Angelique Kerber bei den French Open in Paris © imago/GEPA pictures

Alles kann, nichts muss: Kerber geht die French Open gelassen an

Stand: 26.05.2021 09:20 Uhr

Nach zwei Erstrundenpleiten in den Vorjahren tritt Tennisspielerin Angelique Kerber ohne die ganz großen Erwartungen bei den French Open an. Die Kielerin will auf dem Sand von Paris positiv überraschen und blickt mit gemischten Gefühlen auf die Olympischen Spiele in Tokio.

Die Aussicht auf den Eiffelturm und die Seine wecken bei Kerber nicht die ganz großen Glücksgefühle. Schließlich kam die deutsche Nummer eins in den vergangenen Jahren stets enttäuscht aus der französischen Hauptstadt zurück. Auch in diesem Jahr hat die 33-Jährige nicht die großen Titelträume im Gepäck. Alles kann, nichts muss, ist vielmehr Kerbers Motto bei den French Open, die am Sonntag beginnen.

Kerber: "Weniger Druck und etwas mehr Gelassenheit"

"Ich versuche, das Turnier dieses Jahr mit weniger Druck und etwas mehr Gelassenheit anzugehen", sagte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin: "Also nicht mit den ganz großen Erwartungen und dem Gedanken, dass es mir noch in meiner Grand-Slam-Sammlung fehlt."

Die Erwartung, dass Kerber nach den Australian Open, Wimbledon und den US Open ihren Major-Satz in Paris komplettieren kann, äußert derzeit kein Experte. Nach zwei Erstrunden-Pleiten nacheinander auf der roten Asche von Roland Garros sind die Ziele erstmal klein gesteckt. Die Kielerin nimmt sich daher vor, sich "auf jede einzelne Runde zu fokussieren".

"Vielleicht bin ich für eine Überraschung gut. Es ist einfach der nächste Grand Slam, den ich gut spielen möchte." Angelique Kerber zu den French Open

Nach einem schwierigen Start in die Saison mit strikter Quarantäne in Melbourne sieht sich die Kielerin immerhin im Aufwärtstrend. "Ich brauchte eine etwas längere Anlaufzeit, um wieder in den Matchrhythmus zu finden. Es waren in den letzten Wochen gute Matches auf Sand dabei, mit steigender Formkurve, selbst, wenn ich einige davon nicht gewinnen konnte", sagte die an Weltranglistenposition 27 geführte Norddeutsche, die nach Paris in Berlin und Bad Homburg spielen wird. "Es liegt noch viel Arbeit vor mir, aber ich fühle mich körperlich schon ganz gut."

Mixed-Start mit Zverev in Tokio fest geplant

Eine gute körperliche Konstitution wird die 33-Jährige für diesen Sommer brauchen. Auf das Rasen-Grand-Slam Wimbledon, wo sie 2018 gewann, folgen die Olympischen Spiele in Tokio. Kerber, 2016 in Rio dekoriert mit Silber, plant dabei auch Auftritte an der Seite von Alexander Zverev.

"Die Verabredung steht auf jeden Fall, mit Alex im Mixed anzutreten. Und zwar schon seit einigen Jahren. Wir haben im Hopman-Cup für Deutschland schon Erfahrung gesammelt und erfolgreich zusammen gespielt." Angelique Kerber zu Tokio

Den Spielen in Japan blickt sie in Zeiten der Corona-Pandemie mit "gemischten Gefühlen" entgegen. Sie könne beide Seiten verstehen. "Es ist für mich immer wieder eine große Ehre, für Deutschland zu spielen. Nach den letzten Olympischen Spielen in Rio 2016 war ich unglaublich stolz, mit der Silbermedaille als Teil des Teams zurückzukehren." Deshalb herrsche bei ihr prinzipiell eine "große Vorfreude, wobei noch viele Fragen ungeklärt sind, was den Ablauf angeht und in welchem Rahmen die Spiele letztendlich stattfinden können", sagte Kerber: "Auch Olympia wird wohl nicht so sein, wie wir es bisher kannten."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 25.05.2021 | 23:03 Uhr

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