Stand: 13.11.2019 21:41 Uhr

THW Kiel gelingt Revanche beim FC Porto

von Johannes Freytag, NDR.de
Kiels Kapitän Domagoj Duvnjak steuerte zwei Treffer zum Sieg in Porto bei.

Der THW Kiel hat in der Handball-Champions-League eine gute Reaktion gezeigt. Der deutsche Rekordmeister setzte sich dank eines Last-Minute-Treffers von Harald Reinkind mit 30:29 (14:16) beim FC Porto durch und feierte so eine gelungene Revanche für die 27:28-Heimniederlage vom Sonntag. In der Staffel B der Königsklasse sind die Kieler als Tabellenführer weiter klar auf Kurs Direkt-Qualifikation für das Viertelfinale. Bester Kieler Werfer der Partie war Magnus Landin mit neun Treffern.

THW Kiel zu hektisch, Porto robust und wuchtig

Die Kieler mussten in Porto ohne Niclas Ekberg auskommen. Der Schwede, am Sonntag mit sieben Treffern noch bester THW-Werfer, leidet an einer Achillessehnenverletzung. Ob Ekberg länger ausfallen wird, ist noch offen.

FC Porto - THW Kiel 29:30 (16:14)

Tore Porto: Iturriza Alvarez 6, Blanco Balasquez 5, Branquinho 4/1, Gomes 3, Mbengue 3, Silva Sousa Martins 3, Fernandes 2, Borges Hernandez 1, Martins Soares 1, Salina Amador 1
Tore Kiel: M. Landin 9/6, Reinkind 8, Bilyk 4, Pekeler 4, Duvnjak 2, Rahmel 2, L. Nilsson 1
Zuschauer: 1.916
Strafminuten: 6 / 8

"Nicht mit der Brechstange, sondern mit spielerischen Mitteln" hatte THW-Coach Filip Jicha als Marschroute ausgegeben. Die "Zebras" versuchten, dies in der schwungvollen Anfangsphase umzusetzen. Es gelang nur bedingt, weil vor allem die Defensive des deutschen Rekordmeisters Probleme mit Portos robuster und wuchtiger Spielweise hatte. (7:7/13.). Auch Torwart Dario Quenstedt, der anstelle von Niklas Landin beginnen durfte, war kein Faktor - nach 18 Minuten führte Porto erstmals mit zwei Treffern (11:9), zwei Minuten später in doppelter Überzahl sogar mit drei Toren (13:10/20.).

Kiel ließ sich in der Abwehr viel zu einfach ausspielen, immer wieder überraschten dabei Portos Rechtshänder von der Rechtsaußenposition. Im Angriff agierten die THW-Profis zu hektisch und scheiterten zudem oft am starken Porto-Keeper Alfredo Quintana. Mit dem 14:16-Pausenrückstand war der Bundesligist noch gut bedient.

Kiel holt Fünf-Tore-Rückstand auf

Zu Beginn des zweiten Durchgangs agierten die Portugiesen im Angriff erstmals mit sieben Feldspielern (in Kiel hatten sie das fast im gesamten Spiel gemacht). Die Wucht schien die Kieler zu überraschen, denn plötzlich lag Porto mit fünf Toren vorne (19:14 /33.). Aber die Schleswig-Holsteiner steckten den Rückschlag weg, standen nun kompakter am Kreis und holten Tor um Tor auf und glichen wieder aus (47./23:23).

Nun wurde es in der "Dragão Arena" vor knapp 2.000 Zuschauern zum Krimi. Zwischenzeitlich zog Porto zwar wieder auf zwei Tore weg (51./26:24), aber die Hausherren leisteten sich in der zweiten Spielhälfte zu viele technische Fehler, eine Minute vor dem Ende stand es erneut remis (29:29). Dieses Mal hatte der THW das Spielglück auf seiner Seite. In der Schlusssekunde traf Reinkind zum nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg. In der gesamten Partie hatte Kiel zuvor nicht ein einziges Mal in Führung gelegen.

Weitere Informationen

Ergebnisse Handball-Champions-League, Gruppe B

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 13.11.2019 | 23:03 Uhr