Alexander Zverev © IMAGO / Paul Zimmer

Zverev souverän ins Achtelfinale - Lockdown in Melbourne

Stand: 12.02.2021 14:04 Uhr

Alexander Zverev ist bei den Australian Open ins Achtelfinale eingezogen. Der Tennisprofi aus Hamburg setzte sich gegen den Franzosen Adrian Mannarino mühelos mit 6:3, 6:3, 6:1 durch. Unterdessen geht Melbourne in den Lockdown.

In der nächsten Runde trifft der 23-Jährige auf Dusan Lajovic aus Serbien. Zverev spielte äußerst konzentriert und dominant, geriet nie in ernsthafte Gefahr und verwandelte nach nur 1:43 Stunden seinen ersten Matchball. 19 Asse unterstrichen seine blitzsaubere Leistung. Der Norddeutsche ist der letzte verbliebene Deutsche beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison. Im Vorjahr war er erst im Halbfinale am Österreicher Dominic Thiem gescheitert. Mit seinem beeindruckenden Drittrunden-Sieg setzte er nun ein dickes Ausrufezeichen.

"Ich werde in letzter Zeit nicht als Favorit gesehen. Die Experten haben andere Spieler auf der Liste, obwohl ich finde, dass ich besser als sie spiele. Ich nehme das schon persönlich, das gibt mir Feuer." Alexander Zverev

Der letzte verbliebene Deutsche

Für Zverev, dem seine Bauchmuskelverletzung nicht anzumerken war, war es im sechsten Duell mit Mannarino der sechste Sieg. Allein im vergangenen Jahr hatte er gegen den Linkshänder drei Mal gewonnen. "Die Duelle im letzten Jahr waren aber alle eng. Ich war ein bisschen müde am Anfang, von daher habe ich versucht, von Anfang an sehr druckvoll zu spielen", sagte er und scherzte mit den Zuschauern: "Ich wollte, dass ihr nicht so lange in der Hitze sitzen müsst."

In den nächsten Tagen keine Zuschauer mehr

Zverevs Achtelfinal-Partie wird unterdessen ohne Zuschauer stattfinden. Weil für Melbourne wegen des Corona-Ausbruchs in einem Flughafen-Hotel ein erneuter Lockdown verhängt worden war, geht das Grand-Slam-Turnier vorerst ohne Publikum weiter. Um 23.30 Uhr Ortszeit mussten am Freitagabend alle Zuschauer die Rod-Laver-Arena verlassen. Der fünftägige Lockdown trat um 23.59 Uhr im gesamten Bundesstaat in Kraft, zu diesem Zeitpunkt sollten auch alle bis dahin anwesenden Tennisfans zu Hause sein. Das Match zwischen Titelverteidiger Novak Djokovic und dem US-Amerikaner Taylor Fritz wurde kurzzeitig unterbrochen.

Zverev: "Gesundheit geht vor"

Das Turnier werde trotz des neuen fünftägigen Lockdowns fortgesetzt, erklärte Dan Andrews, Premierminister des zuständigen Bundesstaates Victoria. Bislang waren bis zu 30.000 Besucher pro Tag gestattet, am Donnerstag kamen 21.010 Fans. "Die Spieler werden sich in einer Bubble aufhalten", sagte Turnierdirektor Craig Tiley: "Nur diejenigen, die für die Durchführung der Veranstaltung unerlässlich sind, werden vor Ort sein." Wie bereits bei vergangenen Turnieren dürfen sich die Profis demnach in einer abgeschotteten Blase nur im Hotel oder auf der Anlage befinden. Das Grand-Slam-Turnier gilt laut Andrews als "Arbeitsplatz" und könne deshalb mit limitiertem Personal auf der Anlage fortgeführt werden.

"Es ist natürlich schade, Tennis ohne Zuschauer ist anders. Egal, ob Publikumsliebling oder nicht, man vermisst die Menschen", sagte Zverev, der aber Verständnis für die Maßnahme zeigte: "Die Gesundheit geht vor. Ein Tennisturnier ist nicht das Wichtigste der Welt."

Turbulenzen schon vor dem Turnierstart

Schon vor dem Turnierstart hatten die Corona-Bestimmungen für einige Turbulenzen gesorgt. So mussten über 70 Profis, darunter Angelique Kerber (Kiel), wegen Corona-Fällen auf ihren Flügen für 14 Tage in strikte Quarantäne, während andere Profis ihr Hotel zumindest jeweils fünf Stunden täglich für Trainingseinheiten und Behandlungen verlassen durften. Wenige Tage vor Beginn der Australian Open mussten sich rund 500 Personen erneut für einen Tag isolieren, weil ein Hotel-Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 12.02.2021 | 07:25 Uhr

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