Stand: 02.09.2018 17:40 Uhr

THW und "Recken" feiern glanzlose Pflichtsiege

von Hanno Bode, NDR.de
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Kiels Coach Alfred Gislason (M.) hatte in Ludwigshafen einige "Verbesserungsvorschläge" für sein Team.

Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel ist mit einem 26:19 (13:11)-Erfolg bei den Eulen Ludwigshafen in die Bundesliga-Saison gestartet. Die Schleswig-Holsteiner bekleckerten sich beim krassen Außenseiter allerdings wahrlich nicht mit Ruhm. So war im ersten Abschnitt beim Titelkandidaten am frühen Sonntagnachmittag noch sehr viel Sand im Getriebe. Nach dem Seitenwechsel zeigten die Norddeutschen dann zumindest temporär, warum sie von vielen Experten als Top-Favorit auf den Platz an der Sonne angesehen werden. "Ich glaube, das war ein typischer erster Spieltag für uns. Wir sind noch nicht so richtig in Tritt gekommen", resümierte Kreisläufer Patrick Wiencek im Gespräch mit NDR 1 Welle Nord: "Das war ein schwieriges Spiel für uns."

Hannover-Burgdorf mit Mühe gegen Bergischen HC

Kiels Nordrivale TSV Hannover-Burgdorf wurde seiner Favoritenrolle im Spiel gegen den Bergischen HC ebenfalls gerecht. Die Niedersachsen bezwangen den Aufsteiger trotz einiger Probleme mit 29:26 (12:12). Für sie war es bereits der zweite Erfolg. Während die Partie des ersten Spieltags der "Zebras" gegen Erlangen wegen eines Konzertes in der Ostseehalle verlegt worden war, hatten die "Recken" in der vergangenen Woche einen 26:25-Sieg in Gummersbach gefeiert.

Schwache Anfangsphase der "Zebras"

Der THW hatte in der "Eberthölle", wie die Eulen ihre in die Jahre gekommene Heimstätte liebevoll nennen, mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Gegen die auf den Halbpositionen sehr offensive Ludwigshafener Deckung fanden die "Zebras" zunächst keine Mittel. Die ersten Kieler Angriffe führten nicht zum Erfolg. Erst in der sechsten Minute durften sich die Schützlinge von Trainer Alfred Gislason über ihren ersten Saisontreffer freuen. Er fiel sinnbildlich für die bis dahin schwache Leistung des Favoriten im Positionsangriff nach einem Tempogegenstoß durch Niclas Ekberg. Eine Initialzündung war das 1:1 allerdings nicht. Erst eine Zeitstrafe für Kai Dippe beim Stand von 4:5 verhalf dem Rekordmeister, in die Spur zu kommen. Ekberg und Wiencek sorgten mit ihren Toren für die erste THW-Führung (6:5/15.).

Rückraum in Abschnitt eins nahezu wirkungslos

Die Eulen Ludwigshafen - THW Kiel 19:26 (11:13)

Tore Die Eulen Ludwigshafen: Feld 4, Bührer 3/3, Scholz 3, Dietrich 2, Durak 2, Salger 2, Haider 1, Müller 1, Stüber 1
THW Kiel: Ekberg 6/1, Nilsson 6, Weinhold 4, M. Landin 3, Pekeler 3, Wiencek 2, Bilyk 1, Duvnjak 1
Zuschauer: 2.249

Absetzen konnten sich die Schleswig-Holsteiner bis zur Pause jedoch nicht. Ihr prominent besetzter Rückraum blieb in den ersten 30 Minuten nahezu wirkungslos. Zumindest auf seine Außen konnte sich der sichtlich unzufriedene Gislason verlassen. Sowohl Magnus Landin auf links als auch Ekberg auf rechts, der immer wieder schön einlief, überzeugten. Zudem konnte sich die in der Anfangsphase schlecht harmonierende Abwehr im Laufe des ersten Abschnitts stabilisieren. So schlug zur Halbzeit immerhin eine 13:11-Führung für den THW gegen den krassen Außenseiter zu Buche.

Individuelle Kieler Klasse setzt sich durch

Nach dem Seitenwechsel agierten die Gäste dann konzentrierter und zielstrebiger. Sie konnten ihren Vorsprung rasch auf vier Tore ausbauen (19:15/40.). Kurz zuvor hatten die Hausherren die Rote Karte gegen Kreisläufer Dippe hinnehmen müssen, sodass die Aufgabe, dem Favoriten weiter Paroli zu bieten, noch diffiziler für die Pfälzer wurde. Sie nahmen die Herausforderung mit viel Leidenschaft und unermüdlichem Einsatz an. Am Ende musste sich der tapfer kämpfende Underdog der individuellen Klasse des Kontrahenten jedoch beugen.

Auch "Recken" mit durchwachsener erster Hälfte

Für Hannover-Burgdorf begann die Begegnung gegen den Bergischen HC optimal. Nach neun überzeugenden Anfangsminuten hieß es 5:1. Es folgte jedoch ein unerklärlicher Bruch im Spiel des Europapokal-Teilnehmers. Dem Tabellensechsten der Vorsaison unterliefen jetzt etliche einfache Fehler, während die Gäste in ihren Aktionen immer sicherer wurden. Kurz vor der Pause ging der Zweitliga-Meister, bei dem Keeper Christopher Rudeck in Hälfte eins überragte, erstmals in Front (12:11/28.). Lars Lehnhoff sorgte per Siebenmeter dafür, dass die Niedersachsen zumindest mit einem Remis in die Kabine gingen.

Auch in den zweiten 30 Minuten waren die Gäste ein zäher Widersacher für Hannover, das nun aber mehr Lösungen im Angriff fand und auf 20:16 davonziehen konnte (44.). BHC-Trainer Sebastian Hinze nahm sofort eine Auszeit, um den Rhythmus der "Recken" zu stören und das Spielsystem seines Teams leicht zu modifizieren. Der Aufsteiger ging in der Deckung fortan etwas mehr Risiko, bekam aber einfach nicht mehr den Zugriff wie noch in Abschnitt eins. Die TSV nutzte klug die sich bietenden Lücken und war nach Mait Patrails Tor zum 25:19 (51.) endgültig auf der Siegerstraße. Gegen einen zunehmend entkräfteteren Gegner hatte die Equipe von Coach Carlos Ortega in den Schlussminuten keine Probleme mehr.

TSV Hannover-Burgdorf - Bergischer HC 29:26 (12:12)

Tore TSV Hannover-Burgdorf: Atman 5, Lehnhoff 5/1, Patrail 5, Böhm 4, Brozovic 3, Kastening 3, Cehte 1, Krone 1, Olsen 1, Thiele 1
Bergischer HC: A. Gunnarsson 9/8, Boomhouwer 4, Baena Gonzalez 3/1, Arnesson 2, Fontaine 2, Szücs 2, Babak 1, Darj 1, Majdzinski 1, Petrovsky 1
Zuschauer: 3.634

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 02.09.2018 | 22:50 Uhr

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