Stand: 15.07.2019 18:15 Uhr

Flensburger Trainingsstart mit Fragezeichen

von Jan Kirschner, NDR.de
Flensburgs Coach Maik Machulla (2.v.r.) bat sein Team zum Trainingsauftakt zu einem Laktattest.

Handball-Meister Flensburg-Handewitt ist am Montag in die Saisonvorbereitung gestartet. Nach den Abgängen von Rasmus Lauge und Tobias Karlsson muss sich die SG wieder ein Stück weit neu erfinden.

Der erste Eindruck stimmte Maik Machulla schon einmal zufrieden. Als der Trainer des Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt am Montagvormittag zum Trainingsauftakt in der Marineschule Mürwik eintraf, sah er gut erholte Spieler mit gebräunten Gesichtern, hörte viele Scherze und registrierte eine rege Kommunikation untereinander. "Ich habe mich auf meine Jungs gefreut und sehe nun, dass sie auch mit Lust hergekommen sind", sagte der Coach. "Das ist wichtig, denn vor uns steht eine lange Saison, in der wir nur wenig Zeit zum Regenerieren haben werden."

Machulla formuliert noch keine Ziele

Die Flensburger bereiten sich vor für eine Spielzeit mit über 50 Partien und einen Tanz auf drei Hochzeiten. Nach zuletzt zwei Meisterschaften weiß Machulla um das große Selbstvertrauen in seiner Mannschaft, doch mit Saisonzielen wollte sich der Übungsleiter am ersten Trainingstag noch zurückhalten. "Wir stehen zunächst vor der Herausforderung, dass wir den besten Angreifer der letzten Spielzeit und den besten Abwehrakteur der Welt ersetzen müssen", betont Machulla. Rückraum-Ass Rasmus Lauge zog es nach Veszprém, Abwehrchef Tobias Karlsson, zugleich auch Kapitän, beendete seine Karriere.

Nur zwei Zugänge

Das Hauptthema in der Testphase wird die Abwehr sein. Dort möchte Machulla am bewährten 6:0-System festhalten, muss aber ohne Karlsson neue Aufstellungen, Abstimmungen und Hierarchien einstudieren. Mit Anders Zachariassen, Johannes Golla und Simon Hald sind drei Kreisläufer für das Deckungszentrum erprobt. Zumindest im Hinterkopf steckt aber auch die 5:1-Variante, mit der schneller auf die Offensive umgeschaltet werden könnte. Ein Vorteil für die SG: Viele Neuzugänge müssen nicht integriert werden. Neben dem jungen Niederländer Niels Versteijnen, die Nummer drei im rechten Rückraum hinter Holger Glandorf und Manus Röd, wechselte nur der polnische Routinier Michal Jurecki aus Kielce nach Flensburg.

Der 34-jährige kennt aus seiner Zeit in Hamburg und Lübbecke zwar schon die Bundesliga, muss aber nach einem Daumenbruch aus der vergangenen Serie noch mit Vorsicht agieren.

Glandorf auf Abschiedstournee Kapitän?

Bei der Leistungsdiagnostik, die die SG zum Auftakt zusammen mit der Universität Paderborn durchführte, mischte der Pole schon voll mit. Sprünge und Sprints wurden vermessen, die Belastungen beim Laufen kontrolliert. Obwohl der Himmel auf dem Sportplatz der Marineschule wolkenverhangen war, floss der Schweiß - bis die Sportwissenschaftler endlich ausreichend Daten gewonnen hatten. "Danke für dieses letzte Mal", grinste Holger Glandorf, "im nächsten Jahr bin ich nicht mehr dabei." Der Linkshänder geht in die letzte Saison seiner Laufbahn und wird womöglich Kapitän. Die beiden anderen Kandidaten heißen Jim Gottfridsson und Lasse Svan. Während des Trainingslagers in Südschweden, das am Mittwoch beginnt, sollen auch Gespräche über die Vergabe der Kapitänsbinde geführt werden.

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Schleswig-Holstein Magazin | 15.07.2019 | 19:30 Uhr