Stand: 17.10.2019 20:50 Uhr

"Recken" erkämpfen sich Remis - THW und SG siegen

Die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf haben ihre zweite Saisonniederlage mit viel Leidenschaft verhindert. Die "Recken" kamen im Bundesliga-Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen zu einem 29:29 (12:15)-Remis, nachdem sie im ersten Abschnitt bereits mit sechs Toren in Rückstand gelegen hatten. Die Niedersachsen bleiben damit zwar zunächst an der Tabellenspitze.

Allerdings könnte Nordrivale THW Kiel, der 30:26 (10:17) bei der HSG Wetzlar gewann, die TSV bald überholen. Der Rekordmeister hat zwei Partien weniger ausgetragen und lediglich zwei Minuszähler. Auch der aktuelle Champion SG Flensburg-Handewitt feierte am Donnerstagabend einen Erfolg. Dieser fiel mit 29:26 (16:15) gegen das Kellerkind Eulen Ludwigshafen aber überraschend knapp aus.

Hannover mit schwachem Beginn

Die "Recken" hatten in der Anfangsphase große Probleme im Abschluss. Einige freie Würfe setzten sie an das Torgebälk, andere parierte Gäste-Keeper Mikael Appelgren prächtig. Die Löwen zielten auf der Gegenseite präziser und lagen nach 14 Minuten mit 9:3 in Führung. TSV-Coach Carlos Ortega hatte zu diesem Zeitpunkt bereits von einer 6:0- auf eine 5:1-Deckung umgestellt. Der Spanier ließ nun zeitweise mit drei Kreisläufern verteidigen, um mehr Körperlichkeit ins Spiel der Niedersachsen zu bringen. Sie packten fortan auch beherzter zu. Weil Keeper Urban Lesjak zudem abermals exzellent hielt und vorne immerhin auf Tore von Timo Kastening, Nejc Cehte und dem angeschlagenen Morten Olsen (Wade) einigermaßen Verlass war, ging der Tabellenführer lediglich mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Halbzeit.

Keeper Lesjak bringt TSV in Front

TSV Hannover-Burgdorf - Rhein-Neckar Löwen 29:29 (12:15)

Tore TSV Hannover-Burgdorf: Kastening 6/3, Martinovic 4, Olsen 4, Cehte 3, Patrail 3, Pevnov 3, Büchner 2, Lesjak 2, Böhm 1, Ugalde 1
Rhein-Neckar Löwen: Larsen 8, Schmid 8, Gensheimer 7/4, Kohlbacher 3, Petersson 3
Zuschauer: 8.141

Die Hausherren konnten den Schwung aus der Schlussphase des ersten Abschnitts mit in den zweiten Durchgang nehmen. Nun sahen die Zuschauer von Beginn an ein Duell auf Augenhöhe, das nach dem Tor von Ivan Martinovic zum 22:23 (44.) wieder völlig offen war. Nun wurde es verrückt. Die Löwen nahmen wegen einer Zweiminuten-Strafe für Ilija Abutovic Keeper Appelgren bei eigenem Angriff aus dem Kasten und brachten dafür einen weiteren Feldspieler auf die Platte - mit fatalen Folgen. TSV-Schlussmann Lesjak konnte zweimal nacheinander parieren und warf den Ball danach jeweils geistesgegenwärtig in das Mannheimer Gehäuse - 24:23 für die "Recken"!

Youngster Büchner rettet "Recken" einen Punkt

Das Momentum schien jetzt aufseiten der Niedersachsen. Doch die Löwen zeigten eine eindrucksvolle Reaktion auf die Rückschläge. Nach einer Auszeit von Trainer Kristján Andrésson und einem Torwart-Wechsel - der frühere Kieler
Andreas Palicka kam für Appelgren - zogen die Gäste wieder auf 26:24 davon (50.). Hannover konnte erneut egalisieren, diesmal durch Martinovic (27:27/57.), sodass die letzten 180 Sekunden der Partie endgültig zu einem Nervenkrimi wurden. Zunächst brachte Mads Mensah Larsen die Löwen wieder in Führung, kurz darauf erhielt Jesper Nielsen eine Zweiminuten-Strafe, bevor der 20-jährige Vincent Büchner für die TSV ausglich (60.). Der Treffer des Youngster war der Schlusspunkt unter eine ebenso spannende wie hochklassige Begegnung.

03:26
Hallo Niedersachsen

Kiel siegt souverän in Wetzlar

HSG Wetzlar - THW Kiel 26:30 (10:17)

Tore HSG Wetzlar: Lindskog 6, Björnsen 5, Ferraz 5, Frend Öfors 4, Rubin 3, Forsell Schefvert 2, Torbrügge 1
THW Kiel: Bilyk 7, Ekberg 6/5, Reinkind 4, Wiencek 4, L. Nilsson 3, Dahmke 2, Duvnjak 1, N. Landin 1, Pekeler 1, Rahmel 1
Zuschauer: 4.127

Kiel knüpfte in seiner Auswärtspartie in Wetzlar nahtlos an seine Gala-Vorstellung in der Champions-League am vergangenen Sonnabend bei Titelverteidiger Vardar Skopje (31:20) an. Die "Zebras" führten bereits nach zehn Minuten mit 7:1, was HSG-Coach Kai Wandschneider zu seiner ersten Auszeit veranlasste. Aber auch anschließend fanden die Hessen gegen den THW keine Lösungen. Mit dem 15:6 durch einen Siebenmeter von Niclas Ekberg (24.) war die Begegnung eigentlich bereits vor der Halbzeit entschieden. Nach dem Seitenwechsel konnten die Schleswig-Holsteiner auch mit Blick auf ihr "Königsklassen"-Spiel am Sonnabend (17.15 Uhr) in Montpellier ein wenig ihre Kräfte schonen, ohne das der Erfolg noch ernsthaft in Gefahr geriet. Ein Zitterspiel wie noch am 2. Oktober, als Kiel mit 26:25 in Wetzlar gewann, blieb dem Team von Coach Filip Jicha diesmal erspart.

Flensburg verhindert nur knapp Blamage

Meister SG Flensburg-Handewitt wurde seiner Favoritenrolle im Duell mit Ludwigshafen gerecht. Die Schleswig-Holsteiner feierten ihren 28. Bundesliga-Heimsieg in Folge.

SG Flensburg-Handewitt - Die Eulen Ludwigshafen 29:26 (16:15)

Tore SG Flensburg-Handewitt: Gottfridsson 5, Jöndal 5, Johannessen 4, Versteijnen 4/4, Golla 3, Röd 3, Steinhauser 3, Zachariassen 2
Die Eulen Ludwigshafen: Jer. Müller 7, Neuhaus 4/4, Walullin 3, Dietrich 2, Falk 2, Mappes 2, Stüber 2, Dippe 1, Haider 1, Hofmann 1, Scholz 1
Zuschauer: 6.119

Überzeugend war ihr Auftritt jedoch erneut nicht. Wie bereits in den Vorwochen mangelte es der Equipe von Trainer Maik Machulla im Angriffsspiel an Tiefe und Tempo. Und weil auch die Deckung nach dem Abgang des langjährigen Abwehrchefs Tobias Karlsson noch nicht in der Verfassung der vergangenen Saison ist, lag zwischenzeitlich sogar eine Sensation in der Luft, als die Gäste in Hälfte zwei mit 25:22 führten (47.).

In der Schlussphase verhinderten die Norddeutschen dann zwar mit einem Kraftakt eine Blamage. In ihrer momentanen Form sind die Flensburger aber kein heißer Meister-Tipp. Nicht einmal ein lauwarmer...

SG bindet Röd langfristig

Vor der Partie hatte die SG die Vertragsverlängerung mit Rückraum-Ass Magnus Röd vermeldet. Der 22 Jahre alte norwegische Nationalspieler unterzeichnete ein neues bis 2023 datiertes Arbeitspapier. "Magnus ist zu einer Stütze in der Mannschaft gereift und hat in den beiden letzten Jahren eine unfassbare Entwicklung genommen", erklärte Machulla. Zuvor hatten die Flensburger bereits die Kontrakte mit den Kreisläufern Johannes Golla und Simon Hald ebenfalls bis 2023 verlängert.

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Dieses Thema im Programm:

Sportreport | 17.10.2019 | 22:25 Uhr