Sander Sagosen vom THW Kiel (l.) im Heimspiel gegen den Bergischen HC. © Imago Foto: Claus Bergmann

THW Kiel siegt mit Mühe, Flensburg-Handewitt mit viel Glück

Stand: 15.04.2021 21:45 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt hat am Donnerstagabend durch ein glückliches 29:28 (15:14) beim TuSEM Essen den ersten Tabellenplatz in der Handball-Bundesliga verteidigt. Der THW Kiel ist dank des 33:30 (16:14) gegen den Bergischen HC nun Zweiter.

von Christian Görtzen

Die beiden norddeutschen Spitzenteams eilen in der Bundesliga im Gleichschritt weiter von Erfolg zu Erfolg. Aber sowohl die SG als auch der THW taten sich am 26. Spieltag sehr schwer. Flensburg-Handewitt steht nach 22 absolvierten Partien mit nun 40:4 Punkten in der Tabelle ganz oben. Kiel rückte mit jetzt 39:5 Zählern an den Rhein-Neckar Löwen (38:14) vorbei auf Platz zwei vor. Für die "Zebras" stehen nun bis zum 9. Mai fünf Auswärtsspiele hintereinander auf dem Programm, es geht zur HBW Balingen-Weilstetten, nach Melsungen, Essen, Erlangen und Berlin.

THW siegt auf ähnliche Weise wie in Hannover

Die Kieler trafen zum zweiten Mal in Folge auf einen Gegner, der gerade erst aus der Quarantäne gekommen war. Und genauso wie am vergangenen Sonnabend die TSV Hannover-Burgdorf zeigte sich auch der BHC in der Anfangsphase von dieser Beeinträchtigung unbeeindruckt. Arnor Thor Gunnarsson überwand THW-Torhüter Niklas Landin zum 4:4 (9.). Da die "Zebras" danach aber konzentrierter auftraten als in der niedersächsischen Landeshauptstadt, zogen sie recht mühelos auf 11:7 (22.) davon - Magnus Landin sorgte für die erste Vier-Tore-Führung. Zur Pause hieß es 16:14. Allein sechs Tore zum nicht mehr so deutlichen Vorsprung steuerte der starke slowenische Spielmacher Miha Zarabec bei.

THW Kiel - Bergischer HC 33:30 (16:14)

Tore Kiel: Ekberg (8/5), Zarabec (7), Wiencek (5), Duvnjak (4), Weinhold (3), Sagosen (3), Jacobsen (2), Ehrig (1)
Tore Bergischer HC: Gunnarsson (8/4), Darj (6), Weck (6), Schmidt (4), Arnesson (3), Sschmitz (2), Bergner (1)

Als die ersatzgeschwächten Gäste (fünf Ausfälle wegen Corona, zwei wegen Verletzungen) dann sogar zum 18:18 (36.) ausglichen, waren die Kieler wieder gefordert. Doch richtig überzeugend war ihre Reaktion zunächst nicht. Erst in den letzten zehn Minuten zog die Mannschaft von THW-Trainer Filip Jicha ihrem Gegner davon - genau, wie sie es schon in Hannover getan hatte. Domagoj Duvnjak sorgte mit dem 29:25 (51.) für eine recht beruhigende Führung. Den Sieg ließen sich die Norddeutschen nicht mehr nehmen.

Flensburger lassen Souveränität vermissen

Obwohl Flensburg-Handewitt und Essen in der Tabelle 17 Plätze voneinander trennen, war davon in der Sporthalle Am Hallo kaum etwas zu sehen. Nach einer 3:1-Führung (7.), für die Mads Mensah Larsen gesorgt hatte, lief es doch ziemlich ruckelig im Spiel der Norddeutschen. Die Gastgeber hielten frech dagegen und führten bald darauf sogar mit 6:5 (13.). Als sich Flensburg danach steigerte und selbst mit 13:10 (25.) in Führung ging, schien alles den normalen Verlauf zu nehmen. Doch Essen ließ sich nicht abschütteln, traf jetzt sehr gut. Und so fiel die Flensburger Führung zur Pause mit 15:14 mager aus.

TuSEM Essen - SG Flensburg-Handewitt 28:29 (14:15)

Tore Essen: Beyer 7/4, Jus. Müller 6, Zechel 5, Morante Maldonado 4, Szczesny 2, L. Firnhaber 1, Ignatow 1, Klingler 1/1, Seidel 1
Tore Flensburg: Gottfridsson 8/2, Johannessen 5, Golla 3, Jöndal 3, Röd 3, Wanne 3/3, Hald 1, Larsen 1, Petersson 1, Svan 1
Strafminuten: 6/6

Und auch nach Wiederbeginn tat sich der Tabellenführer beim Abstiegskandidaten äußerst schwer. Die SG kam lange Zeit einfach nicht weg von den Essenern. Erst in der 51. Minute gelang dies mit dem 26:23. War das die Vorentscheidung? Keineswegs. Der Aufsteiger ließ nicht nach, kam durch Noah Beyer wieder auf 26:27 (57.) heran. 42 Sekunden vor dem Ende der Partie glich Eloy Morante gar zum 28:28 aus. SG-Trainer Maik Machulla nahm eine Auszeit, bereitete sein Team auf den nächsten Angriff vor.

SG triumphiert nach dramatischen Schlusssekunden

Es sollten zwei Siebenmeter folgen: Jim Gottfridsson vergab den ersten, doch die Flensburger blieben in Ballbesitz. Sieben Sekunden vor der Schlusssirene traf Hampus Wanne von der Linie zum 29:28. Auszeit TuSEM. Drei Sekunden waren noch auf der Uhr. Lucas Firnhaber warf aus zwölf Metern. Im Flug ertönte die Schlusssirene, erst danach glitt SG-Keeper Benjamin Buric der Ball durch die Hände ins Netz. Die Flensburger, bei denen Gottfridsson mit acht Toren erfolgreichster Spieler war, gewannen überaus glücklich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 15.04.2021 | 23:03 Uhr

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