Stand: 08.03.2020 10:06 Uhr

Setzen sich die "Zebras" von Flensburg-Handewitt ab?

von Jan Kirschner, NDR.de
Domagoj Duvnjak (r.) und Patrick Wiencek vom THW Kiel ©  imago images/Pressefoto Baumann Foto: Hans-Jürgen Britsch
Domagoj Duvnjak (r.) und Patrick Wiencek könnten sich mit dem THW Kiel absetzen.

Eine Bierdusche für Trainer Alfred Gislason, die offizielle Zeremonie in der Arena und eine lange Party-Nacht auf dem Rathausmarkt mit den Handballern als Sängerknaben – so war es Anfang Juni 2015, als der THW Kiel die deutsche Meisterschaft feierte. Zum 20. und bislang letzten Mal. Nun sind die „Zebras“ so dicht dran am Coup wie in den vergangenen knapp fünf Jahren nicht mehr. Sie liegen vier Zähler vor dem einzig verbliebenen Verfolger, der SG Flensburg-Handewitt. Heute könnte es zu einer Vorentscheidung kommen: Während der THW um 13.30 Uhr die Rhein-Neckar Löwen empfängt, muss der Landesrivale um 16 Uhr bei den Füchsen Berlin antreten.

In Flensburg schwindet die Hoffnung

Die Flensburger mussten in den vergangenen Tagen zunächst einen Rückschlag verdauen.

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In Göppingen hatte am Sonntag 45 Minuten lang die Abwehr nicht wie gewohnt agiert, dann fehlte das Glück, und am Ende stand die Niederlage. „Vor diesem Spiel schauten wir nach oben, nun müssen wir uns nach unten absichern“, stellte Johannes Golla fest. Der junge Kreisläufer zählte beim darauffolgenden 30:23-Heimsieg gegen die MT Melsungen zu den Leistungsträgern. Geschäftsführer Dierk Schmäschke hat derweil die Teilnahme an der nächsten Champions League – dafür würde Platz zwei reichen – als Ziel auserkoren. Und hofft auf mehr: „Der THW wird bei uns verlieren und kann noch zwei weitere Male stolpern.“

THW-Spieler Dahmke fordert Konzentration

Am vergangenen Mittwoch wäre es zu einem solchen Stolpern schon fast gekommen. Die Kieler benötigten im Heimspiel gegen GWD Minden mehr als eine Halbzeit Anlauf, verschlossen dann stolze 16 Minuten ihr Tor und gewannen noch mit 29:26. „Es war wichtig, dass wir ruhig geblieben sind“, sagte Rune Dahmke und warnte vor dem Blick auf die Tabelle. „Es wäre gefährlich, zu denken, dass wir uns ja eine Niederlage erlauben könnten. Wir müssen jedes Spiel so angehen, dass wir es unbedingt gewinnen wollen.“ Der Linksaußen gehört zu den Akteuren, die bei der Titel-Sause im Jahr 2015 dabei waren. Sonst haben nur Patrick Wiencek, Domagoj Duvnjak, Steffen Weinhold und Niclas Ekberg im THW-Dress mindestens einmal die Meisterschaft errungen.

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Auf dem Weg zum Titel wären zwei Zähler gegen die Rhein-Neckar Löwen ein weiterer Meilenstein.

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THW-Trainer Filip Jicha möchte davon aber noch nichts wissen. Er betonte angesichts von noch neun ausstehenden Partien: „In der Bundesliga gibt es aktuell nur geringe Leistungsunterschiede zwischen dem Ersten und dem Fünfzehnten.“ Die Gäste aus Baden haben gerade erst ihren Trainer ausgetauscht. Das Kommando übernahm Martin Schwalb, der 2011 mit dem HSV Hamburg das Duell mit Kiel um die deutsche Meisterschaft gewann. „Gegen die Löwen ist es immer ein Top-Spiel – egal, wo sie in der Tabelle stehen“, sagte THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler, der 2016 und 2017 mit dem badischen Club den Titel errang.

Nach dem Abpfiff in Kiel wird sich bald eine Frage stellen: Wie werden sich die Flensburger in Berlin aus der Affäre ziehen? Schmäschke glaubt: „Der Druck liegt auf Seiten der Füchse, die mit großen Erwartungen in die Rückrunde gestartet sind, diese bislang aber nicht erfüllen konnten.“ Zuletzt sammelten sich 1:5 Punkte an. Die SG bezog dagegen Selbstvertrauen aus dem Heimsieg gegen Melsungen. „Wir haben es zwar selbst nicht mehr in der Hand, aber mit diesem Teamgeist und der Breite im Spiel können wir jeden Gegner schlagen“, sagte Rechtsaußen Marius Steinhauser.

TSV Hannover-Burgdorf gegen Göppingen

Noch vor wenigen Wochen zählte ein dritter Nordclub zu den Titelkandidaten. Die TSV Hannover-Burgdorf setzte sich zeitweise an die Spitze, ließ im Februar allerdings sieben Punkte liegen und büßte viel an Boden ein. Dennoch herrscht vor der Sonntag-Partie um 16 Uhr gegen Frisch Auf Göppingen weiterhin Euphorie an der Leine. Im Vorverkauf wurden mehr als 9.000 Tickets abgesetzt. Die Niedersachsen steuern zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb an.

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Handball im Tornetz © picture-alliance / Sven Simon Foto: FrankHoermann/Sven Simon

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 08.03.2020 | 23:03 Uhr

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