Stand: 21.10.2017 16:33 Uhr

Kiels toller Kampf wird mit einem Punkt belohnt

von Hanno Bode, NDR.de
Niclas Ekberg sicherte dem THW in letzter Sekunde ein Remis in Berlin.

Die Handballer des THW Kiel haben ihre fünfte Saisonniederlage in der Bundesliga gerade noch abgewendet. Niclas Ekberg sorgte mit einem verwandelten Siebenmeter drei Sekunden vor Ultimo für den 25:25 (14:15)-Endstand bei den Füchsen Berlin, die zumindest vorübergehend die Tabellenführung übernahmen. Das Team von Coach Alfred Gislason zeigte sich drei Tage nach dem bitteren Achtelfinal-Aus im DHB-Pokal bei der TSV Hannover-Burgdorf im Duell mit dem Titelkandidaten von seiner besseren Seite. Um selbst noch einmal ins Meisterschaftsrennen eingreifen zu können, hätte der kriselnde Rekordchampion aber wohl im "Fuchsbau" siegen müssen. "Wir spielen gute Spiele. Aber wenn am Ende dann immer nur ein oder kein Punkt da ist, dann bringt es dir auch nichts, wenn du gut spielst. Am Ende steht dann trotzdem wieder ein Minuspunkt mehr in der Tabelle. Und das können wir eigentlich nicht gebrauchen in der Situation", sagte Linksaußen Rune Dahmke dem NDR Hörfunk.

Vorzügliche Deckung, schwacher Positionsangriff

Beim THW wechselten sich im ersten Abschnitt Licht und Schatten ab. Positiv herauszuheben war die sehr konzentrierte Deckungsleistung. Kiels offensive 3-2-1-Formation nahm Berlins Toptorschützen Petar Nenadic in den ersten 30 Minuten nahezu komplett aus dem Spiel. Dafür ergaben sich zwar Lücken, in die insbesondere Steffen Fäth und Kevin Struck immer wieder erfolgreich stießen. Ingesamt war die Defensivleistung der "Zebras" aber weitaus besser als in vielen Partien zuvor. Nur mittelmäßig war indes erneut der Positionsangriff des Rekordmeisters. In Abwesenheit des immer noch verletzten Kapitäns Domagoj Duvnjak fiel es den Gästen schwer, sich in gute Wurfpositionen zu bringen. Unpräzise und voreilige Schüsse waren die Folge. So konnte sich Füchse-Schlussmann Silvio Heinevetter an seinem 33. Geburtstag für so manche Parade vom eigenen Anhang feiern lassen.

Dahmke und Weinhold vor der Pause überragend

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Steffen Weinhold (l.) war bester Kieler Rückraum-Spieler in Berlin.

THW-Treffer resultierten vor der Pause beinahe ausschließlich aus Gegenstößen oder Einzelaktionen. Dahmke (vier Tore) und Rückraum-Ass Steffen Weinhold (fünf) waren die prägenden Kieler Offensiv-Figuren vor dem Seitenwechsel. Mit ein wenig mehr Variabilität im Angriff wäre vielleicht mehr möglich gewesen für die "Zebras". Denn die Hausherren nahmen sich im ersten Durchgang immer mal wieder für ein paar Minuten Verschnaufpausen. Weil jedoch weder das Team von Coach Velimir Petkovic noch der THW zwischenzeitlich richtig einbrachen, waren die Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle Zeugen eines ausgeglichenen Duells, in dem beide Mannschaften zwischenzeitlich mit zwei Toren in Front lagen.

"Zebras" verspielen Drei-Tore-Führung

Füchse Berlin - THW Kiel 25:25 (15:14)

Tore Füchse Berlin: Fäth 8, Struck 6, Lindberg 3/2, Jiménez 2, P. Nenadic 2, Wiede 2, Drux 1, Gojun 1
THW Kiel: Ekberg 7/5, Weinhold 6, Dahmke 5, Bilyk 3, Vujin 2, Landin 1, Wiencek 1
Zuschauer: 9.000

Nach der Pause fanden die Gäste vorzüglich wieder ins Spiel, egalisierten zunächst und gingen dann mit einem 3:0-Lauf zum 18:15 (35.) erstmals mit drei Treffern in Front. Aber die Füchse konnten rasch zum 18:18 ausgleichen (42.), sodass sich nun noch mehr der Eindruck manifestierte, dass die Partie bis zur Schlusssirene auf Messers Schneide stehen würde. Und so kam es dann auch. Keiner der Kontrahenten konnte sich in Durchgang zwei absetzen. Kiel hatte bei 22:21-Führung und Ballbesitz die Chance, den Druck auf Berlin erheblich zu erhöhen. Weil ein Foul an Weinhold aber nicht geahndet wurde und Hans Lindberg im Gegenzug ausglich (54.), war der kleine Vorteil für den THW dahin.

Ekberg bewahrt kurz vor Ultimo die Nerven

Es kam noch schlimmer für den Rekordchampion. Fäth brachte die Füchse mit einem wuchtigen Wurf erstmals in Hälfte zwei in Front (24:23/59.) und scheinbar auf die Siegerstraße. Dahmke glich zwar im Gegenzug aus, aber Struck brachte die Hausherren postwendend erneut in Führung. Das Aus für die "Zebras"? Mitnichten. Routinier Christian Zeitz erzwang mit ganzem Körpereinsatz noch einen Siebenmeter, den Ekberg drei Sekunden vor Ultimo zum leistungsgerechten Remis verwandelte.

Der Kader des THW Kiel für die Serie 2017/2018

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein 18:00 | 21.10.2017 | 18:00 Uhr

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