Stand: 06.06.2020 18:23 Uhr

Finalturnier: Göttinger Basketballer mit Auftaktsieg

von Christian Görtzen, NDR.de
Vereint gegen Rassismus: die Profis der BG Göttingen (r.), der Merlins Crailsheim und die Referees.

Der Außenseiter hat für ein Ausrufezeichen gesorgt. Im Auftaktspiel der Finalrunde in der Basketball-Bundesliga (BBL) in München setzte sich die BG Göttingen am Sonnabend in der Gruppe A mit 89:78 (51:42) gegen die Merlins Crailsheim durch. Damit ist das Erreichen des Viertelfinals für das Team von Coach Johan Roijakkers zum Greifen nah, ziehen doch die ersten Vier der zwei Fünfergruppen in die K.o.-Runde ein. Die weiteren Gegner in der Gruppe sind am Mittwoch die Baskets Oldenburg, Bayern München (Freitag) und Ulm (14. Juni). Die abgebrochene reguläre Saison hatte Göttingen auf Rang neun beendet, Crailsheim auf Rang drei.

In der Gruppe B spielt das dritte Nordteam, Rasta Vechta. Mit einem strengen Hygienekonzept will die BBL ihre Saison ohne Zuschauer bis zum 28. Juni beenden. Spieler und Trainer der zehn teilnehmenden Teams werden gemeinsam in einem Hotel von der Öffentlichkeit abgeschottet.

"Vereinigt gegen Rassismus"

Kurz vor dem Tipp-off ging es erst einmal darum, ein Statement zu setzen, und selbst in der auf Abstand setzenden Zeiten der Corona-Krise physisch zumindest ein bisschen und im übertragenen Sinne ganz entschieden zusammenzurücken.

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"UNITEDAGAINSTRACISM" ("Vereinigt gegen Rassismus") - unter diesem Hashtag werden die zehn Teams ihre Partien in München bestreiten. Anlass dafür war der durch vier Polizisten herbeigeführte gewaltsame Tod des Schwarzen George Floyd in Minneapolis (USA).

"Weltoffenheit und Vielfalt finden bei uns alltäglich statt", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. In der BBL sei beides selbstverständlich. "Daher ist jede einzelne Stimme gegen Rassismus wichtig", hob er hervor. Unter der Woche hatten Aussagen von Holz für Irritationen gesorgt, ob Spieler bei dem Turnier ihre Haltung zum Thema Rassismus zeigen dürfen. Kurz darauf stellte der 54-Jährige klar: "Es wird keine Sanktionen geben. Auch wir als Liga haben ein klares Statement und werden auf Social Media ein klares Zeichen setzen."

"Veilchen" starten stark vor leeren Tribünen

Vor den leeren Stuhlreihen in der Münchner Halle, über die blockweise große Banner von Sponsoren gespannt worden waren, blühten die "Veilchen" schnell auf. Über 15:7 (6.) setzten sich die Niedersachsen, die als großer Außenseiter in das Turnier gegangen waren, im ersten Viertel bis auf 27:17 (9.) ab. Der 21 Jahre alte Nationalspieler Bennet Hundt hatte für die Zehn-Tore-Führung gesorgt. Er verwandelte zwei Freiwürfe - in aller Ruhe, gewissermaßen. In Vor-Corona-Zeiten saßen bei Partien in fremden Hallen hinter dem Korb zahlreiche Fans des Gegners, die durch Pfeifen und wildes Schwenken von Klatschstangen den Spieler an der Linie zu verunsichern versuchten.

Überragender Hundt führt Göttingen zum Sieg

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Auch am Boden wurde um den Ball gekämpft, den sich hier Terry Allen (r.) sichert.

Göttingen ließ sich im ersten BBL-Spiel nach drei Monaten auch davon nicht beeindrucken, dass Crailsheim bis auf vier Punkte (36:40) herankam. Der BG gelang ein 8-Punkte-Lauf, der zum 51:42 zur Pause führte. Um den schönen Vorsprung der Niedersachsen war es zu Beginn des dritten Viertels aber schnell wieder geschehen. Crailsheim kam auf 48:51 (24.) heran. Doch wie schon im zweiten Viertel kamen die Niedersachsen nach einer kurzen Schwächephase rechtzeitig wieder zurück. Angeführt vom herausragenden Hundt, der mit 30 Punkten eine Karrierebestleistung aufstellte, setzten sich die "Veilchen" wieder ab und gingen mit einem 68:59-Vorsprung in das Schlussviertel. Alex Ruoff sorgte 85 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Dreier für das 85:77 für Göttingen. Den Vorsprung ließen sich die Norddeutschen nicht mehr nehmen.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 06.06.2020 | 19:30 Uhr

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