Stand: 08.04.2020 16:04 Uhr

Korpatsch, Barthel & Co.: Kein Tennis, kein Geld

Tennis-Profi Tamara Korpatsch © imago images / ZUMA Press
Tamara Korpatsch bangt in der Corona-Krise um ihre Existenz.

Im Profi-Tennis werden Millionen verdient, jedenfalls von den absoluten Spitzenspielern. Die Profis aus der zweiten und dritten Reihe müssen hingegen kämpfen, um ihren kostspieligen Job finanzieren zu können. Sie trifft die Corona-Krise besonders hart, da derzeit keine Turniere ausgetragen werden und somit keine Möglichkeit besteht, dringend benötigte Preisgelder zu gewinnen.

Tamara Korpatsch aus Hamburg, die derzeitige Nummer 111 der Weltrangliste, bringt die Corona-Krise in finanzielle Nöte. "Zurzeit habe ich ja null Einkommen. Ich habe zwar noch ein paar Ersparnisse, aber lange komme ich damit nicht mehr aus", sagte die 24-Jährige dem NDR Hörfunk. Korpatsch hat deshalb einen Antrag auf staatliche Hilfe für Solo-Selbstständige gestellt: "Das habe ich vor über einer Woche gemacht, bisher aber leider noch keine Rückmeldung erhalten", so Korpatsch.

Besser sieht die Situation für Mona Barthel aus Neumünster aus. "Ich habe das Glück, dass ich im Moment keinen Trainer bezahlen muss, und habe deshalb keine hohen Fixkosten. Dadurch, dass ich bei meinen Eltern wohne, muss ich noch nicht einmal Miete zahlen. Aber natürlich ist es schwierig, wenn man keine Einnahmen hat", sagte die 29-Jährige, die in ihrer Karriere vier WTA-Turniere gewonnen hat.

Kamke: Kein Tennis mehr in diesem Jahr

Wann es auf der Profi-Tour weitergeht, ist unklar.

Die Spielervereinigungen ATP (Männer) und WTA (Damen) haben in einem gemeinsamen Beschluss eine Pause bis Mitte Juli vereinbart. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg fällt das legendäre Turnier in Wimbledon aus, andere Ausrichter haben ihre Veranstaltungen vorerst verschoben, ohne zu wissen, ob der neue Termin gehalten werden kann.

"Ich fürchte, dass wir in diesem Jahr kein ATP-Turnier mehr sehen werden", ist der Hamburger Tobias Kamke pessimistisch. Finanzielle Sorgen hat der 33-Jährige in seinem 14. Profijahr nicht. Er profitiert von einer Ausgleichszahlung durch die ATP, die frühere Erfolge honoriert.

Darf im Mai wieder trainiert werden?

Ein Problem teilt er aber mit Korpatsch und Barthel. Da Tennis-Anlagen gesperrt sind, ist ein geregeltes Training derzeit nicht möglich. Mit seinem Trainer Julian Reister geht er regelmäßig laufen. Korpatsch macht die Not erfinderisch: "Ich trainiere sonntags mit meinem Vater auf einem großen Aldi-Parkplatz." Ab dem 1. Mai könnte es für die Tennis-Profis durch die Landesverbände Ausnahmeregelungen und damit eine Rückkehr auf den Tennis-Platz geben. Dies wäre immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer in schweren Zeiten.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 08.04.2020 | 11:25 Uhr

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