliebtesten Teamsportarten blieb ihm zumeist nur der vierte Platz. Ungefährdet auf Position eins der Fußball, danach Handball und Eishockey. Und auf dem vierten Rang, der im Sport so häufig als undankbar beschrieben wird, das rasante Spiel der Korbjäger. Auch diese Reihenfolge hat dazu beigetragen, dass die Saison in der Basketball-Bundesliga (BBL) in Zeiten der Corona-Pandemie nicht abgebrochen wurde, dass die Spielzeit Anfang Juni in München fortgesetzt wird.

Das dortige Turnier mit den Baskets Oldenburg, Rasta Vechta, BG Göttingen und sieben weiteren Teams, die in zwei Fünfergruppen um die deutsche Meisterschaft kämpfen, wird im Basketball als Gelegenheit begriffen. Nach dem Motto: Raus aus dem Schatten, rein ins Licht.

"Attraktiv für den Basketball"

Denn angesichts dessen, dass die Spielzeiten im Handball, Eishockey und Volleyball allesamt abgebrochen worden sind, ist dem Basketball nun erhöhte Aufmerksamkeit gewiss.

"Ja, ich glaube schon, dass das ein Gesichtspunkt sein könnte. Neben Fußball nur noch eine Sportart zeigen zu können - ich glaube, das ist schon attraktiv für den Basketball", sagte Hermann Schüller, Geschäftsführer der Baskets Oldenburg, dem NDR. Ähnlich sieht das BBL-Geschäftsführer Stefan Holz: "Wenn wir es auf die Reihe kriegen, die Saison fertigzuspielen, mit einem, wie ich finde, attraktiven Modus – das wäre eine Riesen-Sache." Und weiter: "Wir wollen den Basketball ins Schaufenster stellen." Dadurch, so die Hoffnung, würde es für die Clubs in dieser sehr schweren Zeit etwas einfacher werden, Sponsoren zu halten respektive sogar neue Unterstützer zu finden.

Den Kampf gegen den drohenden Saison-Abbruch lassen sich die Basketballer einiges kosten. Auf rund eine Million Euro beziffert die BBL-Spitze die Ausgaben für den Plan, die Spielzeit mit einem Turnier ohne Zuschauer fortzusetzen. Im Rahmen eines umfangreichen Hygiene- und Sicherheitskonzepts sollen pro Tag zwei Spiele stattfinden, kein Team soll innerhalb von 24 Stunden zwei Mal antreten müssen. Wie bei einer EM oder WM. Bei den Partien sollen lediglich 130 Personen in und vor der Halle dabei sein. 50 Aktive (Spieler, Trainer, Schiedsrichter), 60 Passive (Schiedsgericht, Medienvertreter, Ordner), 20 vor der Arena (Sicherheitspersonal, Ordner).

Paulding: "Ich stehe hinter der Idee"

Baskets-Legende Rickey Paulding hofft darauf, dass die Saison tatsächlich in ihre Fortsetzung gehen kann. "Ich stehe hinter der Idee, um zum Basketball zurückzukommen. Ich denke, es ist gut für die Spieler, gut für die Fans, gut für die Vereine. Wir wollen zurück auf den Platz. Die Hauptsache: Es ist eine sichere Situation für alle", sagte der US-Amerikaner. "Als Spieler weißt du: Das ist die Situation jetzt, und das brauchen wir eben, um weiterzumachen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 11.05.2020 | 23:03 Uhr

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