Flensburgs Göran Johannessen beim Sprungwurf © imago/NEWSPIX Foto: Pawel Janczyk

Vorne und hinten hui: Flensburg feiert in Polen Gruppensieg

Stand: 04.03.2021 22:21 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt hat sich mit einer bärenstarken Leistung den Gruppensieg in der Handball-Champions-League gesichert. Die Mannschaft von Maik Machulla siegte im Topspiel bei KS Vive Kielce mit 31:28 (19:17).

von Florian Neuhauss

Dabei ragten am Donnerstagabend Torhüter Benjamin Buric mit sage und schreibe 20 Paraden und Linksaußen Hampus Wanne mit 11 Toren heraus. Schon ein Unentschieden hätte gereicht, weil schon das Hinspiel an die Flensburger gegangen war. Die zwei am grünen Tisch verlorenen Partien war am Ende bedeutungslos. Gegner im Achtelfinale ist damit RK Zagreb. Der Letzte der Gruppe B verlor auch das letzte Gruppenspiel beim THW Kiel mit 30:36.

"Das war eine außergewöhnliche Leistung meiner Mannschaft", sagte Machulla dem NDR. "Jetzt geht es darum, sich schnell zu regenerieren und sich aufs nächste Spiel vorzubereiten. Aber heute sollen wir uns einfach freuen und es genießen, denn es ist das erste Mal, dass wir Gruppenerster sind. In dieser unglaublichen Gruppe - das ist einfach bemerkenswert."

"Gegen Kielce ist es nie einfach. Aber wir haben als Team eine großartige Leistung gezeigt. Wir haben von überall auf dem Feld getroffen", freute sich Wanne. "Dass wir die Gruppe mit solch starken Gegnern gewonnen haben, ist riesig. Es fühlt sich so an, als hätten wir schon 100 Spiele absolviert. Es ist toll, dass wir gerade allen beweisen, dass wir eine gute Mannschaft sind."

Dreimal Duschebajew, Flensburg als starkes Team

Der Anfangsphase der Partie drückten beide Torhüter ihren Stempel auf. Buric stand Nationaltorwart Andreas Wolff im Kielce-Trikot in nichts nach. Zunächst hatte die SG leichte Vorteile, Wanne traf per Siebenmeter zum 3:1 (5.). Der schwedische Linksaußen und sein Landsmann Jim Gottfridsson im Rückraum waren die besten Feldspieler beim deutschen Vizemeister. Auf der anderen Seite glänzten nicht zuletzt die beiden Söhne von Trainer Talant Duschebajew,-SAlex und Daniel - Kielce kam in einem rassigen und ungemein hochklassigen Handballspiel in der 14. Minute zum 6:6.

KS Vive Kielce - SG Flensburg-Handewitt 28:31 (17:19)

Tore für Kielce: A. Duschebajew 6, Moryto 6/2, Kulesch 5, D. Duschebajew 4, Karalek 3, Karacic 2/1, Sicko 1, B. Vujovic 1
Tore für Flensburg: Wanne 11/4, Gottfridsson 5, Golla 4, Johannessen 3, Röd 3, Svan 3, Larsen 2
Strafminuten: 8 / 8

Doch nach gut 20 Minuten nutzten die Schleswig-Holsteiner eine Zwei-Minuten-Strafe von Kielces Topscorer Alex Duschebajew. Wanne mit seinem schon neunten Tor (22.), Buric mit einer starken Parade und Magnus Röd sorgten für das 16:13 (24.). Johannes Golla baute die Führung einige Sekunden später sogar noch aus. Die Polen kamen zwar wieder auf ein Tor heran, Golla traf allerdings zum 19:17-Pausenstand.

Buric mit einer Weltklasse-Leistung

Auch die zweite Hälfte begann aus Gäste-Sicht vielversprechend: Wanne erzielte wenige Sekunden nach Wiederanpfiff seinen elften Treffer. Und auch wenn Golla danach die erste Flensburger Zeitstrafe kassierte (32.), legte Röd sogar noch das 21:17 nach (33.).

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Buric hatte das Duell der Schlussmännner längst für sich entschieden - Mitte der zweiten Hälfte war der Bosnier bereits bei 14 Paraden, Wolff war zeitweise ausgewechselt worden. Aber Coach Duschebajew nervte mit Umstellungen in der Verteidigung, mal 3-2-1, dann 5-1 und wieder 6-0, die SG-Offensive. So blieb es spannend, und Kielce schnupperte erstmals nach dem 13:13 wieder am Ausgleich: Doch Buric war am diesem Abend Weltklasse und hielt das 25:24 (51.).

Fünf Minuten vor dem Ende markierte Röd das 28:25. Eine Zeitstrafe für Gottfridsson (56.) steckte die SG weg, vergab aber bei einer Zwei-Tore-Führung gegen Wolff die Vorentscheidung (59.). Doch im Gegenzug war noch ein letztes Mal Buric zur Stelle und ließ keinen Zweifel mehr am hochverdienten Sieg aufkommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 04.03.2021 | 23:03 Uhr

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