Stand: 28.03.2019 20:48 Uhr

Serie gerissen: Flensburg verliert in Magdeburg

von Ingmar Deneke, NDR.de
Flensburg und Magdeburg boten sich einen harten Kampf im Topspiel.

Der deutsche Meister SG Flensburg-Handewitt kann in der Handball-Bundesliga doch noch verlieren und ist auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung erstmals in dieser Saison gestolpert. Im Topspiel beim als Angstgegner gehandelten SC Magdeburg unterlag der Spitzenreiter am Donnerstagabend mit 23:24 (12:11). "Das tut uns schon weh, aber wir wussten, dass dieser Tag kommen würde. Am Ende haben Kleinigkeiten gegen uns entschieden", sagte SG-Trainer Maik Machulla. Magdeburg hatte die Flensburger bereits im Achtelfinale des DHB-Pokals bezwungen und war zudem das letzte Team, gegen das die SG vor über einem Jahr in der Liga verloren hatte. Flensburg (48:2) büßte damit am 26. Spieltag erstmals Punkte auf Verfolger THW Kiel (46:6) ein. Die "Zebras" feierten gegen die Eulen Ludwigshafen einen klaren 36:21 (18:10)-Sieg.

Immer mehr kristallisiert sich damit heraus, dass sich der Kampf um die Meisterschaft auf das Nordduell zwischen der SG und dem Rekordchampion aus Kiel zuspitzt. Am 12. Mai tritt Flensburg beim THW an. Sollte der Titelverteidiger zuvor noch einmal ausrutschen, zum Beispiel am 21. April bei den Rhein-Neckar Löwen, würde es im 99. Schleswig-Holstein-Derby zum großen Showdown kommen.

Intensives Topspiel

Magdeburg - Flensburg 24:23 (11:12)

Tore Magdeburg: Damgaard (7), Musche (5/3), Lagergren (3), Bezjak (3), Weber (3/1), Musa (2), Chrapkowski (1)
Tore Flensburg: Svan (7), Jondal (6/1), Hald Jensen (4), Lauge (2), Gottfridsson (2), Rod (1), Sogard Johannessen (1)
Zuschauer: 6.600

Kein Abtasten, stattdessen volle Intensität vom Anwurf weg. Das Duell der beiden Spitzenteams aus Magdeburg und Flensburg hatte Endspielcharakter und kam wie eine 60 Minuten lange Schlussphase daher. Die Flensburger mussten dabei nicht nur gegen einen hochmotivierten Gegner kämpfen, sondern auch gegen die lautstarken Magdeburger Fans ankommen. Weder die SG noch der SCM konnten sich in der ersten Hälfte absetzen, die Führung wechselte mehrfach. Mit einem 12:11 für den Spitzenreiter ging die Partie in die Pause. Während Magdeburg optische Vorteile hatte, bestachen die Flensburger mit ihrer Effektivität.

Flensburg lässt sich nicht abschütteln

Nach dem Durchschnaufen tat sich der deutsche Meister allerdings erst mal schwer mit dem Torewerfen und musste Magdeburg den Vortritt lassen (15:17/40.). Doch als die Gastgeber die Chance auf eine Drei-Tore-Führung hatten, kam die SG wieder ran und konnte zum 18:18 ausgleichen (45.). Flensburg profitierte in dieser Phase von der mangelnden Chancenverwertung des Gegners. "Wir haben noch viel Zeit. Weiter Gas geben", sagte Machulla mit bewundernswert ruhiger Stimme während einer Auszeit (48.). Auch seine Spieler behielten die Nerven, Rechtsaußen Lasse Svan traf kurz darauf zum 21:20.

Dramatische Schlussphase

Die Schlussphase bot die erwartete Dramatik, die Abwehrreihen verteidigten leidenschaftlich, boten wenig Platz, sodass jedes Tor enorm wertvoll war. Beim Stand von 23:23 war Magdeburg 20 Sekunden vor Schluss nach einer Auszeit in Ballbesitz. Rechtsaußen Robert Weber wurde freigespielt und versenkte seinen Wurf wenige Sekunden vor der Sirene - Flensburg war zum ersten Mal in dieser Saison geschlagen.

Kiel gewinnt leicht und locker

THW Kiel - Eulen Ludwigshafen 37:21 (18:10)

Tore für Kiel: Ekberg (15/6), Wiencek (6), Weinhold (5), Dahmke (4), Duvnjak (3), Bilyk (2), Pekeler (1)
Tore für Ludwigshafen: Dippe (3), Stüber (3), Müller (3), Falk (3), Salger (2), Bührer (2), Dietrich (1), Scholz (1), Hanemann (1), Durak (1/1), Valiullin (1)
Zuschauer: 10.285

Keine Mühe hatte Verfolger Kiel beim Schützenfest gegen das Tabellenschlusslicht aus Ludwigshafen. Schon zur Pause war die Partie bei einem Sechs-Tore-Polster des Favoriten entschieden. Niclas Ekberg war mit 15 Toren überragender Mann auf dem Parkett. Mit Blick auf die Flensburger Niederlage und den Titelkampf sagte THW-Trainer Alfred Gislason: "Für uns ist es wichtig, dass wir nur noch vier Punkte Rückstand haben. Wir haben noch ein Heimspiel gegen sie. Das war ein schönes Ergebnis für die Liga."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 21.03.2019 | 22:40 Uhr