Stand: 07.09.2019 22:24 Uhr

THW Kiel verliert erneut beim SC Magdeburg

von Christian Görtzen, NDR.de

Für Handball-Rekordmeister THW Kiel bleibt es ein unerbittliches "Gesetz" - beim SC Magdeburg geht einfach nichts. Die "Zebras" kassierten am vierten Spieltag der Bundesliga vor 6.600 Zuschauern ein 31:32 (19:18) beim SCM. Es war die fünfte Niederlage hintereinander dort. Der letzte Erfolg in der Magdeburger Arena datiert vom 8. April 2015 (32:26). Durch die erste Niederlage der Saison stehen der neue THW-Trainer Filip Jicha und sein Team im Hinblick auf die nächste schwere Aufgabe, das 101. Landesderby am kommenden Donnerstag (19 Uhr) gegen Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt, schon merklich unter Erfolgsdruck.

SCM beginnt furios, THW reagiert stark

Die Kieler bekamen gleich in den ersten Minuten zu spüren, was sie in der Halle mit dieser besonderen Atmosphäre erwarten würde. Der SCM legte gewaltig los, kam durch Tempo-Handball schnell zur Drei-Tore-Führung: Albin Lagergren sorgte per Gegenstoß für das 4:1 (5.).

SC Magdeburg - THW Kiel 32:31 (18:19)

Tore Magdeburg: M. Damgaard 6, Hornke 5/2, Musche 5/1, Pettersson 5/1, Lagergren 4, Bezjak 2, Musa 2, Chrapkowski 1, O´Sullivan 1, E. Schmidt 1
Tore Kiel: Ekberg 11/5, L. Nilsson 5, M. Landin 3, Pekeler 3, Wiencek 3, Reinkind 2, Weinhold 2, Bilyk 1, Zarabec 1
Zuschauer: 6.600
Strafminuten: 14/8

Zwar verkürzten die Schleswig-Holsteiner bald darauf durch Magnus Landin auf 4:5 (9.). Doch Magdeburg war einfach früh "on fire". Angetrieben von ihren frenetischen Fans, zogen die Sachsen-Anhalter durch Michael Damgaard erstmals auf vier Tore davon - 10:6 (13.). Nach dem 7:11 nahm Jicha eine Auszeit. Er veränderte die Defensivtaktik. Aus der 5-1-Abwehr wurde eine offensive 3-2-1-Deckung mit Domagoj Duvnjak auf der Spitze. Auf der Torhüterposition ersetzte der Ex-Magdeburger Dario Quenstedt den dänischen Weltmeister Niklas Landin.

Als Magdeburg wenig später in der Offensive überdrehte, ungestüm abschloss, waren die "Zebras" sofort zur Stelle. Mit einem 3:0-Lauf verkürzten sie auf 14:15 (22.). Bei eigener Überzahl glich Niclas Ekberg für den THW zum 17:17 (25.) aus. Und Lukas Nilsson gelang mit dem 19:18 sogar die erste Führung (30.), mit der es auch in die Pause ging.

"Zebras" kassieren vier Tore in Folge

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Der Kieler Lukas Nilsson (l.) beim Torwurf (r. Piotr Chrapkowski).

Bei den Norddeutschen trumpfte nach zehn Minuten der zweiten Halbzeit Quenstedt auf. Zunächst hielt der Keeper einen Siebenmeter von Matthias Musche, kurz darauf nahm er einen freien Wurf vom Kreis von Zeljko Musa weg. Es deutete lange Zeit einiges auf einen Sieg der Gäste hin, doch innerhalb von 120 Sekunden brachten sie sich selbst vom Weg ab. Technischen Fehlern im Angriff folgten postwendend die Konter der Magdeburger. Und die saßen: Durch einen 4:0-Lauf machten die Gastgeber aus einem 24:26 ein 28:26 (48.).

Jicha nahm eine Auszeit, um seine Spieler wieder zu beruhigen. Das gelang aber nicht wirklich. Immer wieder scheiterten die Kieler am famosen SCM-Keeper Tobias Thulin. Allerdings: Die "Zebras" gaben sich noch nicht geschlagen. Landin kehrte ins Tor zurück und hielt sofort prächtig. Er wehrte die Siebenmeter von Daniel Pettersson (53.) und Tim Hornke (55.) ab und hielt so den THW im Spiel. Kiel kam noch einmal auf 31:32 heran, zu mehr reichte es aber nicht. Erfolgreichster Kieler war einmal mehr Ekberg, der elf Tore erzielte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 07.09.2019 | 22:40 Uhr

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