Stand: 16.09.2020 22:21 Uhr

Flensburger Rumpf-Team ringt Kielce nieder

von Hanno Bode, NDR.de
Jim Gottfridsson (M.) von der SG Flensburg-Handewitt im Champions-League-Spiel gegen Kielce in Aktion © imago images / Beautiful Sports
Jim Gottfridsson (M.) gewann mit Flensburg überraschend gegen Kielce.

Die ersatzgeschwächte SG Flensburg-Handewitt hat zum Auftakt der Handball-Champions-League für eine Überraschung gesorgt. Die Schleswig-Holsteiner bezwangen am Mittwochabend den polnischen Meister KS Kielce im ersten Geister-Heimspiel der Vereinsgeschichte mit 31:30 (14:14). Der Bundesligist musste ohne seine verletzten Kreisläufer Johannes Golla und Jacob Heinl auskommen. Für den nachverpflichteten Domen Sikosek Pelko lag zudem noch keine Spielberechtigung vor.

So stand Trainer Maik Machulla im dem lange verletzt ausgefallenen Simon Hald nur ein etatmäßiger Kreisläufer zur Verfügung. Der Däne wechselte sich mit seinem Landsmann Mads Mensah Larsen ab, der eigentlich Rückraumspieler ist.

SG im Gegenstoß stark, im Rückzugsverhalten schwach

Die SG tat sich in der Anfangsphase im Positionsangriff gegen die sehr offensive Deckung der Polen schwer. Einige Abschlüsse aus schlechten Wurfpositionen zeugten von den Flensburger Problemen im Spielaufbau. Kielces deutscher Nationaltorwart Andreas Wolff konnte aus dem Rückraum zunächst nicht bezwungen werden. Zumindest aber ihre große Stärke, den Tempogegenstoß, brachten die Schleswig-Holsteiner zur Geltung. Und als die Gäste Mitte des ersten Abschnitts auf eine 6:0-Abwehrformation umstellten, klappte es beim Bundesligisten auch aus der Distanz. Ein Manko blieb jedoch über die gesamten ersten 30 Minuten das Rückzugsverhalten, sodass die Hausherren es Kielce zuweilen etwas zu leicht machten, zu Torerfolgen zu kommen.

Insgesamt war der Auftritt der dezimierten SG aber aller Ehren wert. Zur Pause wäre sogar eine Führung für die Norddeutschen möglich gewesen. Der überragende Wolff im Kasten der Osteuropäer verhinderte sie.

Kielce scheinbar schon auf der Siegerstraße

SG Flensburg-Handewitt - KS Kielce 31:30 (14:14)

Tore SG Flensburg-Handewitt: Röd 6, Gottfridsson 5, Wanne 5/2, Johannessen 4, Larsen 4, Möller 3, Semper 2, Svan 2
KS Kielce: Karalek 7/1, Kulesch 6, Fernández 5, Karacic 3, A. Dujshebaev 2, D. Dujshebaev 2, Gudjonsson 2, Moryto 1/1, Tournat 1, B. Vujovic 1

Auch nach der Halbzeit begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Die SG ging unmittelbar nach dem Seitenwechsel mit zwei Toren in Führung (16:14 und 17:15), konnte diesen Vorsprung aber nicht lange halten. Insbesondere den Rückraum-Linken Uladzislau Kulesh und Kreisläufer Artsem Karalek bekam die SG-Deckung nicht wie erwünscht in den Griff. Die beiden weißrussischen Nationalspieler sowie Trainer-Sohn Alex Dujshebaev Dovichebaeva als kluger Takt- und Passgeber waren maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich das Blatt wendete. Der Gast konnte in der 48. Minute durch einen sehr schön herausgespielten Treffer von Igor Karacic erstmals mit drei Toren in Führung gehen (26:23).

Mit Bergerud und Leidenschaft gelingt die Wende

Kielce schien auf die Siegerstraße eingebogen zu sein, zumal Flensburg in dieser Phase etwas fahrig agiert hatte. Aber die Machulla-Mannschaft ließ sich nicht so einfach abschütteln. Mit viel Einsatzwillen und auch dank eines starken Keepers Torbjørn Bergerud, der beim Stand von 26:27 einen Siebenmeter parierte, gelang den Schleswig-Holsteinern zunächst der 27:27-Ausgleich (52.) und kurz darauf durch Jim Gottfridsson gar das 28:27 (55.). Die Schlussphase war dann ebenso wild wie spannend. Ausgerechnet der bis dahin überragende Kulesh setzte rund 30 Sekunden vor Ultimo einen Wurf sehr weit über das Tor. Vergeben war die Chance zum 31:31. Kurz darauf bejubelten die Flensburger den ersten Sieg im fünften Champions-League-Duell mit Kielce tanzend im Mannschaftskreis.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 16.09.2020 | 23:03 Uhr

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