Der Radprofi Lennard Kämna © imago images/Beautiful Sports Foto: Nagel

Lange Auszeit beendet: Kämna steigt wieder aufs Rennrad

Stand: 09.12.2021 14:05 Uhr

Fast neun Monate lang hat die deutsche Rundfahrt-Hoffnung Lennard Kämna kein Rennen bestritten - unter anderem wegen mentaler Probleme. Im Februar nimmt der 25-Jährige aus Fischerhude nun an zwei Radsport-Touren teil.

Kämna gehört zur Equipe von Bora-hansgrohe für die Saudi Tour (1. bis 5. Februar), zudem soll der gebürtige Schleswig-Holsteiner in Spanien bei der Ruta del Sol (16. bis 20. Februar) dabei sein.

"Er will gern wieder Rennen fahren, das finde ich ein gutes Zeichen. Ich habe keine Historie mit ihm, kann und werde da nicht urteilen. Im Umgang ist er sehr sympathisch und will viel wissen", sagte Rolf Aldag, der neue Sportchef des Teams.

Kämna: "Habe mein Leben falsch gelebt"

Kämna hatte Anfang Mai sein bisher letztes Rennen bestritten und Mitte Oktober im "Weser-Kurier" offen über seine psychischen Probleme gesprochen. "Ich habe die Zeit, in der ich aus dem Tunnel als Leistungssportler raus musste, nicht gut verkraftet. Und das sind dann immer größere Ausschläge geworden", berichtete der Wahl-Niedersachse. "Voller Fokus aufs Training und sonst die große Leere."

Der 25-Jährige, der vor den Toren Bremens lebt, kam zum Schluss, dass er etwas umstellen muss. Besonders Freunde und Familie hätten ihm sehr gefehlt, also nutzte er die Zeit besonders, um soziale Kontakte zu pflegen oder wiederzubeleben. Komplett in den Leistungssport abtauchen will er nicht mehr. Kämna betonte: "Ich habe es verpasst, mich für andere Dinge zu öffnen, andere Interessen zu entwickeln. Ich habe mein Leben falsch gelebt."

Mit Segelschein zurück aufs Rad - und ganz nach oben?

Um Kämna war es während seiner Pause ruhig geworden. Auf seinem Instagram-Kanal hat der Radprofi seit März seine Fans nicht mehr auf dem Laufenden gehalten. Dabei hätte er einiges zu teilen gehabt: Der gebürtige Schleswig-Holsteiner machte seinen Segelschein und nahm am legendären Mountainbike-Rennen Cape Epic in Südafrika teil.

Der neue Anlauf soll besser werden. Nicht einmal die Erfolge bei der Tour 2020, wo er eine Etappe gewann, habe er genießen können. Schon vor seiner Rückkehr in den (Mountainbike-)Sattel sagte er: "Ich will versuchen, wieder auf mein altes Niveau zu kommen. Das wird ein langer Weg, da habe ich noch ordentlich Arbeit vor mir. Aber ich weiß, dass ich es schaffen kann."

Auch sein Teamchef ist optimistisch. Nicht nur mit Blick auf das Rennen in Südafrika sagte Ralph Denk: "Das hat ihm sehr, sehr gut getan."

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Sport aktuell | 09.12.2021 | 11:25 Uhr

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