Stand: 24.11.2019 15:22 Uhr

THW Kiel gewinnt Handball-Krimi gegen Leipzig

Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel hat sich in der Bundesliga auf den zweiten Tabellenplatz verbessert. Die Schleswig-Holsteiner hatten am Sonntagnachmittag beim 27:26 (12:11)-Erfolg gegen den SC DHfK Leipzig allerdings sehr viel Mühe. Bis zur Schlusssirene hatten die Gäste die Chance, einen Punkt von der Förde zu entführen. Nach dem zehnten Saisonsieg sind die "Zebras" gefühlt Spitzenreiter - Landesrivale SG Flensburg-Handewitt hat zwei Minuszähler mehr auf dem Konto. "Das war heute ein Kampfsieg. Die letzten Spiele waren auch immer knapp, heute haben wir zum Glück gewonnen", sagte Kreisläufer Patrick Wiencek im NDR 2 Interview.

THW mit Probleme im Positionsangriff

Der THW hatte in Abwesenheit seines verletzten Regisseurs Domagoj Duvnjak (Muskelfaserriss in der linken Wade) zunächst große Probleme im Positionsangriff. Miha Zarabec, der Vertreter des kroatischen Ausnahme-Handballers, war zwar sehr bemüht und erzielte die ersten beiden Kieler Tore. Dennoch blieb in der Offensive vorerst vieles Stückwerk bei den Hausherren. Leipzig agierte ideenreicher und führte mit 5:3 (13.), bevor eine Zweiminutenstrafe gegen Bastian Roscheck die Sachsen entscheidend schwächte. Den "Zebras" gelang in Überzahl ein 3:0-Lauf zum 6:5 (17.). Zu diesem Zeitpunkt hatte Coach Filip Jicha bereits die angeschlagenen Nikola Bilyk (Adduktorenprobleme) und Niclas Ekberg (Achillessehnenschmerzen) eingewechselt. Zudem stand Steffen Weinhold erstmals nach achtwöchiger Verletzungspause auf der Platte. Der Nationalspieler hatte wegen eines Anrisses der Plantar-Faszie im linken Fuß zwei Monate pausieren müssen.

Jichas Maßnahmen greifen nur vorübergehend

Damit noch nicht genug der Umstellungen. Jicha wechselte im Verlauf der ersten Hälfte auch noch Linksaußen Rune Dahmke ein - und zwar auf der Rückraummitte-Position. Des Trainers Maßnahmen griffen, wenn auch nur vorübergehend. Der THW erwarf sich eine 11:7-Führung (26.), ging fortan aber etwas zu unkonzentriert zu Werke, sodass die Sachsen aufholen konnten. Zur Halbzeit war der Kieler Vorsprung auf einen Treffer zusammengeschmolzen. In Anbetracht der vielen angeschlagenen Kieler Akteure sowie des Mammut-Programms der vergangenen Wochen - es war das 28. Pflichtspiel für die "Zebras" in dieser Serie - stellte sich die Frage, ob der Rekordmeister genug Kraft für 60 Minuten Handball auf Spitzenniveau haben würde.

Bilyk bringt THW auf Siegerstraße

THW Kiel - DHfK Leipzig 27:26 (12:11)

Tore THW Kiel: Bilyk 8, Ekberg 6/4, M. Landin 3, Wiencek 3, Pekeler 2, Zarabec 2, L. Nilsson 1, Rahmel 1, Reinkind 1
DHfK Leipzig: Semper 9, Santos 5, Wiesmach 4, Ph. Weber 3, Witzke 2, M. Gebala 1, Krzikalla 1/1, Milosevic 1
Zuschauer: 10.285 (ausverkauft)

Spielerisch lag auch nach dem Seitenwechsel weiter einiges im Argen bei den Schleswig-Holsteinern. Gegen die sehr gut harmonierende Leipziger Deckung mussten sie zunächst viel Aufwand für ihre Torerfolge betreiben. Dass Kiel selbst in doppelter Überzahl nur ein Treffer durch Hendrik Pekeler gelang (18:17/41.), war bezeichnend für den schwerfälligen Offensiv-Auftritt der Jicha-Equipe in der zweiten Hälfte. Selbst ein 3:0-Lauf zum 21:18 (47.) sorgte nicht für die erhoffte Stabilität bei den Schleswig-Holsteinern. Leipzig konnte durch den überragenden Franz Semper egalisieren (24:24/54.). Doch der THW hatte die richtige Antwort parat. Und in Bilyk gab sie Kiels Bester in diesem Handball-Krimi. Mit zwei Toren in Folge sorgte der Österreicher für das 26:24 (55.).

Die Vorentscheidung? Mitnichten! Der Rekordchampion musste bis zum Schluss um den Sieg zittern. Leipzig war knapp 30 Sekunden vor Ultimo in Ballbesitz, vermochte es aber nicht mehr, sich in Wurfposition zu bringen. So rissen die Hausherren erleichtert die Arme in die Höhe und feierten einen sehr hart erkämpften Sieg.

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Handball im Tornetz © picture-alliance / Sven Simon Foto: FrankHoermann/Sven Simon

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 24.11.2019 | 15:25 Uhr

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