Stand: 23.03.2019 10:10 Uhr

Flensburg in Brest: Bundesliga- oder CL-Gesicht?

von Jan Kirschner, NDR.de
Flensburgs Handballer wollen auch in der Champions League in Brest jubeln.

Anderer Wettbewerb, andere Vorzeichen: Während die SG Flensburg-Handewitt in der Handball-Bundesliga seit einem Jahr ausschließlich Siege gefeiert hat, erreichte der deutsche Meister in der Champions League nur mühsam als Vorrunden-Gruppen-Dritter das Achtelfinale. Heute um 18 Uhr wollen die Schleswig-Holsteiner beim weißrussischen Vertreter HC Meshkov Brest eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am Sonntag in einer Woche schaffen.

Lauge: "Brest hat eine gefährliche Mannschaft"

"Jetzt kommen wir in die entscheidende Phase der Saison, jetzt kommen die Spiele, die Spaß machen", sagte Rückraum-Ass Rasmus Lauge, mahnte aber zugleich: "Brest hat eine gefährliche Mannschaft mit einer vollen Halle im Rücken. Nicht ohne Grund haben die Rhein-Neckar Löwen dort klar verloren."

Anreise-Stress für die SG

Die Flensburger haben hingegen mit Brest bislang gute Erfahrungen und behaupteten sich sowohl im Achtelfinale 2016/2017 als auch in der Gruppenphase 2017/2018 in der Sporthalle "Victoria". Das größte Hindernis ist womöglich der ambitionierte Zeitplan. Am Donnerstagabend, unmittelbar nach dem glatten 31:22-Erfolg gegen Bietigheim, drehte sich alles darum, dass die Spieler noch etwas essen und dann zeitig ins Bett kamen. Der Grund: Nur zwölf Stunden später begann die Auswärtstour. Vom dänischen Sonderborg aus flog eine Chartermaschine den Bundesliga-Tabellenführer ins weißrussische Brest. "Wir nehmen es so, wie es ist", erklärte Geschäftsführer Dierk Schmäschke. "Aber es kann doch nicht sein, dass es die Verbände nicht hinbekommen, dass man vor solchen Spielen zumindest 72 Stunden Pause hat."

Machulla: "Schlaf fällt kürzer aus"

Trainer Maik Machulla stieg bereits am Donnerstagabend in die spieltechnische Analyse ein, die sein Assistent Mark Bult vorbereitet hatte. "Schade, dass wir nicht mehr Zeit haben. Aber wir kriegen das schon hin. Die Taktik müssen wir allerdings aus dem Abschluss-Training in die Theorie verlagern, und der Schlaf fällt definitiv kürzer aus", erklärte der SG-Coach. Und kommenden Donnerstag, eingebettet in die beiden Achtelfinal-Paarungen gegen Brest, steht für die SG auch noch die schwere Bundesliga-Aufgabe in Magdeburg an.

Wiedersehen mit Djordjic

Ganz anders sieht es beim Champions-League-Gegner aus. Der weißrussische Meister absolvierte bereits am vergangenen Sonntag sein letztes Ligaspiel und kann sich ganz auf die beiden Achtelfinal-Paarungen konzentrieren. In dieser Runde scheiterte der Verein zuletzt vier Mal in Folge, hofft nun erstmals zu den besten acht Teams Europas zu zählen. Im Sommer verpflichteten die Meshkov-Offiziellen den spanischen Altmeister Manolo Cadenas als Trainer.

"Seine Mannschaft hat eine klare Linie", erklärte Bult. In Brest treffen die Flensburger auf einen Altbekannten - Petar Djordjic. Der Halblinke ging zwischen 2010 und 2017 immerhin fünf Jahre lang für die SG auf Torejagd. In dieser Königsklassen-Saison erzielte er bereits 26 Treffer.

Weitere Informationen

Handball - Champions League 2018/2019 - Finalrunde

Achtelfinale, Viertelfinale, Final Four, Endspiel: Ergebnisse, Termine, Auslosung der Handball Champions League 2018/2019. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 23.03.2019 | 22:40 Uhr