Stand: 08.09.2018 19:50 Uhr

Sieg gegen Kiel: Flensburg setzt Ausrufezeichen

von Sebastian Ragoß, NDR.de
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Die Flensburger Holger Glandorf (l.) und Lasse Svan (r.) stoppen Kiels Lukas Nilsson.

Die SG Flensburg-Handewitt hat das 98. Landesderby gegen den THW Kiel mit 26:25 (15:13) gewonnen und die Tabellenführung in der Handball-Bundesliga erobert. In ihrem insgesamt 1.000 Ligaspiel zeigte der deutsche Meister eine starke Leistung und untermauerte, dass er trotz des großen personellen Umbruchs im Sommer auch in dieser Saison zu den ganz heißen Anwärtern auf den Titel gehört. "Die Nummer eins im Norden sind wir!", skandierten die SG-Fans in der ausverkauften Halle. "Es muss viel funktionieren, um in Flensburg zu gewinnen. Aber wir haben ein paar Fehler zu viel gemacht", sagte Kiels Coach Alfred Gislason.

THW verspielt Drei-Tore-Führung

Mit hoher Intensität agierten die Nordrivalen, ohne dabei die spielerischen Elemente zu vernachlässigen. Rasmus Lauge erwischte auf Flensburger Seite mit drei Toren in den ersten sieben Minuten einen guten Beginn. Sein Gegenüber Domagoj Duvnjak stand ihm allerdings in nichts nach. Der Kroate bestimmte klug das Tempo bei den "Zebras". Nach einer Viertelstunde schien Kiel die Oberhand zu gewinnen. Der THW agierte variabler und erspielte sich eine 11:8-Führung (19.).

Youngster Golla stabilisiert die Defensive

Flensburg stellte in der Defensive um, Trainer Maik Machulla stabilisierte mit der Einwechslung des jungen Kreisläufers Johannes Golla die Abwehr deutlich. Und im Angriff setzte sich Holger Glandorf immer wieder energisch durch. Die SG zog auf 15:12 davon und hatte sogar die Chance, kurz vor der Pause auf 16:12 zu erhöhen. Doch ein leichter Ballverlust ermöglichte Duvnjak, acht Sekunden vor Ende der ersten Hälfte das 13:15 zu erzielen.

Kiels Offensive gerät ins Stocken

Flensburg-Handewitt - THW Kiel 26:25 (15:13)

Tore Flensburg: Glandorf 5, Wanne 5/1, Lauge Schmidt 4, Golla 3, Jöndal 3/3, Svan 3, Gottfridsson 2, Jeppsson 1
Tore THW Kiel: Ekberg 6/4, Pekeler 6, Nilsson 5, Duvnjak 3, Reinkind 2, Wiencek 2, Weinhold 1
Zuschauer: 6.270

Keine drei Minuten brauchte der THW, um nach der Pause den 16:16-Ausgleich zu erzielen. Flensburg blieb aber das homogenere Team, spielte nun zunehmend auch über die Außen. Der Garant dafür, dass der deutsche Meister sich wieder absetzen konnte, stand aber zwischen den Pfosten: Keeper Benjamin Buric wurde immer stärker und ließ in den folgenden 15 Minuten nur noch einen Gegentreffer zu. Im THW-Kasten stand mittlerweile Andreas Wolff, weil Niklas Landin beim Holen eines abgewehrten Balles umgeknickt war. Der Nationalkeeper hielt ebenfalls stark, doch die Offensive der Kieler stockte gewaltig. Als Lasse Svan den Ball zum 21:17 (47.) ins leere Tor warf, roch es stark nach einer Vorentscheidung.

Die Treffer fielen nun in kurzen Abständen, doch Flensburg hielt den THW auf Distanz. Buric' Parade gegen Hendrik Pekeler beim Stand von 26:24 eine Minute vor dem Ende war die Entscheidung. Kommentar Gislason in der folgenden Auszeit: "Jungs, das war's." Recht hatte er.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 08.09.2018 | 19:30 Uhr

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