Stand: 16.09.2020 10:13 Uhr

Flensburgs stiller Königsklassen-Auftakt

von Jan Kirschner, NDR.de

Ohne Zuschauer in der Campushalle, aber nach 192 Tagen Pflichtspielpause hochmotiviert: Zum Auftakt der Champions League trifft die SG Flensburg-Handewitt heute (20.45 Uhr) auf den polnischen Meister Vive Kielce. Gut möglich, dass dieses Geisterspiel ein Unikat im schleswig-holsteinischen Handball bleibt. Die Landesregierung kündigte an, ab Ende der Woche eine Auslastung in den Hallen und Stadien von bis zu 25 Prozent zuzulassen. "Dies ist der erste Schritt in Richtung Normalität. Nun können wir mit unseren Überlegungen konkret in diese positive Richtung planen", sagte dazu SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

Machulla: "Saison mit vielen Fragezeichen"

Gegen Kielce dürfen in jedem Fall neben Mannschaften, Schiedsrichtern, Kampfgericht sowie Mitarbeitern nur einige Medienvertreter die "Hölle Nord" betreten. Es wird ein stiller Auftakt, der zugleich eine Standortbestimmung in der Staffel A ist. Unter den acht Teams tummeln sich auch illustre Gegner wie Paris Saint-Germain, Pick Szeged und Vardar Skopje. "Es wird eine Saison mit vielen Fragezeichen - stark abhängig von den Reisebedingungen in Europa", sagte SG-Trainer Maik Machulla. "Wir wollen natürlich mit einer bestmöglichen Platzierung weiterkommen." Der Modus wurde leicht verändert: Der Erste und der Zweite springen direkt ins Viertelfinale, der Siebte und der Achte scheiden aus.

SG mit großen Personalsorgen

Bei den Flensburgern herrscht Unklarheit über den eigenen Leistungsstand. Die lediglich drei Testspiele gegen dänische Teams brachten nur einen sehr mäßigen Erfolg. Zudem verletzten sich in Johannes Golla (Mittelfußbruch) und Jacob Heinl (Innenbandriss) zwei Kreisläufer, die eigentlich auch die Abwehr zusammenhalten. Da sich Simon Hald - ein weiterer Defensiv-Protagonist - nach einem Kreuzbandriss erst wieder herantasten muss, stöhnte Machulla: "Das ist die schwierigste Phase, seitdem ich da bin." In der vergangenen Woche lieh die SG den slowenischen Kreisläufer Domen Sikosek Pelko bis Weihnachten aus.

Flensburg gegen Kielce noch sieglos

Auch beim Gegner aus Polen lief in den vergangenen Monaten nicht alles reibungslos, da der bisherige Hauptsponsor sein Engagement beendete. Das Gerüst von Kielce besitzt aber immer noch internationale Klasse. Im Tor etwa steht Andreas Wolff, der gleich nach seinem Wechsel vom THW Kiel nach Kielce im Sommer 2019 zum Kapitän ernannt wurde. Ein magisches Familien-Dreieck bilden Trainer Talant Dujshebaev sowie seine beiden Söhne Alex und Dani, die aus dem Rückraum für viel Gefahr sorgen. Kurios: Von den bisherigen vier Vergleichen zwischen der SG und Kielce endeten drei mit einem Remis, einmal siegte der polnische Champion hauchdünn.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 16.09.2020 | 23:03 Uhr

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