Stand: 18.05.2019 23:00 Uhr

THW Kiel holt sich den Pott - EHF-Cup-Sieger 2019

von Matthias Heidrich, NDR.de

THW Kiel heißt der EHF-Cup-Sieger 2019. Der deutsche Handball-Rekordmeister zeigte am Samstagabend in eigener Halle eine starke Leistung im deutschen Finale gegen Titelverteidiger Füchse Berlin. Am Ende hieß es 26:22 (16:10) für die Schleswig-Holsteiner, die damit die erste internationale Trophäe seit dem Champions-League-Triumph von 2012 gewannen und ihrem Trainer Alfred Gislason einen perfekten internationalen Abschied bescherten. Der Isländer beendet im Sommer nach elf Jahren an der Förde seine Karriere als Vereinstrainer. Der EHF-Cup-Sieg ist der 20. Titel für Gislason mit den Norddeutschen.

"Dieser Titel ist etwas ganz Besonderes"

"Dieser Titel vor unseren Fans ist etwas ganz Besonderes", sagte Kiels Rückraum-Ass Steffen Weinhold. Teamkollege Patrick Wiencek meinte: "Ich bin überglücklich. Jetzt hoffen wir noch auf die Meisterschaft." Bester Werfer der Kieler, die im April bereits den DHB-Pokal gewonnen hatten, war im "Finale to Huus" Rechtsaußen Niclas Ekberg mit sieben Treffern. Berlins Nationalspieler Paul Drux sagte: "Kiel hat verdient gewonnen. Wir hatten zehn schwache Minuten vor der Pause. Das haben sie ausgenutzt."

Landin von Beginn an wach - Duvnjak wacht spät auf

In einer von Beginn atemberaubenden Athmosphäre lieferten sich die beiden deutschen Topclubs einen offenen Schlagabtausch. Kiels Pfund war wie schon im Halbfinale gegen Holstebro Torhüter Niklas Landin, der einige Paraden zeigte und Berlins Routinier Hans Lindberg einen Siebenmeter wegnahm. Der Däne setzte kurz darauf den zweiten an beide Innenpfosten. Kiel lag nicht unverdient nach knapp 20 Minuten mit drei Toren vorn - 9:6. Die Füchse kämpften sich immer wieder ran, ehe Domagoj Duvnjak ins Spiel eingriff. Der Welthandballer hatte sich lange vornehm zurückgehalten, packte dann aber zwei unnachahmliche Rückraum-Treffer aus - 15:10 für die "Zebras" (29.), die Halle stand. Die Füchse waren komplett von der Rolle und beeindruckt von der Zielstrebigkeit der "Zebras". Die Sechs-Tore-Führung der Gastgeber zur Pause ging jetzt vollkommen in Ordnung.

Wolff kommt und hält den Sieg fest

THW Kiel - Füchse Berlin 26:22 (16:10)

Tore THW Kiel: Ekberg 7, Weinhold 5, M. Landin 4, Duvnjak 3, L. Nilsson 2, Pekeler 2, Bilyk 1, Reinkind 1, Zarabec 1
Füchse Berlin: Elisson 6, Drux 3, Lindberg 3, Marsenic 3, Zachrisson 3, Wiede 2, Holm 1, Mandalinic 1
Strafminuten: 6 / 6

Die Berliner konnten das Spiel nach dem Seitenwechsel wieder ausgeglichener gestalten, kamen auf drei Tore ran - 20:17 (43.). Landin brachte jetzt kaum noch Hände an die Bälle. Gislason reagierte und brachte Andreas Wolff, der sofort mehrere Versuche der Füchse hielt, inklusive Siebenmeter. Er war nun der Erfolgsfaktor im Kieler Spiel, zumal sich der THW mit einigen Zwei-Minuten-Strafen immer wieder in die Bredouille brachte. Berlin kämpfte, aber angetrieben von den frenetischen Fans behielt das Gislason-Team die Nerven. Weinholds 25:19 dreieinhalb Minuten vor dem Ende kam einer Vorentscheidung gleich. Das wussten auch die THW-Fans, die sich danach alle erhoben und die "Zebras" quasi ins Ziel klatschten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 18.05.2019 | 22:40 Uhr

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