Stand: 27.04.2020 19:30 Uhr

BBL-Saison soll mit zehn Clubs fortgesetzt werden

Leere Ränge beim Basketball-Spiel von Bonn gegen Athen, das wegen der Cornavirus-Krise ohne Zuschauer stattfand © imago images / Wolter
Die BBL-Saison soll mit Geisterspielen fortgesetzt werden.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) will ihre Spielzeit trotz der Coronavirus-Krise fortsetzen. Der Meister soll im verkleinerten Turnierformat ermittelt werden. Wie die BBL am Montag nach einer Videokonferenz mitteilte, soll die Saison mit nur noch zehn der 17 Teams beendet werden. Die Ergebnisse der Hauptrunde wurden gestrichen. Der Spielbetrieb soll direkt mit modifizierten Play-offs mit einer Dauer von rund drei Wochen aufgenommen werden. In zwei Gruppen spielen jeweils fünf Teams jeder gegen jeden. Anschließend geht es ab dem Viertelfinale im K.o.-Modus bis zum Endspiel weiter.

Ziel der Liga ist es, die Saison bis spätestens zum 30. Juni 2020 zu beenden. Dafür müssten spätestens am 18. Mai die behördlichen Genehmigungen für den Trainings- und Spielbetrieb vorliegen, hieß es weiter. Dafür erarbeitet die BBL ein Hygiene- und Sicherheitskonzept.

Göttingen, Oldenburg und Vechta spielen weiter

Teilnehmer der Rest-Saison sind die zehn Mannschaften, die noch spielen wollen: Bayern München, die Riesen Ludwigsburg, Alba Berlin, die Merlins Crailsheim, Rasta Vechta, die Baskets Oldenburg, die Baskets Bamberg, die BG Göttingen, Ulm und die Skyliners Frankfurt. Die anderen Clubs - darunter die Hamburg Towers und die Löwen Braunschweig - werden in der Abschlusstabelle dahinter platziert. Absteiger gibt es in dieser Serie nicht. "Ich halte es für wichtig, dass wir die Saison in irgendeiner Form zu Ende spielen. Wir haben uns in erster Linie für unsere Partner und Fans so entschieden", erklärte BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen.

Vor mehr als sieben Wochen waren die bislang letzten Bundesligaspiele absolviert worden. Vor der Unterbrechung lag der amtierende Meister FC Bayern mit nur zwei Liga-Niederlagen an der Tabellenspitze, die Clubs hatten bis zu diesem Zeitpunkt zwischen 19 und 21 von 32 regulären Saisonpartien bestritten.

Turniermodus für Towers und Löwen keine Option

"Uns ist die Entscheidung nicht leichtgefallen, aber aus wirtschaftlichen Gründen ist eine Teilnahme an dem Turniermodus keine Option. Unsere Spielerverträge laufen planmäßig bis Anfang Mai, eine Verlängerung der Verträge bis Ende Juni ohne zusätzliche Einnahmen ist für uns nicht darstellbar. Wir fokussieren uns nun auf die kommende Saison und wollen dafür bestmöglich aufgestellt sein", begründete Towers-Geschäftsführer Marvin Willoughby den Verzicht des Aufsteigers auf eine Fortsetzung der Spielzeit. Die Hanseaten lagen zum Zeitpunkt der Saison-Unterbrechung auf dem letzten Tabellenplatz.

Ähnlich wie Willoughby argumentierte auch Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt: "Ich befürworte, dass die Saison unter dem vorgestellten Modus fortgeführt wird. Allerdings war es für uns wie wahrscheinlich auch für die anderen sechs Teams vor allem aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, an diesem Saisonfortsetzungskonzept teilzunehmen." Die Braunschweiger rangierten nach 20 absolvierten Partien auf Platz elf.

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Dieses Thema im Programm:

Sportreport | 26.04.2020 | 18:05 Uhr

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