Dominik Klein © imago/Philipp Szyza

WM-Experte Klein: DHB-Team kann befreit aufspielen

Stand: 12.01.2021 13:50 Uhr

Am Mittwoch beginnt in Ägypen die Handball-WM. ARD-Experte Dominik Klein, einst Spieler des THW Kiel, traut dem neu formierten DHB-Team einiges zu.

Die Nachricht, auf die viele gewartet hatten, kam am frühen Sonntagabend via Twitter. "Es ist offiziell: Keine Fans bei #Egypt2021", teilte die International Handball-Föderation (IHF) in dem Tweet mit. Damit reagierten die Veranstalter der Weltmeisterschaft auf einen Protestbrief der Kapitäne von 14 europäischen Teams. Drei Tage vor dem Eröffnungsspiel wurde der Plan verworfen, die Hallen mit bis zu 20 Prozent der Zuschauerkapazität auszulasten.

Teaserbild für den Podcast "Der Sportschau-Olympia-Podcast" © WDR

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"Spieler haben Bock auf die WM"

Für den ehemaligen deutschen Nationalspieler Klein in Zeiten einer Corona-Pandemie eine nachvollziehbare Entscheidung. Das sagte der WM-Experte der ARD im Sportschau-Olympia-Podcast. Ob er sich auf eine WM ohne Zuschauer gefreut hätte? "Am Ende ist es trotzdem Handball. Wir verkörpern unsere Sportart. Wir haben leidenschaftliche Sportler, die haben alle Bock darauf, in Ägypten dabei zu sein. Ob ich persönlich Spaß daran gehabt hätte? Ich glaube am Ende schon", sagte der 37-Jährige.

Es sei immerhin die Sportart, die er von Kindesbeinen an habe erleben dürfen, in der er viele Vorbilder gefunden habe. "Ich bin in einer Handballer-Familie groß geworden. Den Spaß hätte ich mit Sicherheit gehabt - auch wenn ich immer gerne das Zusammenspiel mit den Zuschauern gehabt habe. Das Publikum hilft einer Mannschaft, wenn es sein muss."

Klein: Wolff-Kritik "hat es nicht gebraucht"

Als wenig hilfreich in der Vorbereitung auf das Turnier stufte Klein die Aussagen von Andreas Wolff ein. Der Torwart hatte kürzlich seine ehemaligen THW-Teamkollegen Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold dafür kritisiert, dass sie aufgrund der Corona-Pandemie auf die WM verzichtet hatten. Insgesamt fehlen neun Profis, zum Teil aufgrund von Verletzungen.

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"Bundestrainer Alfred Gislason hat der Zeitpunkt des ganzen Aufruhrs natürlich nicht geschmeckt - verständlicherweise", sagte Klein. Das Verständnis für jene Spieler, die sich gegen die WM entschieden haben, müsse ganz einfach groß sein. "Gislason versteht auch jede Situation der Spieler. Von daher hat es das mit Sicherheit nicht gebraucht zu diesem Zeitpunkt."

Lob für Firnhaber und Flensburger Golla

Am Sonntag im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich, das zugleich auch die Generalprobe für die WM war, hat sich das deutsche Team unbelastet davon gezeigt. In einem bis auf eine zehnminütige Phase nach der Pause starken Auftritt gelang ein 34:20.

"Sebastian Firnhaber, der auch mal in Kiel mit Wiencek und Pekeler im Innenblock trainiert hat und jetzt in Erlangen spielt, macht das sehr ordentlich. Er und Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt sind zwei junge Spieler, die das Zeug dazu haben, da jetzt hineinzuwachsen." Der Druck für das neu formierte Team sei nicht allzu hoch, so Klein: "Es braucht jetzt Mut. Einige können sich in den Vordergrund spielen."

"Mit Viertelfinale sehr zufrieden"

Wie stehen die Chancen für das DHB-Team bei der WM mit 32 Mannschaften? Uruguay ist am Freitag (17.55 Uhr, live im Ersten) Auftaktgegner, danach geht es gegen Kapverde (17. Januar) und den EM-Neunten Ungarn (19.). Das Erreichen der Hauptrunde ist Pflicht.

Schließlich qualifzieren sich die ersten drei Teams der acht Vorrundengruppen für die Hauptrunde, die in vier Sechsergruppen ausgespielt wird. Die beiden besten Mannschaften erreichen dann die im K.o.-System ausgespielte Runde der letzten Acht. Klein: "Beim Erreichen des Viertelfinals wäre ich schon sehr zufrieden."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 12.01.2021 | 05:00 Uhr

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