THW-Trainer Filip Jicha © picture alliance/Marius Becker/dpa Foto: Marius Becker

THW Kiel: Sorgen vor dem Spitzenspiel

Stand: 23.12.2020 10:56 Uhr

Kommt das heutige Bundesliga-Spitzenspiel gegen die RN Löwen (18 Uhr) für den THW Kiel zum falschen Zeitpunkt? Die "Zebras" müssen wohl weiter auf Domagoj Duvnjak, Pavel Horak und Magnus Landin verzichten.

von Jan Kirschner

Die drei Profis waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Duvnjak und Horak haben die behördlich angeordnete Quarantäne inzwischen zwar wieder verlassen. Doch im Vollbesitz ihrer Kräfte sind sie noch nicht wieder, wie THW-Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker am Montagabend auf der Website des Rekordchampions berichtete: "Dule und Pavel merken schon, dass ihnen die Folgen einer schwere Virusinfektion im Körper stecken. "Sie sind bei den ersten, moderaten Aufbau-Trainingseinheiten sehr schnell an ihre muskulären Grenzen gestoßen." Einen Einsatz des Duos gegen die Löwen bezeichnete Brandecker als "mehr als fraglich".

Jicha plant ohne Duvnjak, Horak und Magnus Landin

In dieselbe Kerbe hatte zuvor bereits Coach Filip Jicha geschlagen. "Wir werden null Risiko eingehen", kündigte der Tscheche an. "Erst wenn mir unsere medizinische Abteilung nach den ganzen Untersuchungen, die anstehen, komplett grünes Licht gibt, werden wir diese drei Spieler wieder aufbauen. Meine persönliche, wenn auch nicht fundierte Meinung: Das Löwen-Spiel ist zu früh für sie, ich plane nicht mit ihnen."

Nur zehn Profis stehen zur Verfügung

Da auch Nikola Bilyk (Kreuzbandriss) weiterhin fehlt, war für die Partie in Stuttgart die Schar der Profis auf zehn geschrumpft. "Beim Abschlusstraining machten wir so viele Fehler, dass es wirkte, als sei der Ball ein Störfaktor", verriet Filip Jicha. Nicht nur ihm schwante Böses. Und als dann Rune Dahmke angeschlagen vom Feld musste, klaffte auch noch auf Linksaußen eine Lücke.

So kam der 27-jährige Nordfriese Malte Voigt, der vom TSV Altenholz bis Jahresende verpflichtet worden war, zum Zuge. Trotz aller Widrigkeiten gelang beim TVB Stuttgart, der in dieser Serie alles andere als Laufkundschaft ist, ein glatter 34:27-Erfolg.

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Löwen-Coach Schwalb: "Wir sind nicht der Favorit"

In jedem Fall hinterließen die Kieler am Wochenende einen besseren Eindruck als die Rhein-Neckar Löwen, die bis zum Schluss um den 24:23-Erfolg gegen den Bergischen HC zittern mussten. Schon im Vorfeld der Partie hatten die Süddeutschen eine Hiobsbotschaft zu verdauen. Ihr Sportlicher Leiter Oliver Roggisch hatte in seinem privaten Umfeld Kontakt mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person und musste in Quarantäne. Ohne ihn reisen die Rhein-Neckar Löwen in den hohen Norden. "Wir sind sicherlich nicht der Favorit, werden aber frei von der Leber weg unseren Handball spielen", sagte Coach Martin Schwalb.

Bilanz spricht für Kieler Heimsieg

Sein Team braucht einen Erfolg allerdings dringender. Bei einer Niederlage hätte es bereits sieben Minuspunkte auf dem Konto und würde den Anschluss zu Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt und Titelverteidiger Kiel verlieren. Die Bilanz spricht allerdings für einen Heimsieg. Der THW verlor zu Hause von den wettbewerbsübergreifend 23 Duellen nur vier. Am 8. März, dem letzten Spiel vor dem Lockdown und dem späterem Saisonabbruch, besiegten die "Zebras" die Rhein-Neckar Löwen mit 27:21. Bester Torschütze war damals Duvnjak mit sechs Toren. Nun ist sein Einsatz mehr als fraglich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 24.12.2020 | 23:03 Uhr

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