Flensburgs Hampus Wanne (l.) bejubelt einen Treffer. © imago images / Jan Huebner

Siege für Flensburg und Kiel - Sagosen fehlt drei Wochen

Stand: 05.10.2020 16:07 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt ist mit 29:27-Erfolg in Wetzlar in die Handball-Bundesliga gestartet. Der THW Kiel gewann ebenfalls - beim 36:30 gegen Erlangen verletzte sich allerdings Sander Sagosen und fällt drei Wochen aus.

von Johannes Freytag, NDR.de

Die SG zeigte in Wetzlar vor 800 Zuschauern einen schwachen ersten Durchgang: Hampus Wanne scheiterte mit einem Siebenmeter an Till Klimpke (3.), der HSG-Keeper entschärfte zudem weitere Würfe der Norddeutschen. Deutlich treffsicherer agierte Wetzlars Stefan Cavor - seine vier Tore trugen entscheidend dazu bei, dass die Heimmannschaft schon nach einer Viertelstunde weggezogen war (8:5). Auch die Auszeit von Coach Maik Machulla änderte nichts daran, dass sein Team diesem Rückstand lange hinterherrannte. Zwar kamen die Flensburger in der 24. Minute wieder bis auf ein Tor heran (12:13), doch statt auszugleichen, kassierte die SG in den folgenden Minuten drei Gegentore in Folge (26./12:16). Mit einem 14:17 ging es in die Pause.

SG dreht die Partie in Hälfte zwei

Im zweiten Durchgang stand die Flensburger Defensive besser, aber mit dem Ausgleich wollte es lange nicht klappen. Erst in der 39. Minute traf Lasse Möller zum 19:19. Die SG war nun endlich auf Betriebstemperatur und ging kurz darauf erstmals in dieser Partie in Führung, Simon Hald erzielte das 20:19 (42.). Es blieb eine enge und schwere Partie für die Flensburger, auch nachdem Jim Gottfridsson zum 24:22 getroffen hatte (46.). Maximilian Holst glich in der 52. Minute wieder für Wetzlar aus (26:26), wenig später vergab Wanne zum zweiten Mal einen Siebenmeter. Erst 30 Sekunden vor dem Ende machte der überragende Lasse Möller mit seinem neunten Treffer zum 29:27 alles klar. Am kommenden Mittwoch gastiert die HSG Nordhorn-Lingen an der Flensburger Förde.

HSG Wetzlar - SG Flensburg-Handewitt 27:29 (17:14)

Tore Wetzlar: Cavor (11), Holst (8/6), Rubin (3), Weissgerber (2), Forsell Schefvert (2), Feld (1)
Flensburg: Möller (9), Gottfridsson (6), Wanne (5/2), Hald (2), Röd (2), Pelko (2), Sogard (1), Svan (1), Semper (1)
Zuschauer: 800
Strafminuten: 6 / 4

THW-Express kommt nach 15 Minuten ins Rollen

Der THW Kiel tat sich in seinem Heimspiel gegen Erlangen in der Anfangsphase schwer und bekam vor allem Simon Jeppsson nicht in den Griff, der frühere Flensburger erzielte in den ersten zehn Minuten drei Tore. Erst nach einer guten Viertelstunde kam der THW-Express ins Rollen. Sander Sagosen sorgte mit seinem ersten Bundesligatreffer für das 9:5 (14.), eine Minute später betrug der Vorsprung der "Zebras" sogar schon fünf Tore (11:6). Danach riss beim THW jedoch vorübergehend der Faden: Vorne schlichen sich Nachlässigkeiten ein, hinten sah Domagoj Duvnjak für ein unnötiges Foul zu Recht die Rote Karte - Erlangen kam wieder bis auf ein Tor heran (24./13:14). In dieser hektischen Phase wankten die Kieler, fielen aber nicht. Auch dank zweier Zeitstrafen für den HC zogen sie bis zur Pause wieder auf fünf Tore davon (20:15).

Sagosen verletzt sich beim Torwurf

Spätestens im zweiten Durchgang zeigte sich, dass der THW eingespielter als Erlangen ist: Während die Gäste ihr Saisondebüt gaben, absolvierten die Kieler nach dem Super Cup und den drei Champions-League-Auftritten bereits ihr fünftes Pflichtspiel. Das Spiel der "Zebras" war zwar nicht fehlerfrei, aber zielstrebiger, flüssiger und effektiver als das der Gäste. Alles lief glatt - bis zur 42. Minute: Sagosen traf zum 28:22, setzte sich dann aber mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die Bank und ging wenig später in die Kabine. Eine genaue Diagnose folgte am Montag. Der Norweger fällt mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel drei Wochen aus.

Nach seinem Aus im Spiel folgten ein 3:0-Lauf für die Gäste und eine Auszeit von Jicha (45./28:25). Die Anweisungen an das neu sortierte Team fruchteten: Routinier Pavel Horak wuchs in der Defensive über sich hinaus, in der Offensive traf Niclas Ekberg - mit 13 Toren bester THW-Werfer - beinahe nach Belieben. Zudem dezimierte sich Erlangen mit Roten Karten (für Nikolai Link und Sebastian Firnhaber) in der Abwehr, der Kieler Sieg geriet so nicht mehr in Gefahr. Jicha gönnte einigen Spielern angesichts des engen Terminkalenders (schon am Dienstag hat der THW das nächste Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf) noch eine Pause. Youngster Sven Ehrig kam so zu seinem ersten Bundesligatreffer (54./35:29).

THW Kiel - HC Erlangen 36:30 (20:15)

Tore Kiel: Ekberg (13/7), Sagosen (5/1), Reinkind (4), Dahmke (4), Pekeler (2), Wiencek (2), M. Landin (2), Weinhold (1), Zarabec (1), Ehrig (1), Horak (1)
Erlangen: Jeppsson (7), Ivic (6/2), Metzner (5), Bissel (3), Olsson (3), Overby (3), Firnhaber (2), Fäth (1)
Zuschauer: 1.480
Strafminuten:
4 /18
Disqualifikation:
Duvnjak (22.) / N. Link (40./3. Zeitstrafe), S. Firnhaber (50./3. Zeitstrafe)

Weitere Informationen
Tabelle der Handball-Bundesliga © picture-alliance / Sven Simon, NDR.de/Screenshot Foto: Anke Fleig / SVEN SIMON

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 04.10.2020 | 22:50 Uhr

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