Stand: 20.05.2020 18:44 Uhr

BBL: Die Chancen der Nordclubs beim Meisterturnier

Die Basketball-Bundesliga (BBL) wird in einem Finalturnier in München unter strengen Auflagen ihren Meister ermitteln. Daran soll auch der erste Corona-Fall der Liga nichts ändern. Beim Turnier sind dem Norden die Baskets Oldenburg, Rasta Vechta und die BG Göttingen mit dabei. Wie stehen ihre Chancen?

Kreativität und Selbstdisziplin sind gefragt auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft im Basketball. Die BBL hat die Genehmigung für die Fortsetzung der Saison in einem Turnier ohne Zuschauer in München erhalten. Am Mittwoch wurde derweil der erste Corona-Fall in der Basketball-Bundesliga bekannt. Betroffen ist ein namentlich nicht genannter Spieler, der zuletzt nach einem Heimat-Aufenthalt in den USA nach Deutschland zurückgekehrt war. Weil er noch keinen Kontakt zu seinem Team hatte, soll der positive Test jedoch keine Auswirkungen auf die neuen Pläne haben. So soll es nach einer dreiwöchigen Vorbereitungszeit am 6. Juni losgehen. Dann ziehen die zehn teilnehmenden Teams für drei Wochen in dasselbe Hotel, das sie nur für die Spiele und das Training verlassen dürfen. Von "kasernieren" spricht Rasta Vechtas Geschäftsführer Stefan Niemeyer nicht zu Unrecht.

BG Göttingen eröffnet Turnier gegen Crailsheim

Eröffnet wird das Turnier am 6. Juni um 16.30 Uhr mit der Partie BG Göttingen - Merlins Crailsheim. Dies gab die BBL am Mittwoch bekannt. Die zehn Clubs spielen zunächst in zwei Fünfer-Gruppen (Die Ansetzungen der Gruppe A und Gruppe B). Danach geht es mit den Play-offs weiter. Insgesamt finden 35 Partien statt, das zweite Finale ist für den 28. Juni um 15.00 Uhr terminiert.

Nach der langen Pause - das letzte Spiel vor der Corona-Unterbrechung fand in der ersten März-Woche statt - beginnt die Saison praktisch neu. Viele Teams waren zudem gezwungen, ihren Kader umzugestalten, da eine Reihe von Profis aus den USA nicht mehr nach Deutschland zurückkehren. Die drei Nordclubs starten mit unterschiedlichen Ambitionen.

Baskets Oldenburg: Eingespielt und Mitfavorit

Die Baskets rangierten vor der Unterbrechung auf Rang fünf und waren damit bester Nordclub. Stellvertretend für viele Basketball-Profis reagierte Kapitän Rickey Paulding auf die Genehmigung für das Finalturnier: "Gut, dass es nun endlich wieder losgeht. Das Hygiene-Konzept ist gut durchdacht, diesbezüglich mache ich mir da wenig sorgen. Es wird eine besondere Erfahrung für uns alle werden."

Ähnlich sieht es Oldenburgs Coach Mladen Drijencic: "Auch wenn das Turnier in einem modifizierten Play-off-Modus und ohne Zuschauer in der Arena stattfinden wird, ist es dennoch ein Schritt in die richtige Richtung." Einen Wettbewerbsvorteil haben die Baskets: Sie treten mit einem unveränderten Kader an. Allerdings fehlen in München der verletzte Justin Sears sowie Kevin McClain, dessen Vertrag "aus persönlichen Gründen" vorzeitig aufgelöst wurde .

Bereits am Mittwoch durften die Niedersachsen wieder in Mannschaftsstärke trainieren, nachdem alle Profis zwei negative Corona-Tests vorweisen konnten. Offizielle Ziele gab der Meister von 2009 bislang nicht aus. Der Einzug ins Halbfinale sollte aber mindestens gelingen.

Rasta Vechta hofft auf das Viertelfinale

Bei Rasta Vechta schwankten die Reaktionen zwischen Erleichterung und Wehmut. Der "geilste Club der Welt" begrüßte ebenfalls den Fortgang der Spielzeit. "Und trotzdem gibt es etwas, das wir sehr vermissen werden: Es ist die große Unterstützung unserer Fans in den Arenen, die wir so in dieser Saison nicht mehr haben werden", so Trainer Pedro Calles.

Mit zehn Profis wird der Spanier das Turnier in München in Angriff nehmen, darunter acht Spieler aus dem in die Saison gestarteten Kader plus die zwei Nachverpflichtungen Jaroslaw Zyskowski aus Polen und Matic Rebec aus Slowenien. "Wir hoffen darauf, dass Viertelfinale zu erreichen. Doch das hängt an Nuancen: Wer vielleicht gerade mehr Glück hat oder schneller in ein Spiel hereinkommt, wird seinen Weg machen", sagte Vechtas Geschäftsführer Niemeyer zu den Aussichten für sein Team.

BG Göttingen startet Außenseiter

Die BG Göttingen musste während der Corona-Pause drei schmerzhafte Abgänge verzeichnen und wird deshalb in München als Außenseiter auf Korbjagd gehen. Spielmacher Kyan Anderson kehrte ebenso wie seine Landsleute Dylan Osetkowski und Adam Waleskowski nicht aus seiner Heimat USA zurück nach Göttingen. Als Ersatz kamen die Niederländer Leon Williams und Jito Kok. Doch selbst BG-Coach Johan Roijakkers wollte nicht verhehlen, dass der Kader an Qualität verloren hat. Für ihn geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme. Roijakkers vermutet, dass "einige richtig gut durch die lange Pause gekommen sind, andere dagegen weniger", wie er dem "Göttinger Tageblatt" sagte. Das Erreichen des Viertelfinals wäre unter den schwierigen Voraussetzungen ein Erfolg für die "Veilchen".

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 19.05.2020 | 16:00 Uhr